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Auto & Verkehr

04. Dezember 2016 | 07:16 Uhr

Aktueller Plan : Bald ist Halbzeit beim A 7-Ausbau

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ende des Jahres soll der erste sechsspurige Teilabschnitt freigegeben werden - zwischen Bordesholm und Neumünster Nord.

Neumünster | Es geht schnell. Innerhalb von zwei Minuten schabt die gigantische Fräse, die am Autobahndreieck Bordesholm auf der A7 steht, 25 Tonnen alten Asphalt von der Fahrbahn. Es sind die letzten Arbeiten an diesem 500 Meter langen Abschnitt, die im Dezember abgeschlossen sein sollen. Dann soll zum ersten Mal auf dem ersten Teilstück der ausgebauten A7 – zwischen dem Autobahndreieck und der Anschlussstelle Neumünster Nord – der Verkehr auf beiden Richtungsfahrbahnen auf je drei Spuren laufen. Und bis Ende 2018 soll das für den gesamten 65 Kilometer langen Abschnitt der Autobahn zwischen der Hamburger Stadtgrenze und Bordesholm so sein.

Die Baustellen entlang der A7 sind insbesondere für Pendler eine Belastungsprobe. Doch ist erst einmal alles fertig, werden sie profitieren: Mit dem Ausbau der Spuren wird der Verkehrsfluss zwischen Neumünster und Hamburg verbessert.

Mitten auf der Baustelle steht Peter Schreiber, der Verkehrskoordinator von Via Solutions Nord, die den sechsstreifigen Ausbau der A7 koordiniert und diesen Autobahnabschnitt anschließend betreiben wird. „Das ist schon etwas Besonderes, wenn man hier sieht, wie etwas fertig wird“, sagt Schreiber. „Das ist vor allem wichtig für die Autofahrer, damit sie sehen, dass etwas Neues entsteht, das sie nutzen können.“

Wie das Neue aussieht, das kann Schreiber auf der Baustelle genau zeigen, denn dort gibt es noch Reste des Straßenbelages, der im Zuge des Ausbaus der A7 vor den Olympischen Spielen 1972 verbaut worden ist. „Der Asphalt ist mit allen Schichten rund 30 Zentimeter hoch, der neue Belag ist knapp 40 Zentimeter hoch.“ Dazu sei er belastbarer und länger haltbar.

Zwei Jahre hat der Ausbau der Autobahn bislang gedauert, bald kann Via Solutions Halbzeit feiern. Ende des ersten Quartals 2017 sollen die vier Bauabschnitte, die jetzt noch Baustelle sind, fertig gestellt und für den Verkehr freigegeben werden. Insgesamt sind dann 30 Kilometer Autobahn erneuert. Anschließend werden die anderen dazwischen liegenden vier Teilstücke zur Baustelle. Dort gilt Tempo 80 – bislang war in diesen Entspannungsabschnitten Tempo 120 erlaubt.

„Wir drehen einmal alles um“, sagt Via Solutions-Sprecher Christian Merl, der mit auf die Baustelle gekommen ist. Und: „Wir liegen gut im Zeitplan.“ Merl vergleicht den Ausbau der A7 gern mit einem Schiff. „Ein Ozeandampfer braucht auch seine Zeit um Fahrt aufzunehmen. Das ist bei uns ähnlich – da mussten sich auch erst viele Abstimmungs- und Arbeitsprozesse einspielen, gerade wenn man 1800 Projektbeteiligte mit im Boot hat. Doch mittlerweile läuft alles rund, das Schiff ist auf Kurs.“

Merl freut sich zwar auch über den ersten bald fertigen Abschnitt, aber er denkt jetzt schon weiter, führt bereits viele Gespräche mit Anliegern und Rastplatzbetreibern an den neuen Bauabschnitten, die ab Frühsommer mit Einschränkungen leben müssen. „Mir ist wichtig, dass wir für alle eine möglichst gute Lösung finden.“

Das sieht auch Peter Schreiber so, der bei Via Solutions vor allem darauf achtet, dass der Verkehr läuft – trotz der immensen Bauten auf der größten Autobahnbaustelle Deutschlands. Auch deshalb ist er froh, dass das nördliche Ende des Ausbauabschnittes als erstes fertig werden wird. „Während des Baus gab es hier auf der Abzweigung zur A 215 Richtung Kiel immer mal zur Hauptverkehrszeit Staus“, sagt Schreiber und schaut auf seine Uhr. „Jetzt ist es aber gleich drei, und der Verkehr läuft.“

Wenn in einigen Wochen auch die Restarbeiten abgeschlossen sind, sollen dort wo Schreiber steht aus drei sogar kurzzeitig vier Fahrspuren werden – zwei werden Richtung Kiel führen, zwei Richtung Flensburg. Dass es so kommt, kann nur noch das Wetter verzögern, denn bei Eis und Schnee kann weder asphaltiert noch die neue Fahrbahnmarkierung aufgebracht werden. Doch Schreiber ist zuversichtlich, dass alles klappt, dass auch alle Leitplanken und Schilder rechtzeitig montiert sein werden.

Die Autofahrer werden dann nur noch eine Beschränkung haben. Am Autobahndreieck Bordesholm wird trotz der vielen Spuren wohl weiter ein Tempolimit von 120 gelten – wie in allen anderen Abschnitten, in denen im Zuge des Ausbaus gerade nicht gebaut wird. Erst wer das Autobahndreieck Richtung Norden passiert hat, der kann auch wieder schneller fahren.

Aktuelle Verkehrsmeldungen gibt es hier: www.shz.de/verkehr

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erstellt am 03.Nov.2016 | 20:15 Uhr

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