zur Navigation springen

Beruf & Karriere

23. Februar 2017 | 19:41 Uhr

Fachhochschule Westküste nimmt Ingenieur stärker an die Hand

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Umstellung von der Schule auf das Studium ist nicht einfach. Den Studienanfängern fehlen nicht nur fachliche, sondern vor allem persönliche Qualifikationen. Und gerade das wird nach der Einführung von G8 noch komplizierter, wenn das Alter der Studienanfänger weiter sinkt. Schon jetzt haben sich an der Fachhochschule Westküste (FHW) in Heide Minderjährige eingeschrieben. „Wenn aber der Anfang nicht gut ist, dann läuft es auch hinterher nicht“, erklärt Professor Dr. Michael Berger, Vizepräsident der FHW.

Probleme, die speziell im Bachelorstudiengang Elektrotechnik und Informationstechnik ausgeräumt werden sollen, in dem zurzeit 150 Studierende eingeschrieben sind. 200 sollen es in den kommenden Jahren werden.

Unterstützt wird die FHW dabei vom VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) – dem mit über 3100 mittelständischen Unternehmen der Investitionsgüterindustrie größten Industrieverband in Europa. Betriebe, die dringend auf gut ausgebildete Ingenieure angewiesen sind.

Mit der VDMA-Maschinenhaus-Initiative werden Hochschulen unter die Lupe genommen, um den Studienerfolg zu erhöhen und die Abbrecherquote in den Studiengängen des Maschinenbaus und der Elektrotechnik zu reduzieren.

„Unser Bedarf an hoch qualifizierten Mitarbeitern ist ungebrochen“, betont VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge. Und wird vermutlich noch steigen. Denn fast die Hälfte der im Maschinen- und Anlagenbau tätigen Ingenieure sei heute älter als 45 Jahre. „Wir engagieren uns als Verband gemeinsam mit den Hochschulen dafür, dass mehr junge Leute als bisher ihr Ingenieurstudium erfolgreich abschließen“, erläutert Thilo Weber, Referent im Bereich Bildung des VDMA. „Gerade mit Blick auf die in Norddeutschland angesiedelten Unternehmen des allgemeinen Maschinenbaus und insbesondere der Windenergiebranche sind Elektroingenieure in der Region gefragt.“

Als Konsequenz aus den Untersuchungen des VDMA und des HIS-Instituts für Hochschulentwicklung, die Ende des vergangenen Jahres begannen, will die FHW bereits zum Semesterbeginn im Herbst erste Veränderungen vornehmen. Ganz gezielt sollen die Erstsemester auf das Studium vorbereitet werden. Gleich in der ersten Woche, müssen Studenten einen Test machen, nach dem die Professoren die Anfänger fachlich und persönlich einschätzen können. Stärken und Schwächen werden ihnen aufgezeigt und in persönlichen Gesprächen Angebote zur individuellen Förderung angeboten. Berger: „Wir haben die Aufgabe, dass es genügend Ingenieure gibt und das nehmen wir auch ernst.“

Kernelement ist die Anfangsbetreuung – „da werden wir die meiste Energie reinstecken“, so Berger, Vizepräsident der FHW. Rund zwei Drittel schaffen an der FHW den Abschluss. 80 Prozent sollen es nach den Vorstellungen von Berger werden. „Als Hochschule stehen wir in der Verantwortung, das persönliche Scheitern der Studierenden zu verhindern“, betont auch Professor Dr. Stephan Hußmann, Dekan des Fachbereichs Technik.

Sechs Monate nehmen Mitarbeiter des VDMA die Lehrangebote unter die Lupe, sprechen mit Professoren, Studenten und Unternehmen. Schwachstellen werden aufgezeigt, konkrete Tipps angeboten und Good-Practice-Beispiele anderer Hochschulen zum Nachahmen angeboten – die in einer Art Ideenbörse gesammelt werden. Berger: „Eine so intensive Beratung hätte uns ohne VDMA sicher mehr als zehntausend Euro gekostet. Da geht es wirklich um konkrete Tipps und Verbesserungen.“ Noch vor der Sommerpause wird es den Abschluss-Workshop in Heide geben, bei dem die FHW dann in den Kreis der Transfer-Hochschulen aufgenommen wird. Der Fachbereich Maschinenbau der FH Kiel hatte diesen Titel zum Jahresbeginn 2015 bereits erworben. Bundesweit beteiligen sich insgesamt 27 Hochschulen.

 

Infos: http://www.vdma.org/maschinenhaus

zur Startseite

von
erstellt am 13.Jun.2015 | 03:13 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen