„Hölle Nord“-Podcast : Drei Geschäftsführer – eine Sorge: Was wird aus dem Profi-Handball?

Geballte Kompetenz in der 11. Folge: Die Geschäftsführer Dierk Schmäschke (SG Flensburg-Handewitt), Jennifer Kettemann (Rhein-Neckar Löwen) und Viktor Szilagyi (THW Kiel) ordnen die Corona-Auswirkungen auf den Profi-Handball ein.

Geballte Kompetenz in der 11. Folge: Die Geschäftsführer Dierk Schmäschke (SG Flensburg-Handewitt), Jennifer Kettemann (Rhein-Neckar Löwen) und Viktor Szilagyi (THW Kiel) ordnen die Corona-Auswirkungen auf den Profi-Handball ein.

Dierk Schmäschke, Jennifer Kettemann und Viktor Szilagyi warten auf neue Vorgaben der Politik – und was diese für die Handball-Bundesliga bedeuten.

Jannik_Schappert_8449.jpg von
14. April 2020, 17:01 Uhr

Flensburg | Voller Anspannung warten die Manager der Handball-Bundesligisten darauf, was am Mittwoch die Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder ergeben. Die Entscheidung, ob es bei den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ab dem 20. April erste Lockerungen gibt, beeinflusst unmittelbar den Entschluss der HBL, ob die Saison 2019/20 abgebrochen oder mit Geisterspielen zu Ende gebracht wird.

„Keines der beiden Szenarien ist vorteilhaft. Mit finanziellen Einbußen müssen wir so oder so rechnen“, erklärt Dierk Schmäschke in der neuen Folge des „Hölle Nord“-Podcasts des sh:z. Dort ist der Geschäftsführer der SG Flensburg-Handewitt ebenso wie seine Kollegen Viktor Szilagyi (THW Kiel) und Jennifer Kettemann (Rhein-Neckar Löwen) zu Gast.

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Davon, dass bis zum 30. Juni Zuschauer zu Sportveranstaltungen dürfen, rechnet niemand mehr. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir die Letzten sind, bei denen Normalität einkehrt“, sagt Kettemann.

Restart nur mit Vorlauf

Donnerstag wollen die Clubs beraten, wie sie mit den neuen Regelungen umgehen. Spätestens am 20. April soll die Entscheidung fallen. Die Zeit drängt. Die HBL hatte den 16. Mai als frühesten und zugleich spätesten Termin für einen Restart ausgegeben. „Die Mannschaften werden drei bis vier Wochen Vorlauf brauchen, um wieder in die Verfassung für Hochleistungssport zu kommen“, meint Szilagyi.

Das heißt: Sollte das Zusammenkommen größerer Gruppen verboten bleiben, können die Vereine ohne Ausnahmegenehmigung weiterhin nicht trainieren. Die Fortführung der Saison erscheint dann ausgeschlossen.

Geisterspiele ein Minusgeschäft

Ohnehin haben Geisterspiele im Handball keinen wirtschaftlichen Nutzen, sie sind ein Minusgeschäft. Einziger Anreiz ist, auf sportlichem Wege Meister, Europapokal-Teilnehmer und Absteiger zu ermitteln. Die HBL hatte bereits erklärt, dass es im Falle des Abbruchs keine Absteiger geben wird. Der Umgang mit Meisterschaft und Europapokal-Plätzen ist offen.

Wir haben die große Hoffnung, dass ein Meister gekürt wird. Auch wenn es emotional nicht mit anderen Meisterschaften vergleichbar wäre, wäre es die Anerkennung für das, was beim THW alle zusammen geleistet haben. Viktor Szilagyi
 

Der THW Kiel ist nach 26 Spielen mit 44:8 Punkten Tabellenführer vor der SG (27 Spiele, 42:12 Punkte). „Wir würden es akzeptieren, auch wenn es schwer fällt“, sagt Schmäschke.

Noch größere Sorgenfalten als die aktuelle Spielzeit treibt den Managern die Saison 2020/21 auf die Stirn. Mit Sportveranstaltungen vor Publikum rechnen Experten im Jahr 2020 nicht mehr. „Geisterspiele bis 2021 wären das Worst-Case-Szenario“, betont Szilagyi.

Späterer Saisonbeginn denkbar

Die Handball-Clubs finanzieren sich hauptsächlich durch Zuschauereinnahmen, viele müssten endgültig um die Existenz bangen.

Es ist unsere Pflicht, uns mit diesem Szenario auseinanderzusetzen, um Partnern, Sponsoren und Fans einen Plan zu präsentieren, wie wir weitermachen. Jennifer Kettemann
 

Die Löwen-Geschäftsführerin hält einen späteren Saisonbeginn für denkbar, um die Anzahl von Geisterspielen zu reduzieren. Allein: Spielraum gibt der internationale Kalender kaum, wenn alle Wettbewerbe stattfinden sollen.

Die Krise fordert Kreativität und Flexibilität – auch von den Spielern. Alle drei Geschäftsführer kündigten etwa an, ab dem 1. Juli bestehende Verträge neu zu verhandeln. „Wir müssen um den Erhalt der Liga kämpfen – mit allem, was wir haben“, sagt Schmäschke.

Alle Folgen finden Sie hier.

Was ist ein Podcast? Der Begriff Podcast setzt sich zusammen aus den beiden Wörtern iPod (MP3-Player von Apple) und Broadcast (Rundfunk). Es handelt sich um eine Reihe von Audio-Dateien, die auf Abruf („on demand“) aus dem Internet heruntergeladen werden können. Neben vielen unabhängigen Anbietern bringen auch immer mehr Zeitungsverlage eigene Podcasts heraus. Jeder vierte Deutsche hört inzwischen regelmäßig Podcasts, und es werden immer mehr.

Was bietet der „Hölle Nord“-Podcast? Die volle Portion SG Flensburg-Handewitt: Aktuelles Geschehen, Hintergründe und Geschichten rund um Deutschlands nördlichsten Handball-Bundesligisten.

Wann und wo kann ich den „Hölle Nord“-Podcast hören? Jederzeit. Die neueste Folge gibt es immer Dienstagabend auf shz.de/hoelle-nord, zudem auf Spotify, Apple Podcast, Deezer und Co. – einfach in der Suchfunktion „Hölle Nord“ eingeben.

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