zur Navigation springen

Bauen & Wohnen

10. Dezember 2016 | 06:05 Uhr

Heizen mit Holz : Kaminofen-Tipps vom Schornsteinfeger

vom

Design, Klimaschutz, günstige Heizkosten: Es gibt einige Gründe, sich für einen Kaminofen zu entscheiden. Bevor es jedoch an die Auswahl eines Modells geht, sind einige grundsätzliche Fragen zu klären.

Heizen mit Holz boomt und ist längst nicht immer rustikal. Die aktuellen Kaminöfen passen mit ihren schlanken Formen und neuen Farben in fast jedes Wohnambiente. Außerdem leisten sie mit regenerativen Brennstoffen einen Beitrag zum Klimaschutz. Es gibt also gleich mehrere gute Gründe, einen der behaglichen Wärmespender aufzustellen. Fragen, die es vorher zu klären gilt, gibt es allerdings auch: Wo soll der Kaminofen stehen? Soll nur ein Raum oder sollen mehrere Räume beheizt werden? Gibt es bereits einen Schornstein im Haus? Nach diesen Fragen richtet sich die weitere Planung. Vielleicht müssen auch bauliche Veränderungen vorgenommen werden.

Vorher informieren:  Zulassungen und Verordnungen  Wichtig ist, dass Baustoffe und Kaminöfen für den deutschen Markt zugelassen sind. Für den Kaminofen bedeutet das: Er muss über einen ausreichenden Verwendbarkeitsnachweis (z.B. CE-Kennzeichnung) verfügen und bestimmte Emissionsgrenzwerte einhalten. Entsprechende Informationen zu den einzelnen Ofenmodellen sollten beim Hersteller vorliegen. Erfüllt die neue Feuerstätte die Emissionsgrenzwerte der Stufe 2 nach 1. BImSchV? Damit sind die Anforderungen an geltendes Immissionsrecht erfüllt. Da der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger den angeschlossenen Kaminofen vor der ersten Nutzung baurechtlich abnehmen muss, empfiehlt sich ein gemeinsames Vorgespräch über notwendige Zulassungen, Bescheinigungen und Voraussetzungen. Eventuell anfallende Arbeiten und Kosten rund um den Kaminofen lassen sich dadurch besser einschätzen.

Schornstein: Mehrfachbelegung möglich?  Wie umfangreich die Investition ausfällt, hängt auch vom Schornstein ab. Verfügt das Haus bereits über einen Schornstein, ist der Anschluss eines Kaminofens oft möglich. Entscheidend sind Durchmesser, Länge und die aktuelle Nutzung des Schornsteins. Ist bereits eine Feuerstätte angeschlossen? Der Schornsteinfeger gibt Auskunft darüber, ob eine Mehrfachbelegung zulässig ist und welche Alternativen zur Verfügung stehen. So kann für den Kaminofen ein Edelstahlschornstein an der Gebäudeaußenwand errichtet werden, falls ein vorhandender Schornstein nicht geeignet ist. Feuerstätten mit Gebläse benötigen immer einen eigenen Schornstein.

Brandschutz: Auf Abstände achten  Grundsätzlich dürfen keine brennbaren Materialien in unmittelbarer Nähe des Ofens und Ofenrohrs verarbeitet sein. Dazu zählen Holzpaneele, Möbel, Vorhänge etc. In der Regel beträgt der erforderliche Mindestabstand rund um Feuerstätte und Ofenrohr 40 Zentimeter. In Räumen mit Holz- oder anderen brennbaren Fußböden muss zusätzlich eine Bodenplatte aus Glas, Stein oder Stahlblech als Schutz vor herausfallender Glut angebracht werden. Sie soll den Ofen nach vorne um 50 Zentimeter, an den Seiten um 30 Zentimeter überragen.

Verbrennungsluft: Wie dicht ist mein Zuhause?  In gut gedämmten, luftdichten Gebäuden und Häusern mit kontrollierter Wohnraumlüftung ist eine raumluftunabhängige Feuerstätte (mit Zulassung nach DIBt) empfehlenswert. In diesem Fall wird dem Ofen Verbrennungsluft über Leitungen direkt von außen zugeführt. Bei raumluftabhängigen Feuerstätten reichen oftmals Türlüftungsgitter oder die Undichtheiten von Fenstern aus, um den Ofen ausreichend mit Verbrennungsluft zu versorgen. Zu beachten sind grundsätzlich luftabsaugende Anlagen in der Wohneinheit. Lüftungsanlagen oder Dunstabzugshauben dürfen unter Umständen nicht gleichzeitig mit dem Kaminofen genutzt werden. Es könnte ein Unterdruck entstehen, der Abgase aus dem Ofen in den Raum hineinsaugt. Aus diesem Grund ist in bestimmten Fällen ein zusätzliches Sicherheitssystem vorgeschrieben. Ein Fensterkontaktschalter stellt beispielsweise sicher, dass Abluftsystem und Kaminofen nur bei gekipptem Fenster gleichzeitig betrieben werden. Luftdruckwächter schalten Lüftungs- bzw. Dunstabzugsanlagen oder Feuerstätten ab, sobald sie einen bestimmten Unterdruck im Raum feststellen.

Tipps: Daran sollten Sie auch denken

• Brennstofflager: Am besten draußen, überdacht auf einer trockenen Unterlage mit ausreichender Belüftung.

• Termin für Bauabnahme: Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger muss vor der ersten Nutzung die Betriebs- und Brandsicherheit des Kaminofens sowie des Schornsteins überprüfen.

• Schornsteinfegerarbeiten: Wie oft der Schornstein gereinigt werden muss, richtet sich auch nach der Häufigkeit der Nutzung und nach der Rußbildung.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Nov.2016 | 10:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen