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Landgang - mein schöner Norden

08. Dezember 2016 | 01:20 Uhr

Tannenbaumschlagen in SH : Kauf, Schmuck, Pflege: Was Sie über Tannenbäume wissen sollten

vom
Aus der Redaktion LandGang

Die Weihnachtsvorbereitungen laufen an – und was wäre das Fest ohne Baum? shz.de mit Tipps und Tricks.

Ab Anfang Dezember holen wir Nordmanntannen und Co. zu uns in die warme Stube, um sie als Weihnachtsbaum zu bestaunen. Woher stammt dieser Brauch eigentlich? Was muss man beim Kauf beachten und wie bleibt der Baum möglichst lange frisch? Wir haben uns für Sie schlau gemacht.

Welche Sorten gibt es?

 
Everybody's Darling: Die Nordmanntanne
Die Nordmanntanne ist mit Abstand die beliebteste Baumgattung, die zum Fest als Weihnachtsbaum verwendet wird. Foto:Inga Kjer

 

2015 wurden deutschlandweit rund 29,3 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Mehr als 70 Prozent davon waren Nordmanntannen. Sie haben sich in den vergangenen Jahren zum beliebtesten Weihnachtsbaum der Deutschen entwickelt. Der Grund: Die Nordmanntanne wächst sehr gleichmäßig, pyramidenförmig, buschig und dicht. Ihre dunkelgrünen Nadeln haben ein sattes Grün und sind besonders weich. Dazu kommt, dass sie eine lange Haltbarkeit hat, sehr robust ist und selbst bei Zimmertemperatur erst nach Wochen zu nadeln beginnt. Beliebt ist die Nordmanntanne auch deshalb, weil ihre Nadeln einen angenehmen harzig-frischen Duft verströmen. Einziges kleines Manko ist, dass die Edeltanne mit 15 bis 40 Zentimetern im Jahr relativ langsam wächst und deshalb nicht ganz billig ist.

Schon gewusst? Die Nordmanntanne, auch Kaukasustanne genannt, ist im westlichen Kaukasus, im Ostpontischen Gebirge in Georgien, Russland, der nordöstlichen Türkei und in Aserbaidschan heimisch. Sie kann Wuchshöhen von 40 bis 60 Metern erreichen und einen Stammdurchmesser von bis zu zwei Metern. Ihr Höchstalter beträgt 500 Jahre. Bei uns wird sie in Kulturen als Weihnachtsbaum angebaut

Lange haltbar: Die Nobilistanne

Die Nobilistanne.

Foto:Imago/Manfred Ruckszio

 

Die Edeltanne hat einen kompakten, allerdings oftmals recht unregelmäßigen Wuchs. Dafür verströmen die farblich von grün bis blaugrün variierenden, weichen Nadeln herrliches Orangen-Aroma. Nobilistannen sind sehr haltbar – sie können auch lange nach Weihnachten noch das Wohnzimmer schmücken. Preislich sind sie mit Nordmanntannen zu vergleichen.

Toller Duft: Die Blaufichte

Eine Blaufichte.

Foto:Imago/Blickwinkel

 

Sie zeichnet sich durch den charakteristischen blauen Schimmer, einen schönen Waldduft und stechende Nadeln aus. Dank ihres regelmäßigen Wuchses und der starken Äste kann sie auch schweren Schmuck tragen. Ihre Haltbarkeit ist allerdings eher mittelmäßig.

Preishit: Die Rotfichte
Diese 27 Jahre alte Rotfichte wird 2015 als Weihnachtsbaum vor dem Kanzleramt in Berlin stehen. Foto:Monika Skolimowska

 

Mit einem Waldflächenanteil von etwa 28 Prozent ist sie die häufigste Baumart in Deutschland. Deshalb ist sie auch der günstigste Weihnachtsbaum. Ihr Wuchs ist etwas unregelmäßig und die Nadeln riechen zwar intensiv nach Wald, sind aber kurz und stechend. Dazu kommt, dass ihre Äste eher dünn sind, wodurch es schwierig wird, Kerzen und anderen Weihnachtsschmuck anzubringen.

Wer sich dennoch für eine Rotfichte entscheidet, sollte sie erst kurz vor dem Weihnachtsfest schlagen und ins Haus holen, da sie bereits nach wenigen Tagen zu nadeln beginnt.

Besonderheit: Die Kiefer

Eine Kiefer.

Foto:Imago/Hohfeld

 

Eher seltener, weil schwieriger zu schmücken, finden sich Kiefern als Weihnachtsbäume. Die etwas pieksigen Nadeln duften allerdings wunderbar und lang anhaltend und beginnen auch in wärmeren Räumen erst spät abzufallen.

Ganz weich: Die Douglasie

Der Zweig einer Douglasie.

Foto:Imago/All Canada Photos

 

Die aus Nordamerika stammende Tanne mit einem frischen Duft hat dünne, weiche Nadeln und relativ biegsame Zweige, weshalb sie nur mit leichtem Baumschmuck bestückt werden kann. Ihre Haltbarkeit ähnelt der der Blaufichte von zwei bis drei Wochen, preislich ist sie aber etwas günstiger.

 

Tannenbaum selber schlagen

Wer seinen Weihnachtsbaum nicht nur selbst aussuchen, sondern auch selber schlagen möchte, kann dies an verschiedenen Orten in Schleswig-Holstein tun. Wir haben einige Beispiele für Sie zusammengestellt:

 

Die Karte hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Kennen Sie noch weitere Orte, an denen man Tannenbäume selbst schlagen kann? Dann schreiben Sie uns an onlineredaktion@shz.de

Tipps zur Weihnachtsbaumpflege

<p>Einen Tag vor dem Schmücken sollte der Tannenbaum nochmal gekürzt werden.</p>

Einen Tag vor dem Schmücken sollte der Tannenbaum nochmal gekürzt werden.

