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Auto & Verkehr

09. Dezember 2016 | 01:11 Uhr

Die Franzosen kommen : Citroën C3: Charmeur im Stadtverkehr

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Aus den Augen, aus dem Sinn - in den letzten Jahren hat Citroën viel von seinem Charakter verloren. Doch nachdem sie mit dem C4 Cactus schon eine Trendwende eingeleitet haben, laufen die Franzosen jetzt beim kleinen C3 wieder zu großer Form auf.

Citroën, früher mal die Brutstätte der automobilen Extravaganz, hat zuletzt Autos gebaut, die an Beliebigkeit kaum zu übertreffen waren und deshalb in der grauen Masse versunken sind. Doch damit ist es jetzt vorbei. Schon der C4 Cactus markiert einen vielversprechenden Neuanfang.

Und wenn im Januar zu Preisen ab 11 990 Euro die nächste Auflage des C3 an den Start geht, tragen die Franzosen diese Idee aus der Nische zum ersten Mal in ein Volumensegment. Dann müssen sie sich damit im großen Heer der Kleinwagen gegen Spießer wie den VW Polo genauso behaupten wie gegen Livestyle-Modelle vom Schlage eines Mini oder eines Opel Adam.

Airbumps machen den C3 unverwechselbar

Schon außen ist der 3,99 Meter lange C3 frisch, frech und unkonventionell - nicht umsonst gibt es ihn in 36 Farbkombinationen für Karosserie und Dach, mit dem hohen Bug eines Geländewagens, einem zweigeteilten Gesicht und vor allem mit den charakteristischen Airbumps.

Die sehen mit ihrer unterschiedlichen Färbung und ihrer eigenwilligen Form nicht nur unverwechselbar aus, sondern schützen die Flanken als kratzfeste Luftkissen in gummierten Polstern auch vor den üblichen Remplern im Stadtverkehr.

Überraschung im Innenraum

Mehr noch allerdings überrascht der Kleinwagen im Innenraum. Nicht so sehr wegen seiner Platzverhältnisse, die auch nicht viel besser sind als bei Polo & Co. Und auch nicht wegen seines mit 300 Litern ungewöhnlich großen Kofferraums, vor den die Entwickler eine unnötig hohe Ladekante gesetzt haben. Sondern vor allem wegen seiner einladenden Erscheinung:

Auch wenn man beim C3 überall auf hartes Plastik blickt, lässt man sich einfach gerne in die kuschelig weichen Polster fallen, die eher Sessel sind als Sitze. Und je länger man im Auto herumschaut, desto mehr liebevolle Details wird man in der Kunststoffwüste entdecken. Die Türgriffe zum Beispiel, die an Halteschlaufen von altem Reisegepäck erinnern. Oder das immer wiederkehrende Rechteck der Airbumps, das auch innen überall zum Dekorelement wird.

Softie statt Sportler

So, wie sich die Insassen in die Sessel kuscheln, so kuschelt sich der C3 auch auf die Straße. Weil Komfort eine französische Tugend ist und das Savoir Vivre nicht am Preis hängen darf, ist dem Kleinwagen jede falsch verstandene Sportlichkeit fremd. Selbst wenn er die Basis für ein Rallye-Auto abgibt, ist er betont weich und kompromissbereit abgestimmt. In der Stadt ist das perfekt, weil er auch schlechte Straßen glatt bügelt und sich handlich und agil durch den dichtesten Verkehr zirkeln lässt.

Unter der Haube geht Vernunft vor Vergnügen

Diese unaufgeregte Art spiegelt sich nicht zuletzt in der Motorpallette wieder. Es gibt den C3 mit einer Auswahl von Benzinern und Dieseln zwischen 50 kW/68 PS bis 81 kW/110 PS. Allerdings: Der mittlere Benziner mit 60 kW/82 PS beginnt bei hoher Drehzahl derart laut zu schnattern, dass man die Lust an Raserei schnell verliert. Zumal das mit dem Rasen bei einem Sprintwert von 15,9 Sekunden und einem Spitzentempo von 173 km/h ohnehin so eine Sache ist.

Mit Touchscreen und Facebook-Kamera

Zwar verzichtet Citroën beim C3 auf unnötigen Schnickschnack und meldet sich vom Wettrüsten unter den Kleinwagen ab. Deshalb gibt es weder LED-Scheinwerfer noch eine automatische Abstandsregelung und nicht mal einen sechsten Gang. Doch zumindest an die Generation Smartphone haben die Franzosen gedacht. Der C3 hat deshalb einen Touchscreen, der Schluss macht mit dem Krieg der Knöpfe und bietet eine vernünftige Online-Navigation.

Außerdem bietet er als erstes Auto eine Liveschaltung zu Facebook & Co und lädt auf Wunsch die Fotos oder Videos der sogenannten ConnectedCam in die Sozialen Netzwerke. Und als Unfallzeuge taugt die Kamera obendrein.

Fazit: Charakter ohne Allüren

Der C3 ist einer der wenige Stadtflitzer, die auch ohne Premium-Allüren pfiffig aussehen und der seriös ist, ohne einzuschläfern. So könnte der Kleinwagen für Citroën zu einem großen Wurf werden.

Datenblatt: CitroënC3Puretech 82

Motor und Antrieb

Dreizylinder-Benziner
Hubraum: 1199 ccm
Max. Leistung: 68 kW/82 PS bei 5750 U/min
Max. Drehmoment: 118 Nm bei 2750 U/min
Antrieb: Frontantrieb
Getriebe: 5-Gang-Schaltgetriebe

Maße und Gewichte

Länge: 3,99 m
Breite: 1,83 m
Höhe: 1,47 m
Radstand: 2,54 m
Leergewicht: 1051 kg
Zuladung: 450 kg
Kofferraumvolumen: 300 Liter

Fahrdaten

Höchstgeschwindigkeit: 173 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 15,9 s
Durchschnittsverbrauch: 4,7 Liter/100 km
Reichweite: 960 km
CO2-Emission: 108 g/km
Kraftstoff: Super
Schadstoffklasse: EU6
Energieeffizienzklasse: B

Kosten

Basispreis des Citroen C3: 11 990 Euro
Grundpreis des C3 Puretech 82: 12 890 Euro
Typklassen: k.A.
Kfz-Steuer: 50 Euro/Jahr

Wichtige Serienausstattung

Sicherheit: Front-, Seiten- und Kopfairbags, Müdigkeitswarner, Spurhalte-Assistetent
Komfort: Tempomat, Verkehrszeichenerkennung, elektrische Fensterheber vorn

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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erstellt am 26.Okt.2016 | 04:40 Uhr

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