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AzubIZ

06. Dezember 2016 | 09:15 Uhr

Gute Zukunftsaussichten : Neue Chancen in alten Berufen nutzen

vom

Manches alte Handwerk hat Jahrhunderte überlebt und ist heute zu Unrecht aus dem Blick junger Leute geraten. Denn was mittelalterlich erscheint, ist es oftmals gar nicht.

Einige historische Berufe werden bis heute geschätzt und gebraucht. Manche erleben sogar eine Renaissance. Hier ein Überblick über einige traditionelle Ausbildungsberufe mit Zukunft.

Foto: dpa
 

BAUER Einer der ältesten Berufe überhaupt. Allerdings spricht man heute meist vom Landwirt bzw. der Landwirtin. Sie erzeugen pflanzliche sowie tierische Produkte und verkaufen diese. Abhängig von der Jahreszeit bearbeiten sie Böden. Dazu gehört die Auswahl von Saatgut ebenso wie das Mähen, Düngen und Pflegen von Pflanzen.

Meist kommen dafür heute moderne Nutzfahrzeuge zum Einsatz, die sie nicht nur bedienen und überwachen, sondern auch warten. Nach der Ernte lagern oder konservieren sie ihre Erzeugnisse oder vermarkten sie. In der Tierhaltung füttern, tränken und pflegen sie Nutztiere und reinigen Ställe. Auch die Buchführung gehört zu ihren Aufgaben. Wer diesen Beruf wählt, sollte körperlich fit sein und das Arbeiten im Freien mögen. Später arbeiten sie entweder im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb oder in einem landwirtschaftlichen Großbetrieb.

Ausbildungssteckbrief: 3 Jahre duale Ausbildung, meist wird ein mittlerer Bildungsabschluss bzw. Hauptschulabschluss erwartet. Die Vergütung startet im 1. Ausbildungsjahr bei ca. 530 € und steigert sich im 3. Jahr auf bis zu 730 €.

 

BUCHBINDER Wer sich für diesen anspruchsvollen Ausbildungsberuf entscheidet, sollte ein Abitur in der Tasche haben. Denn von angehenden Azubis wird meist Hochschulreife verlangt. Buchbinder/innen gestalten buchbinderische Erzeugnisse in Einzel-, Sonder- oder maschineller Fertigung. Sie reparieren aber auch Bücher und führen Sonderanfertigungen mit individuellen Vergoldungen, Einfassungen oder Applikationen aus. Auch verstärken und überziehen sie Pläne, Landkarten, Fotos oder Bilder, rahmen diese ein oder stellen Passepartouts her. Sie bestimmen Material und Arbeitsabläufe und überwachen zudem die Produktion von Büchern.

Ausbildungssteckbrief: 3 Jahre duale Ausbildung, meist ist Hochschulreife (Abitur) erwünscht, Gehalt ab 366 € im 1. Ausbildungsjahr bis zu 506 € im 3. Jahr.

 

Foto: Jens Büttner/dpa
 

ORGELBAUER Die Berufsbezeichnung lautet heute Orgel- und Harmoniumbauer /innen der Fachrichtung Orgelbau. Für diesen Beruf braucht man handwerkliches Geschick. Denn Orgelbauer planen und fertigen Orgelgehäuse, Spieltische mit allen Klaviaturen und Registerknöpfen, Windladen und Trakturen. Dabei berücksichtigen sie nicht nur die Kundenwünsche, sondern auch die akustischen, architektonischen und klimatischen Bedingungen des Raumes, in dem die Orgel stehen soll. Sie montieren Orgeln und stimmen sie. Zudem warten, pflegen und reparieren bzw. restaurieren sie Orgeln bzw. Orgelteile und beraten Kunden. In diesem Beruf ist man also später meist viel unterwegs.

Ausbildungssteckbrief: 3,5 Jahre duale Ausbildung, meist wird von Azubis Hochschulreife (Abitur) verlangt, Gehalt ab 400 € im 1. Ausbildungsjahr (im Handwerk) und bis zu 600 € im 4. Ausbildungsjahr. Bei Ausbildern in der Industrie ist die Vergütung höher.

