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06. Dezember 2016 | 11:16 Uhr

Schwerin-Lübeck-Hamburg : Unternehmer Winfried Stöcker will Magnetschwebebahn von Schwerin bis Hamburg

vom

Politiker hielten das für einen Scherz - und haben viele Einwände gegen den Vorschlag.

Schwerin/Lübeck/Hamburg | Eine Magnetschwebebahn von Schwerin nach Lübeck bis Hamburg? Mehr Mut zu neuen Technologien hat zumindest der Firmengründer von Euroimmun, Prof. Winfried Stöcker, während eines Richtfestes in Dassow (Kreis Nordwestmecklenburg) gefordert. Doch statt auf Fortschritt zu setzen, werde hier vieles heruntergeredet, wenn nicht gar verteufelt, sagte Stöcker, der in diesem Jahr den Flughafen Lübeck übernommen hatte, vor zahlreichen Gästen. Seine Kritik richtete Stöcker auch an Politiker: „Sie sind zu feige, um etwas Anständiges, Vernünftiges und Technologieorientiertes durchzusetzen.“

Stöcker betreibt das Lübecker Medizin-Unternehmen Euroimmun mit internationalen Zweigstellen und ist Eigentümer des Flughafens Lübeck. Er ist nicht unumstritten: 2014 sorgte er mit fragwürdigen Äußerungen über Ausländer für Entrüstung – sogar die Staatsanwaltschaft ermittelte.

Stöckers Ruf nach einer Magnetschwebebahn zwischen MV, Schleswig-Holstein und Hamburg rief am Freitag unter anderem Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe auf den Plan. Auf Anfrage erklärte Saxe: „Auf einen ernsthaften Vorschlag würde ich einwenden: Das hohe Investitionserfordernis einer Transrapidstrecke erfordert zur Refinanzierung ein hohes Passagieraufkommen.“ Ein solches sei zwischen Lübeck und Schwerin bislang nicht festzustellen gewesen. Und: „Ein Transrapid als Hochgeschwindigkeitsangebot entfaltet seine Vorteile naturgemäß erst auf längeren Strecken ab 400 Kilometern. Lübeck und Schwerin sind sich also zu nah, um durch einen Transrapid verbunden zu werden“, so Saxe weiter.

Die Hansestadt Lübeck und die Hauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns trennen rund 56 Kilometer Luftlinie. Für den Fall, dass Stöckers Vorschlag scherzhaft gemeint sein sollte, würde Saxe ebenso scherzhaft einen Gegenvorschlag bringen: „Als Flughafenbetreiber wollte Herr Stöcker doch eher die Einrichtung einer täglichen Flugverbindung in Erwägung ziehen.“

Auch im Schweriner Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung sieht man in Sachen Transrapid derzeit keinen Handlungsbedarf. „Der Bau einer Transrapid-Strecke in MV wird derzeit nicht diskutiert“, erklärte Ulrike Sennewald. Sie ist die persönliche Referentin des Ministers. Nach ihren Angaben steht auch ein Bahnlückenschluss Rehna-Schönberg zurzeit ebenso nicht zur Diskussion.

Das Land MV hat beim Bund den Ausbau der Strecke Lübeck–Bad Kleinen mit Neubau einer Verbindungskurve bei Bad Kleinen für den Bundesverkehrswegeplan 2030 angemeldet. Das Projekt ist vom Bund in die Kategorie Potentieller Bedarf eingeordnet worden. „Das bedeutet, dass eine abschließende Projektbewertung, insbesondere die Kosten-Nutzen-Untersuchung, noch aussteht. Es kann daher momentan nicht bestimmt gesagt werden, ob und wann das Projekt umgesetzt werden wird“, so Sennewald.

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erstellt am 23.Sep.2016 | 20:55 Uhr

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