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Anzeige - Die HausCompagnie

02. Dezember 2016 | 21:05 Uhr

Vorsicht vor Mühe, Ärger und Mehrkosten : Hausbau: Lohnt sich Eigenleistung?

vom

Beim Hausbau stehen Bauherren vor der Frage, ob sie für eine niedrigere Kaufsumme Eigenleistung erbringen möchten. Viele von ihnen entscheiden sich dafür – und zahlen dabei unter dem Strich drauf.

Dachform, Fliesenfarbe, Energieeffizienzklasse, Etagenanzahl – bei der Planung eines Massivhauses können Bauherren viele Bauteile ihres künftigen Eigenheims nach ihrer persönlichen Vorstellung zusammenstellen. Dabei gilt es eine ganze Reihe von großen und kleinen Entscheidungen zu treffen. Zu den großen Entscheidungen zählt die Wahl der Ausbaustufe eines Massivhauses. Entweder der Käufer entscheidet sich dafür, dass der Bauträger alle Bauphasen übernimmt und ihm ein bezugsfertiges Haus liefert. Oder er wählt eine geringere Ausbaustufe und packt beim Innenausbau selbst mit an. Durch die erbrachte Eigenleistung reduziert sich nicht nur die Kaufsumme, auch bei der Kreditverhandlung mit den Banken kann sie Vorteile bringen.

Banken belohnen Eigenleistung beim Hausbau, indem sie die Eigenkapitalquote des Häuslebauers erhöhen. Die Quote bezeichnet das Verhältnis des bereits angesparten Eigenkapitals zur gesamten Investitionssumme. Helfen Sie beim Ausbau Ihres Hauses mit, bewerten Kreditgeber die Eigenleistung als Eigenkapitalersatz mit bis zu 20.000 Euro. Diesen Bonus gibt es allerdings nicht auf Vertrauensbasis. Banken fordern für die Berücksichtigung der so genannten „Muskelhypothek“ einen Nachweis Ihrer fachlichen Kompetenz. Während der Bauphase müssen Sie darüber hinaus Ihre geleisteten Arbeiten detailliert auflisten. Die Muskelhypothek zahlt sich allerdings nicht immer aus. Viele Häuslebauer schätzen den Arbeitsaufwand, ihre Fähigkeiten und die finanziellen Einsparungen falsch ein.
 

Eigenleistung beim Hausbau realistisch einschätzen
Verschiedene Ausbauschritte können Hausherrn in spe selbst übernehmen. Dazu zählen einfachere Arbeiten wie Fliesen und Parkett verlegen, Türen einsetzen, Wärmedämmung einbringen, Streichen oder auch die Gartengestaltung. Obwohl diese Ausbauarbeiten im Gegensatz zur Elektroinstallation oder Sanitärarbeiten nicht sicherheitsrelevant sind, sollten Sie in den Bereichen Erfahrung mitbringen und sehr viel handwerkliches Geschick an den Tag legen. Denn: Zeit ist Geld – auch für Sie.

Selbstverständlich erledigen Profis die anfallenden Arbeiten des Innenausbaus schneller und akkurater als Hobbyhandwerker. Für Einsparungen bei der Kaufsumme nehmen viele Häuslebauer allerdings kleinere Unfeinheiten in Kauf. Häufig unterschätzen sie jedoch die Anstrengung, die die Doppelbelastung von Berufsalltag und Arbeit auf der Baustelle mit sich bringen. In der Regel nehmen die Ausbauarbeiten in Eigenregie sehr viel mehr Zeit in Anspruch, als bei der Bauplanung dafür angesetzt wurde. Zudem vergessen viele, dass nicht nur die handwerklichen Arbeiten erbracht werden müssen, sondern auch das Material besorgt werden muss. Und hier zahlt der Privatkäufer immer drauf. Kauft der Bauträger die Materialien bei den Lieferanten, kann er sehr viel günstigere Preise aushandeln als ein Privatkunde. Zu den erhöhten Investitionskosten für das Baumaterial kommen noch die Ausgaben, die für die Anschaffung von Werkzeugen anfallen, Versicherungskosten für die Bauhelfer und weitere finanzielle Risiken während und nach der geplanten Eigenleistung.

Finanzielle Risiken der Eigenleistung
Eine echte Herausforderung bei der Bauplanung stellt für den Hobbyhandwerker das realistische Einschätzen des Arbeitsaufwandes und der Arbeitszeit dar. Bereits durch einen unvorhergesehenen Krankheitstag verschieben sich die ineinandergreifenden Bauphasen, Anschlussarbeiten können nicht nach Plan stattfinden – und das kann im Zweifelsfalle teuer werden. Denn: Kann ein Handwerksunternehmen durch Ihre Schuld nicht wie abgesprochen mit den Arbeiten beginnen, kann es Schadenersatz von Ihnen fordern. Noch teurer wird es allerdings, wenn es zu Schäden an Ihrem Haus kommt, die durch mangelhafte Eigenleistung verursacht wurde. Dann springt keine Versicherung ein. Die Muskelhypothek zahlt sich in der Regel also nur dann aus, wenn Semiprofis zu Werke gehen. Können Sie nicht auf eine handwerkliche Ausbildung zurückgreifen, ersparen Sie sich viel Mühe, Ärger und Kosten, wenn Sie Ihr Massivhaus bezugsfertig bestellen. Dann können Sie Ihr neues Eigenheim am Tag der Schlüsselübergabe pünktlich beziehen – ganz stressfrei und ohne versteckte Kosten.

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erstellt am 21.Sep.2016 | 12:56 Uhr

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