zur Navigation springen

Auto & Verkehr

06. Dezember 2016 | 15:06 Uhr

Vollbremsung im Linienbus : Vollbremsung im Linienbus: Kläger bekommt Schmerzensgeld

vom

Das kann passieren: Ein Bus wird zur Vollbremsung gezwungen. Fahrgäste werden verletzt. Ist der Busfahrer dabei unachtsam gewesen, könnte Schmerzensgeld fällig werden.

Bremst ein Linienbus außergewöhnlich stark, können Fahrgäste auf Schadenersatz und Schmerzensgeld hoffen, wenn sie sich trotz Festhaltens verletzen. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main hervor.

Über die Entscheidung berichtet die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Im konkreten Fall musste ein Busfahrer auf die Gegenfahrbahn ausweichen. Ein entgegenkommendes Fahrzeug sah er dabei zu spät und legte eine Vollbremsung ein. Dabei wurden drei Fahrgäste von ihren Sitzen gerissen. Ein Mann erlitt einen Oberschenkelhalsbruch. Er klagte auf Schadenersatz und Schmerzensgeld.

Mit Erfolg (Az.: 12 U 16/14). Zwar müssen Fahrgäste generell selbst für sicheren Halt sorgen und sich ausreichend festhalten. Wenn sie bei einem Manöver stürzen, sei zunächst anzunehmen, dass sie dies nicht gemacht haben. Doch im konkreten Fall liege ein «atypischer Fall» vor. Denn trotz der Tatsache, dass die Menschen auf den Sitzen saßen und sich festhielten, kam es bei der Vollbremsung zu den Stürzen. Es sei außerdem zu vermuten, dass der Fahrer aufgrund von Unachtsamkeit so unvermittelt ausweichen und bremsen musste. Daher sei dem Kläger Schadenersatz und ein Schmerzensgeld von 10 000 Euro zuzusprechen.

Anwaltauskunft Verkehrsrecht

zur Startseite

von
erstellt am 29.Jul.2016 | 16:09 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert