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Schadenersatz : Winter-Unfall mit Sommerreifen: Wann zahlt die Versicherung

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Viele Autofahrer sorgen für den Verkehr im Winter vor und wechseln die Reifen. Wer das nicht tut und einen Unfall baut, muss für den Schaden selber haften. In manchen Fällen muss jedoch die Versicherung die Kosten übernehmen.

Autofahrer können im Winter ihren Versicherungsschutz riskieren, wenn sie ohne Winterreifen unterwegs sind. Doch wenn sie dabei nicht grob fahrlässig handeln, muss unter Umständen die Versicherung dennoch zahlen, wenn es zu einem Unfall kommt.

Das lässt sich aus einem Urteil des Amtsgerichts Papenburg ablesen (Az.: 20 C 322/15), auf das die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist. Im Januar war ein Autofahrer gegen 5.00 Uhr morgens von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Seine Versicherung wollte ihm seinen Schaden nur zur Hälfte erstatten. Begründung: Der Mann fuhr auf Sommerreifen.

Das sah das Gericht anders. Zwar sei es geboten, bei lediglich 1,8 Grad Winterreifen zu nutzen. Doch an jenem Morgen gab es weder Schnee, Glätte oder Regen. Auch habe der Fahrer unterwegs keine Probleme gehabt und sich nicht grob fahrlässig verhalten. So müsse ihm der volle Betrag ersetzt werden.

Generell gilt in Deutschland eine situative Winterreifenpflicht, die sich nicht nach Zeiträumen orientiert. «Das heißt, dass Autofahrer auf Winterreifen fahren müssen, wenn es die winterlichen Straßenverhältnisse gebieten», sagt Rechtsanwalt Frank Häcker vom DAV.

Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht

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erstellt am 03.Mär.2017 | 04:06 Uhr

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