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03. Dezember 2016 | 05:45 Uhr

Ausstellung: Jahrmarkt gestern und heute : Sommermarkt in Neumünster

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am ersten Augustwochenende öffnet der Sommermarkt wieder seine Tore. Mit dabei: Jürgen Köster aus der Gartenstadt, der mit Karussell, Schieß- und Zuckerbuden von Jahrmarkt zu Jahrmarkt zieht.

Neumünster | Der Sommermarkt findet in diesem Jahr mit rund 50 Ausstellern vom 5. bis 7. August zum ersten Mal nicht auf dem Jugendspielplatz an der Carlstraße, sondern in der Innenstadt statt. Mit eingebunden sind der Wochenmarkt am Freitag und Sonnabend auf dem Kleinflecken, eine Ausstellung über den Jahrmarkt gestern und heute im Foyer der Stadthalle sowie ein historischer Jahrmarkt am Teich mit Riesenrad, Süßwaren und Orgel. Jeder Veranstaltungstag steht unter einem anderen Motto. Es lautet am 5. August „Schlagermusik“, am 6. August „80er“ und am 7. August „Oldies / Rockabilly“. Dazu gibt es verschiedene Aktionen.

Eröffnet wird der Sommermarkt am 5. August um 12 Uhr von Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger. Von 13 bis 14 Uhr gilt bei den Fahrgeschäften ein halber Fahrpreis. Am 6. August sind alle Bürger von 9 bis 11 Uhr zu einem Frühstück auf dem Wochenmarkt eingeladen. Am Sonntag kommt die Feuerwehr mit einem großen Kletter- und Hüpfturm, und es gibt kostenloses Kinderschminken. Zudem ist über alle Tage ein Wikingerlager in der Lütjenstraße geplant.

Mit dabei sein wird auch Jürgen Köster. Als er sich Anfang 1972 mit einem gebrauchten Kinderkarussell aus dem Jahr 1953 selbstständig machte, gab es noch keine EU-Vorschriften, keinen Mindestlohn, und Absprachen wurden noch per Handschlag bestätigt. „Heute fülle ich quasi an jedem Standort einen neuen Aktenordner mit Anträgen, Prüfbescheiden und Genehmigungen“, sagt der 68-jährige Gartenstädter.

Die Liste der Verordnungen und Vorschriften ist lang: Kassenaufzeichnung, Hygiene, Führerschein, Tüv für die Fahrzeuge und ab kommendem Jahr die Verpackungsverordnung ohne Plastiktüten. Dennoch merkt man ihm an: Die Schaustellerei ist sein Leben, sie macht ihm auch nach rund 45 Jahren noch viel Spaß. Das hat sich auf seine Familie übertragen.

„Wir haben vor einigen Jahren nur ein einziges Mal Schleswig-Holstein verlassen, da waren wir bei den Haff-Festtagen in Rerik in Mecklenburg-Vorpommern. Ansonsten sind wir schon immer nur auf Festen hier im Land unterwegs“, erzählt Köster. Unzählige Marktmeister hat er allein in Neumünster kennengelernt, nicht alle wurden zu Freunden. Auf den Jahrmärkten, der Holstenköste und dem Weihnachtsmarkt auf dem Großflecken finden die Besucher seine Zuckerbuden, die Schießhalle, das Kinderkarussell und das Pfeilwerfen.

Nach und nach hat er die Produktpalette erweitert. „Schon gleich in den Anfangsjahren war es mit dem Karussell schwierig, denn wegen des Pillenknicks gab es weniger Kinder“, erinnert sich Jürgen Köster, der die Leidenschaft für den Rummel von seinen Großeltern einsog. Sie waren Schausteller, seine Eltern jedoch gingen „bürgerlichen Berufen“ nach. Das Geschäft geht mit Kösters Enkel Malon (21) nun also an die vierte Generation. Bei Oma und Opa lernte schon der junge Jürgen die Süßwarenherstellung und führte sie viele Jahre fort. Doch der Arbeits- und damit der Zeitaufwand wurde irgendwann Ende der 80er-Jahre zu groß. Denn um Geld zu verdienen, mussten die Veranstaltungen ausgedehnt werden. Von Anfang März bis zum Ende des Weihnachtsmarktes am 23. Dezember ist Jürgen Köster mittlerweile jedes Jahr fast durchgängig „auf Achse“, legt mit seiner Zugmaschine rund 4000 Kilometer pro Jahr zurück. Produziert werden die Süßwaren, die er verkauft, nun von einem kleinen Familienunternehmen, das sich darauf spezialisiert hat.

Hat sich in all den Jahrzehnten denn nichts verbessert?  „Doch, die Technik. Die Fahrzeuge sind moderner geworden, und man bekommt leichter und schneller Strom“, sagt der Gartenstädter lachend und blickt durchaus optimistisch in die Zukunft: „Die Leute besinnen sich wieder auf die Tradition des Jahrmarkts. Vor allem Familien kommen öfter. Sie sehen: Der Original-Salmi-Lolli oder die selbst gemachten Waffeln schmecken besser als die Nachahmer-Produkte im Supermarkt.“ Dass der Sommermarkt Anfang August in der Innenstadt stattfindet, ist für ihn ein lohnenswerter Versuch: „Mal sehen, wie es ankommt.“

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erstellt am 26.Jul.2016 | 06:30 Uhr

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