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AzubIZ

02. Dezember 2016 | 21:05 Uhr

Den eigenen Weg finden : Entdecke Deine Stärken

vom

Bewerbungstrainerin Rita Zankl-Harbeck erklärt Berufsstartern, wie sie genau dahin kommen, wo sie sich beruflich wohlfühlen. Sie weiß aus Erfahrung, dass Jugendliche oft selbst gar nicht wissen, welche Talente sie haben.

Foto: fotolia
 

Lange war sich Lukas W. sicher, dass er mehr mit Zahlen und Berechnungen machen wollte und hatte deshalb das Uni-Studium zum Wirtschaftsmathematiker begonnen. Nun stellte er fest, dass ihm der hohe Theorieanteil überhaupt keinen Spaß machte. Auch sein Lehramtsstudium zuvor hatte er abgebrochen. Irgendwie passte nichts mehr, er war verunsichert und fühlte sich nicht in der Lage eine Entscheidung zu treffen. Immer wieder fragte er sich: „Was kann ich überhaupt?“ und „Was soll ich machen?“. Zudem nagte die Angst, dass Arbeitgeber ihn für sprunghaft und unfähig halten könnten.

Ähnlich ging es Anna T., die bereits eine Ausbildung zur Krankenschwester begonnen und abgebrochen hatte. Nach vielen Bewerbungen und Absagen hatte sie ihr Vertrauen in sich fast verloren.

Als Bewerbungscoach kennt Rita Zankl-Harbeck aus Hohenwestedt diese Entwicklungen aus ihrer Beratungspraxis. „Viele Jugendliche verlieren in diesen schwierigen Situationen ihr Selbstvertrauen, ihre Zuversicht und dann auch die Motivation. Daher ist es wichtig, sich auf den grundlegenden Eckpfeiler einer erfolgreichen Berufswahl zu besinnen“, sagt die Bewerbungsexpertin. „Ich trainiere oft mit Schulabgängern. In so manchen Trainings habe ich erfahren, dass viele Schulabgänger oft wenig über ihre Stärken und Talente wissen. In einer Potenzialanalyse erarbeite ich mit meinen Coachees daher zuerst ihre Stärken und fachlichen Kenntnisse. Dabei erkennen viele meiner jungen Kunden, dass sie viel mehr können als sie dachten. Und so kann auch das Selbstbewusstsein wieder wachsen.“

Auf dem Weg zum Wunschberuf ist es ebenso wichtig, die eigenen Interessen, die persönlichen Rahmenbedingungen und die eigene Wertehaltung anzuschauen und einzubinden. Ein wichtiger Aspekt sind auch die eigenen Vorlieben.  Jeder Jugendliche oder Berufstätige sollte sich fragen, was ihm besonders liegt,  z.B. Menschen beraten, Akten bearbeiten, helfen, rechnen, praktisch arbeiten... und natürlich auch, was gar nicht zur eigenen Person passt. Die Schnittstellen aus dieser Übersicht zeigen ein erstes Bild und lassen Ideen reifen. Schritt für Schritt entsteht so das persönliche Mosaik der Kompetenzen und beruflichen Ziele.

„Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit über Tests wie dem www.powertest.abi.de einige Anregungen für geeignete Studien- oder Ausbildungsberufe zu bekommen“, sagt Rita Zankl-Harbeck. Gleichzeitig ist es wichtig, auch einen Blick auf die realistischen Bedingungen des Wunschberufes zu werfen. „Schulabgänger und Wechsler sollten frühzeitig Informationen über Berufsbilder, verschiedene Studienvarianten und Unternehmen sammeln: auf Berufsinformationsbörsen ebenso wie auf Messen, im Internet (z. B. www.berufenet.de oder www.aubi-plus.de), über das Arbeitsamt und vor allem durch Informationen „aus erster Hand“ d.h. durch Praktika oder direkt von Berufstätigen, Auszubildenden oder Studenten.“ empfiehlt Rita Zankl-Harbeck.

Durch die intensive Beschäftigung mit den verschiedenen Berufen und der alltäglichen Praxis, werden häufig erst die Anforderungen und Aufgaben des Berufes klar. Im Coaching kann nun der Schüler die Voraussetzungen für das Berufsbild mit seinen persönlichen Voraussetzungen und Zielen abstimmen und sich dann gezielt bewerben oder das passende Studium wählen. „Der Coach ist dabei wie ein Lotse, der mit Hilfe von Fragen, ressourcen- und lösungsorientierten Methoden und Anregungen Licht ins Dunkel bringen kann - damit der Coachee seine persönlichen Fähigkeiten wieder optimal für sich und das Erreichen seiner Ziele nutzen kann.“ erklärt Coach Zankl-Harbeck.

Lukas W. und Anna T. sind beide einen großen Schritt weiter.  Lukas hat erkannt, dass er sehr gut mit Zahlen jonglieren kann, aber eben den praktischen Bezug braucht und auf keinen Fall unterrichten möchte. Er hat ein duales Studium bei einem Sportartikelhersteller begonnen und arbeitet nun in einem Unternehmen, dessen Produkte ihn begeistern. Besonders klasse findet er den hohen Praxisanteil mit der Perspektive auf  Auslandseinsätze bereits im Studium.

Anna weiß nun, dass sie auf jeden Fall im Gesundheitswesen bleiben will: Gesundheit und helfen sind ihr wichtig  – doch eben lieber in Verbindung mit der kaufmännischen Seite. Sie hat nun eine Ausbildung als Kauffrau im Gesundheitswesen angefangen und ist mit dieser 3-jährigen Ausbildung genau dort angekommen, wo sie hinwollte.

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erstellt am 27.Jul.2016 | 17:19 Uhr

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