Foto: Imago/Blickwinkel
 

Den richtigen Baum zum Fest zu finden, der auch allen Familienmitgliedern gut gefällt, ist manchmal gar nicht so leicht. Damit Ihr Wunschbaum möglichst lange schön bleibt, gilt es ein paar Dinge zu beachten: Nach dem Kauf sollten Sie den Baum im Netz lassen und an einer geschützten schattigen Stelle im Garten oder in der kühlen Garage aufbewahren. Damit er nicht austrocknet, möglichst in einen Eimer mit Wasser stellen. Einen Tag vor dem Schmücken können Sie etwa zwei Zentimeter vom Stamm kürzen und den Baum ins Haus holen und aufstellen. So hat er noch genügend Zeit, um seine Zweige wieder zu entfalten.

Sorgen Sie dafür, dass der Christbaum, wenn möglich, nicht direkt vor der Heizung oder einem Kamin steht und immer ausreichend Wasser im Baumständer vorhanden ist. Denn auch die geschnittene Tanne zieht weiterhin Wasser – ein Baum von zwei Metern Höhe braucht täglich bis zu zwei Liter. In das Wasser können Sie etwas Blumenfrischpulver oder Zucker geben. Zusätzlich können Sie die Nadeln des Baumes mit Wasser benetzen. Auf diese Weise behalten sie lange ihren Glanz und es verringert sich auch die Gefahr eines Brandes, da der Baum so nicht so schnell austrocknet und dementsprechend weniger anfällig für die Hitze der brennenden Kerzen oder gar der Lichterkette ist.

Die Geschichte des Weihnachtsbaums: Eine deutsche Erfindung

Um die Entstehung des Weihnachtsbaumbrauchs ranken viele Mythen. In der populären Weihnachtsliteratur liest man, dass er auf das Julfest der heidnischen Germanen zurückgehen soll. Andere Stimmen sagen, dass der erste Weihnachtsbaum im Jahr 1419 von der Freiburger Bäckerschaft aufgestellt wurde – geschmückt mit Nüssen und Früchten. Die Volkskundlerin Ingeborg Weber-Kellermann schreibt in einem Standardwerk über das Weihnachtsfest, dass die ersten Belege über einen geschmückten Tannenbaum im Inneren des Hauses aus der Lebenswelt des städtischen Handwerks stammen. In einer Bremer Zunftchronik aus dem Jahr 1570 etwa wird von einem kleinen Tannenbaum berichtet, der mit Äpfeln, Nüssen, Datteln, Brezeln und Papierblumen geschmückt war und im Zunfthaus aufgestellt wurde. Die Kinder der Zunft durften ihn zu Weihnachten „abschütteln“ und die Leckereien essen.

Was auch immer stimmen mag, ziemlich sicher ist: Der Weihnachtsbaumbrauch stammt aus Deutschland und verbreitete sich zuerst in den Städten und im 19. Jahrhundert auf dem Land und schließlich über die ganze Welt. 1891 wurde zum ersten Mal ein „Christmastree“ vor dem Weißen Haus in Washington aufgestellt. Und heute ist der Christbaum weltweit das am weitesten verbreitete Symbol des Weihnachtsfestes.

Die ersten Kerzen kamen übrigens erst im 18. Jahrhundert und die Christbaumkugeln erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts dazu. Zuerst konnte sich nur die gehobene Gesellschaft den mundgeblasenen Schmuck leisten. Im Lauf der Zeit wurden die Kugeln aber auch beim gewöhnlichen Volk beliebt. Seit dem Jahr 1878 kam dann Lametta als Baumschmuck dazu. Es sollte der Tradition nach glitzernde Eiszapfen symbolisieren.

 

Kleines 1 x 1 des Baumschmückens

Traditionelle Farben: Rote und goldene Kugeln hängen oft an schleswig-holsteinischen Weihnachtsbäumen.
Traditionelle Farben: Rote und goldene Kugeln hängen oft an schleswig-holsteinischen Weihnachtsbäumen. Foto: imago/Westend61
 

Wer eine Lichterkette verwenden will, sollte diese als erstes um den Baum legen, weil vorher aufgehängte Kugeln ansonsten im Weg sein könnten oder beschädigt werden. Beginnen Sie oben im Baum und arbeiten sich von dort bis nach unten. Ein Tipp: Die Lichterkette vorher kurz testen, damit defekte Glühbirnchen noch problemlos ausgetauscht werden können.

Sollen Kugeln den Baum zieren, sind diese als nächstes dran. Große Kugeln sollten unten hängen und kleinere oben, weil auch der Baum unten massiger ist. Platzieren Sie die Kugeln nicht zu weit am Ende der Äste, damit diese nicht unnötig herunterhängen. Wenn Sie auch die inneren Äste Ihres Weihnachtsbaumes schmücken, verleihen Sie ihm mehr Tiefe. Dafür benötigen Sie eine gewisse Menge an Kugeln. Mit einem kleinen Trick können Sie hier sparen: Durch Gruppen aus mehreren Kugeln wirkt der Baum auch mit wenig Schmuck üppig. Wenn Sie zusätzlich zum Befestigen anstelle von Draht Geschenkband benutzen, wird der Effekt noch verstärkt. Wer Glanz mag, sollte glänzende Kugeln in die Nähe von Kerzen hängen. So glitzern sie im Licht und der Tannenbaum wirkt heller.

Zum Schluss kommen Ketten oder Girlanden. Sie sehen am schönsten aus, wenn sie möglichst weit außen auf den Ästen liegen. Genau wie bei der Lichterkette sollten Sie oben im Baum beginnen.

 

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erstellt am 30.Nov.2016 | 22:29 Uhr

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