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Auto & Verkehr

10. Dezember 2016 | 02:24 Uhr

Freisprechanlage : Straflos davonkommen trotz Handy in der Hand

vom

Telefonieren am Steuer beschert Autofahrern häufig Punkte in Flensburg - zu Recht, schließlich gefährdet das Verhalten die Verkehrsteilnehmer erheblich. Doch wie verhält es sich, wenn das Gerät nicht am Ohr, sondern nur in der Hand gehalten wurde?

Wer während der Autofahrt über die Freisprechanlage seines Handys telefoniert und es dabei ohne weitere Funktionen in der Hand hält, kann ohne Geldbuße und Punkt in Flensburg davonkommen.

Im geschilderten Fall, über den die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet, sollte ein Autofahrer 60 Euro Geldbuße zahlen und einen Punkt in Flensburg bekommen, weil er zwar über die Freisprechanlage telefonierte, aber dabei das Handy in der Hand hielt.

Das hatte laut Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart (Az.: 4 Ss 212/16) keinen Bestand. Wer das Handy lediglich in der Hand halte und keine weiteren Funktionen nutze, verstoße nicht gegen die Straßenverkehrsordnung, wenn er über die Freisprechanlage des Gerätes telefoniere. Laut Gesetz dürfe man ein Handy nicht nutzen, wenn der Fahrer das Telefon dafür aufnehmen oder halten müsse. Da aber da dieses Halten für das Bluetoothfreisprechen eben gerade nicht erforderlich sei, ging der der Fahrer ohne Strafe aus.

In die Hand genommen hatte es der Fahrer nämlich bereits vor der Fahrt, so Rechtsanwalt Frank Häcker vom DAV. «Im Sinne der Verkehrssicherheit ist das sicher kein sehr glückliches Urteil». Aufgrund der großen Gefahren durch die Nutzung des Mobiltelefons am Steuer rät der DAV, während der Fahrt das Handy nicht in die Hand zu nehmen.

Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht

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erstellt am 18.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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