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Tipps & Trends

08. Dezember 2016 | 17:16 Uhr

Gefährliche Keimträger : Warum Mückenstiche immer öfter dick anschwellen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Harmlose Stiche entwickeln sich häufig zu ernsthaften Entzündungen. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Flensburg | Warme Temperaturen, viel Regen, überschwemmte Wiesen und Felder: In vielen Teilen Deutschlands herrschen ideale Bedingungen für Mücken. Die Weibchen legen bis zu 300 Eier, aus denen schon nach zwei Wochen die neue Generation schlüpfen kann. Bei solchen Voraussetzungen können sich die Tierchen zu einer echten Plage entwickeln.

Von der großen Mückeninvasion ist der Norden bisher verschont geblieben – trotzdem rauben uns die Plagegeister oft den letzten Nerv. Der Grund dafür sind ihre Stiche: Immer mehr Menschen zeigen heftige Reaktionen darauf, die betroffenen Stellen schwellen stark an, werden feuerrot und entzünden sich. „Zum Ende des Sommers scheinen die Mückenstiche grundsätzlich aggressiver zu werden“, sagt Dr. Erik Petersen, Allgemeinmediziner aus Flensburg.

Viele Menschen kennen Schwellungen wie diese.
Viele Menschen kennen Schwellungen wie diese. Foto: sh:z
 

Häufig komme es dabei zu Entzündungen durch Keime und Bakterien – und die lösten dann die heftigen Reaktionen des Körpers aus. Solche Entzündungen werden in der Regel durch das Kratzen an der Einstichstelle verursacht. Dabei gelangen Bakterien, wie beispielsweise Streptokokken, die auf der menschlichen Haut sitzen, in die Einstichstelle.

Häufig entzünden sich die Stiche jedoch auch, ohne dass daran gekratzt wurde. Experten gehen davon aus, dass die Mücken inzwischen selbst Überträger der Keime sein können, vor allem in ländlichen Gebieten, in denen die Mücken viel Kontakt mit tierischen Exkrementen haben.

Behandelt werden solche Stiche in der Regel mit cortisonhaltigen Salben. Ganz wichtig sei laut Petersen auch, den Stich zu kühlen und das betreffende Körperteil nicht mehr zu bewegen. „Wenn der Mückenstich in der Nähe der Gelenke sitzt, sollte die Stelle möglichst ruhiggestellt werden. Ansonsten wird es mit jeder Bewegung nur noch schlimmer“, rät Petersen.

Ist die Schwellung sehr groß oder bekommt man sogar Fieber, ist der Gang zum Arzt unvermeidlich. In besonders schweren Fällen können bei solchen Infektionen Keime in die Blutbahn gelangen und eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen. Geraten sie in die Lymphbahnen, können sie ein Lymphödem hervorrufen.

Außer der bakteriellen Belastung der Insekten durch Keime macht sich seit einigen Jahren noch ein weiteres Problem bemerkbar: Die Einwanderung nicht heimischer Mückenarten. Die Asiatische Tigermücke zum Beispiel, die sonst nur in süd- und südostasiatischen Tropengebieten vorkommt, soll inzwischen bereits im süddeutschen Raum Fuß gefasst haben. Die auffällig schwarz-weiß gemusterten Insekten gelten als Überträger von Krankheiten wie dem Denguefieber. Die Asiatische Buschmücke, die Krankheiten wie das West-Nil-Fieber übertragen kann, ist inzwischen bis nach Niedersachsen vorgedrungen.

Diese Mücken können nicht nur Krankheitserreger übertragen, sondern haben auch eine andere Zusammensetzung des Speichels, die für das Immunsystem unbekannt ist. Sie kann zu stärkeren Hautreaktionen führen. Einige Experten vermuten außerdem, dass Insektizide im Speichel der Mücken eine stärkere Rolle bei allergischen Reaktionen spielen könnten. Bei besonders empfindlichen Menschen reichen sie von Schwindel über Brechreiz bis hin zu Atemnot.

Solche aus anderen Regionen der Erde stammende Mückenarten gelangen auf den abenteuerlichsten Wegen nach Deutschland, vor allem durch den weltweiten Warenverkehr. Etwa, wenn ausgewachsene Tiere, Eier oder Larven als „blinde Passagiere“ in Lebensmittellieferungen per Schiff oder Flugzeug mitreisen. Auch der Klimawandel könnte bei der Einwanderung von Mücken eine Rolle spielen.

Das beste Mittel ist Prävention – zum Beispiel mit Hilfe eines guten Mückenschutzmittels. Diese werden auf die Haut aufgetragen und sorgen dafür, dass die Insekten den Geruch des Menschen nicht mehr wahrnehmen – und deshalb auch nicht stechen. Außerdem halten lange Kleidung, Insektengitter an den Fenstern oder Mückennetze über dem Bett die blutsaugenden Plagegeister fern.

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erstellt am 25.Sep.2016 | 13:57 Uhr

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