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AzubIZ

08. Dezember 2016 | 12:51 Uhr

Beliebte Ausbildung : Sanitär-Heizung-Klimatechnik im digitalen Zeitalter

vom

Bundesweit 11000 neue Lehrverträge im Jahr 2015 - die duale Ausbildung zum Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) ist beliebt. Zum 1. August wurde die Ausbildungsordnung modernisiert.

Auch im Bereich Sanitär, Heizung, Klima hält die Digitalisierung Einzug. Vernetzte Systemtechnik wie Smart Home-Systeme und das Thema Nachhaltigkeit gewinnen an Bedeutung. Nachhaltige Energie- und Ressourcennutzung, neue Systeme für das Management von Gebäuden, deren Installation und die entsprechende Kundenberatung sind stärker gefragt. Die dreieinhalbjährige handwerkliche und industrielle Ausbildung der Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) wurde daher modernisiert überarbeitet.

Ganz neu: Systeme im Gebäudemanagement

Das Thema Gebäudemanagementsysteme ist neu im Ausbildungsrahmenplan. Angehende Anlagenmechaniker SHK erwerben insbesondere umfassende Kenntnisse über Regelungs-, Gebäudeleit- und Datenaustauschsysteme sowie über Möglichkeiten der Fernüberwachung von Gebäuden. Sie lernen, hierüber die Kunden zu beraten und die entsprechenden Systeme zu installieren. Dazu gehört auch, gerätespezifische Software, zum Beispiel Apps, anzuwenden. Dabei gilt es, gewerkeübergreifende Zusammenhänge und die Anforderungen an energetische Gebäudestandards und Energieeffizienz zu berücksichtigen; das Haus wird hierbei als energetisches Gesamtsystem gesehen.

Eine größere Bedeutung bekommt künftig die Durchführung von Hygienemaßnahmen bei Trinkwasser-, Brauchwasser- und Lüftungssystemen; auch die Kundenberatung über Hygienerisiken ist Teil der modernisierten Ausbildung. Verschärfte Vorschriften, moderne Techniken und anspruchsvollere Systeme sind der Grund, dass es erstmals eine entsprechende eigene „Berufsbildposition“, also eine Festschreibung eines charakteristischen Ausbildungs- und Berufsinhalts gibt.

Die modernisierte Ausbildungsordnung umfasst die Einsatzgebiete Sanitärtechnik, Heizungstechnik, Lüftungs- und Klimatechnik sowie Erneuerbare Energien und Umwelttechnik. Zu den wesentlichen Inhalten der Ausbildung gehören neben den genannten Bereichen unter anderem die Montage und Demontage, Inbetriebnahme und Instandhaltung von ver- und entsorgungstechnischen Anlagen, Systemen und deren Komponenten sowie von Rohrleitungen und Kanälen, die Anwendung von Anlagen- und Systemtechnik sowie das Installieren und Prüfen von elektrischen Baugruppen und Komponenten an diesen Anlagen und Systemen. Bei all diesen Aufgaben und bei der Übergabe an die Kunden samt Einweisung in die Bedienung der Anlagen und Systeme spielt zudem die Kundenorientierung eine große Rolle.

Da der Beruf mit der Neuordnung der Berufsgruppe der Metallberufe zugeordnet ist, erfolgt die schulische Ausbildung im 1. Ausbildungsjahr künftig mit den industriellen und handwerklichen Metallberufen. In die Berufsausbildung integriert ist die Ausbildung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten. Diese Bezeichnung darf der Anlagenmechaniker dann nach der Ausbildung zusätzlich führen, sofern er vom Betrieb hierzu benannt wird.

Neu ist auch die Prüfungsform der gestreckten Abschluss- oder Gesellenprüfung – je nachdem, ob die Prüfung in der Industrie oder im Handwerk abgelegt wird: Schon vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet der erste Teil der Prüfung – der 30 Prozent der Endnote ausmacht und den Bereich Versorgungstechnik betrifft – statt. Teil 2 der Prüfung erfolgt zum Ende der Ausbildung und umfasst die Bereiche Kundenauftrag, Arbeitsplanung, Systemanalyse und Instandsetzung sowie Wirtschaft und Sozialkunde.

Anlagenmechaniker SHK werden zwar auch in der Industrie ausgebildet, überwiegend findet die Ausbildung jedoch in Handwerksbetrieben statt. Die Übernahmechancen sind sehr gut. Im Anschluss an die Ausbildung besteht die Möglichkeit einer qualifizierten Fortbildung zum Installateur- und Heizungsbauermeister, zum Geprüften Netzmeister, sowie zu den einschlägigen Hochschulausbildungen wie Versorgungstechnik, Facility Management oder Maschinenbau. Darüber hinaus ist auch eine Fortbildung zum Staatlich geprüften Techniker in den entsprechenden Fachrichtungen (Heizungs-, Lüftungs-, Klima-, Sanitär- oder Maschinentechnik) möglich.

Weitere Informationen zur neuen Ausbildungsordnung „Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“ unter www.bibb.de/neue-berufe

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erstellt am 13.Sep.2016 | 12:57 Uhr

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