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Soziales Netzwerk

Facebook-"Chronik" wird Pflicht

25. Januar 2012 | 11:45 Uhr | Von Daniel Bouhs, dapd


Die neue Darstellung der einzelnen Benutzerprofile soll alle Daten eines Nutzers als Lebensgeschichte an einem Ort zusammenführen. Foto: Julian Stratenschulte, dpa

Die neue Darstellung der einzelnen Benutzerprofile soll alle Daten eines Nutzers als Lebensgeschichte an einem Ort zusammenführen. Foto: Julian Stratenschulte, dpa

Die gut 20 Millionen deutschen Nutzer von Facebook haben keine Wahl mehr: Das soziale Netzwerk macht seine interaktiven Lebensläufe "Chronik" zur Pflicht.

Am Mittwoch bestätigte eine Sprecherin von Facebook in Hamburg, dass in den nächsten Wochen alle klassischen Profile mit der neuen Darstellung ersetzt werden. Als die "Chronik" im Dezember eingeführt wurde, war ihre Nutzung noch freiwillig. Doch schon damals hagelte es Bedenken und Kritik.

In der "Chronik" können Nutzer die Einträge ihrer Freunde auch über Jahre zurück abrufen - und dabei gezielt in Jahren oder auch Monaten nachschlagen. Stellt ein Nutzer die Möglichkeit nicht ab, so wird unter anderem auch sichtbar, wann er sich mit anderen Nutzern via Facebook "befreundet" hat. Außerdem versucht Facebook, über die interaktiven Lebensläufe an historisches Material seiner weltweit gut 800 Millionen Nutzer zu gelangen: Sie haben nun die Möglichkeit, Fotos aus ihrer eigenen Vergangenheit nachzutragen - bis zur Geburt.  

Übergangszeit von sieben Tagen    

Die deutsche Facebook-Sprecherin Tina Kulow betonte, "jede und jeder hat sieben Tage, um sich mit der Chronik hoffentlich anzufreunden". Dahinter steht, dass die Plattform die klassischen Profile nicht von einer Sekunde auf die andere umstellt, sondern jedem Nutzer per Vorwarnung eine Woche Zeit gibt, seine persönliche "Chronik" zu bearbeiten. Nutzer können Einträge dabei bewusst verbergen und haben auch nachträglich die Option, Elemente in der "Chronik" auszublenden.

Daten- und Verbraucherschützer hatten bereits vor der "Chronik" gewarnt, als Nutzer diese noch freiwillig aktivieren konnten. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hatte damals im Dezember 2011 bemängelt, Facebook-Mitglieder stünden nun "noch stärker in die Pflicht, alle veröffentlichten Daten, vor allem auch längst vergessene Einträge aus der Vergangenheit, aktiv zu kontrollieren und das eigene Profil regelmäßig aufzuräumen".


 
Leserkommentare
 
GEGEN JEDEN EXTREMISMUS 25.01.2012 14:02
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Bezahlt Facebook eigentlich etwas für diese dauerhafte Präsenz in den Medien???

B. BÖDECKER 25.01.2012 16:13
Facebook

Als Facebook auf den Markt kam,wollte ich erstmal abwarten.Es wurde suspekter, da man innerhalb paar Std 50 "Freunde" mehr hatte usw. Eine Bekannte ist da auch drinne, die mir(Facebook war es!) eine Einladung schickte, ihre Fotos anzusehen.Hinzu kam dann noch die Schwierigkeit, dort wieder rauszukommen.man kann sein Kto dort löschen , ist aber immer noch nicht draussen.Bedarf schon professionelle Hilfe, auf die aber n hingewiesen wird.Das Neuste ist nicht immer das Beste. Erst anschauen, dann entscheiden.Nicht jede Mode steht einem.

B. BÖDECKER 25.01.2012 16:18
Facebook/Nachtrag

wollte sagen, nicht jede Mode muss man mitmachen.



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