 

Foto: Winsmann/djv
 

JÄGER Für den Abschuss auf „Bambis“ lauern? Damit hat der Beruf des Jägers – heute Revierjäger/in genannt - so gar nichts gemein. Wenn ein Revierjäger heute tatsächlich in einen Hochsitz klettert, dann geht es meist ums Gucken, nicht ums Schießen. Denn sie bewirtschaften nach jagdrechtlichen Vorschriften ein Jagdrevier. Und dazu gehören Aufgaben wie der Erhalt des Hoch- und Niederwildbestandes, das Anlegen von Äsungsflächen, der Schutz vor Wilderern, das Versorgen von Winter-Futterstellen etc. Gejagt wird nur, um den Wildbestand zu regulieren. Später arbeitet man in Jagd- und Forstverwaltungen bzw. –betrieben.

Ausbildungssteckbrief: 3 Jahre duale Ausbildung, mittlerer Bildungsabschluss erforderlich, Gehalt ab 530 € im 1. Ausbildungsjahr und bis zu 730 € im 3. Lehrjahr.

 

Foto: crimson/fotolia
 

SCHÄFER Heute wird dieser Ausbildungsberuf als Tierwirt/in mit Fachrichtung Schäferei bezeichnet - ein anspruchsvoller und vielseitiger Beruf. Sie züchten z.B. Qualitätstiere für die Vermehrung, halten Schafe für die Gewinnung von Fleisch, Milch und Wolle, sie versorgen und füttern Schafe, ziehen Jungtiere auf und pflegen kranke Tiere. Sie müssen scheren, melken und schlachten können. Für das Hüten einer Herde bilden sie Hunde aus. Für die Koppelhaltung bauen sie Koppeln und erstellen Weidepläne. Durch die Beweidung leisten sie wichtige Landschaftspflege. Später arbeitet man meist selbständig z.B. in Guts- oder Wanderschäfereien.

Ausbildungssteckbrief: 3 Jahre duale Ausbildung, mittlerer Bildungsabschluss bzw. Hauptschulabschluss erwünscht, Gehalt ab ca. 530 € im 1. Ausbildungsjahr und bis zu ca. 730 € im 3. Lehrjahr.

 

SCHUSTER Auch hier gibt es natürliche eine aktuelle Berufsbezeichnung - die des Schuhmachers bzw. der Schuhmacherin. Aber bis heute stellen sie hauptsächlich Maßschuhe her, z.B. Ballerinas, Pumps, Halbschuhe… Dafür wird an den Füßen der Kunden Maß genommen. Diese Maße übertragen sie später auf ein hölzernes Modell (Leisten) und richten dieses auf die passende Form und Größe zu. Anhand der Leisten zeichnen sie Schnittmuster, mit denen sie die einzelnen Schuhbestandteile aus dem gewählten Material schneiden. Sie steppen das Schuhoberteil (Schaft) mit dem Innenfutter zusammen und verbinden es mit dem Bodenteil. Auch Sohlen und Absätze bringen Schuhmacher an. Sie reparieren zudem defektes Schuhwerk, z.B. tauschen sie Sohlen aus. Dafür brauchen sie handwerkliches Geschick.

Ausbildungssteckbrief: 3 Jahre duale Ausbildung, in der Praxis werden Azubis mit Hauptschulabschluss bis hin zur Hochschulreife (Abitur) eingestellt, Gehalt von ca. 280 € im 1. Ausbildungsjahr bis hin zu ca. 535 € im 3.Ausbildungsjahr.

 

Foto: ZDB/dpa/gms
 

ZIMMERMANN Der wie man heute sagt Zimmerer/die Zimmerin arbeiten nach wie vor mit Holz. Sie bauen Holzhäuser und Dachstühle oder nehmen Innenausbauten vor. Sie errichten Fachwerkkonstruktionen, passen Fenster, Türen, Treppen und Holzdecken ein, die sie ggf. auch selbst gefertigt haben. Sie stellen Betonschalungen aus Holz her, montieren Wandverkleidungen und Trennwände. Zudem sanieren sie Altbauten und restaurieren historische Holzarbeiten. Dabei arbeiten sie u.a. nach Bauplänen. Bis heute hat sich die schwarze Zunftkleidung mit weißen Knöpfen erhalten. Manche Gesellen gehen wie früher sogar wieder auf Wanderschaft (Walz).

Ausbildungssteckbrief: 3 Jahre duale Ausbildung, meist werden Azubis mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Bildungsabschluss eingestellt, das Gehalt liegt im 1. Ausbildungsjahr bei ca. 609 €, kann sich im 3. Jahr auf bis zu 1.339 € steigern.

 

Weitere Infos: Diese und hunderte andere Berufe werden ausführlich unter www.planet-beruf.de vorgestellt.

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erstellt am 27.Jul.2016 | 16:43 Uhr

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