Küstentransport : Wenn Seehundbabys fliegen

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Der kleine Heuler wurde mit dem Flieger an Land gebracht.
Der kleine Heuler wurde mit dem Flieger an Land gebracht.

Bei Flügen zwischen dem Festland und den Nordseeinseln werden manchmal auch kleine Heuler mitgenommen.

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17. März 2021, 23:00 Uhr

Norddeich | Ein Sprung übers Watt, mehr ist es nicht. Auch wenn die Flugzeit kaum fünf Minuten beträgt, ist jeder Flug vom Festland zur Insel und wieder zurück ein Abenteuer. Das Klima an der deutschen Nordseeküste ist rau. Der Wind weht oft heftig. Manchmal zieht sogar plötzlich Nebel auf. Hans-Jürgen Baldeus fliegt am liebsten bei Niedrigwasser mit den „Inselfliegern“. Bei guter Sicht kann man dann Seehunde auf einer Sandbank sehen.

„Inselflieger“ ist der Name einer ostfriesischen Fluggesellschaft. Hans-Jürgen Baldeus ist einer der Chefs. Er sorgt dafür, dass bei den Flügen zwischen der Küste und den Inseln Juist, Norderney und Wangerooge alles klappt. Er will, dass die Fluggäste zufrieden sind.

Piloten haben Hobby zum Beruf gemacht

Meist sind es Urlauber, die schnell am Ferienort ankommen möchten und dafür den Flieger nutzen. Die Fährschiffe können nur fahren, wenn die Flut kommt. Dann ist genügend Wasser in der Fahrrinne. Rund 30 000 Mal im Jahr heben die kleinen Maschinen ab und kommen auf der Piste wieder auf. Andere Fluggesellschaften fliegen weitere Inseln an.

Die Piloten und Pilotinnen der „Inselflieger“ hätten ihr Hobby zum Beruf gemacht, sagt Hans-Jürgen Baldeus. „Viele kommen aus der großen Fliegerei, für andere ist es eine Art Sprungbrett.“ In jedem Fall haben sie direkten Kontakt zu ihren Fluggästen.

Mutterlose Tiere werden zur Aufzuchtstation gebracht

Das gilt auch für die tierischen Mitflieger, die es immer wieder gibt. Im Sommer sind es Heuler und im Winter Kegelrobben-Junge, die mutterlos auf einer der Inseln gestrandet sind. Sie müssen schnell zur Seehund-Aufzuchtstation gebracht werden. Sicher in einer Plastikbox untergebracht, sind die Tiere unauffällige Gäste. „Nur manchmal riecht’s ein bisschen unangenehm“, sagt Hans-Jürgen Baldeus.

Die Jungtiere brauchen rasch Hilfe. Sie seien hungrig und ausgetrocknet, erklärt Peter Lienau. Er leitet die Seehundstation Norddeich. Dort wird den Tieren dann Flüssigkeit zugeführt, damit sie sich schnell wieder erholen.

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