STREIFZÜGE DURCHS WEB
Knigge-Rat
Kostenloser Leitfaden für Facebook
Facebook und die "Chronik": Das Internet vergisst nicht. Deswegen ist es umso wichtiger, genau zu prüfen, welche Informationen und Bilder in das Netzwerk gelangen und wer sie sehen darf. Foto: dpa
Haben Sie schon die Bilder Ihrer Silvesterparty bei Facebook gepostet? Deutschlands Benimm-Gremium, der Knigge-Rat, hat das Thema Privatsphäre für sich entdeckt - und warnt jetzt vor allzu leichtfertigem Umgang mit den Sicherheitseinstellungen in Sozialen Netzwerken wie Facebook. "Manche ahnen gar nicht, dass die Partybilder der Silvesternacht plötzlich auf dem Marktplatz des Internets für alle sichtbar sind", sagt Rainer Wälde, Vorsitzender des Knigge-Rates.
Wälde hat deshalb einen kompakten "Privacy Knigge" verfasst. Oberstes Gebot ist für Wälde dabei: Alle Sicherheitseinstellungen aktivieren und genau prüfen, welche Daten öffentlich von Suchmaschinen und fremden Personen eingesehen werden können.
Personenkreise unterscheiden
Wichtig sei es, teilt Wälde mit, zwischen entfernten Bekannten und nahen Freunden zu unterscheiden. Sinnvoll sei deshalb, unterschiedliche Kreise (Google +) bzw. Listen (bspw. Facebook) in den Netzwerken für die verschiedenen Personengruppen wie Familie, Freunde, Sport anzulegen. Viele User wüssten nicht, dass in der Standardeinstellung die Pinnwandeinträge meist öffentlich gepostet und somit für alle sichtbar sind. Wälde empfiehlt: Bei jedem Eintrag einzeln entscheiden, welcher Personenkreis die Nachricht lesen darf.
Alle sozialen Netzwerke bieten die Option, möglichst viele private Daten preis zu geben. Der Knigge-Rat empfiehlt in seinem Leitfaden, genau zu überlegen, ob man seine politischen Ansichten, sexuelle Orientierung oder seinen Familienstand für jedermann öffentlich machen möchte.
Denn: Das Internet vergisst nicht. "Unerwünschte Einträge lassen sich nach Jahren kaum noch löschen, weil die Daten auf ausländischen Servern gespeichert werden, die nicht dem deutschen Recht unterliegen", warnt der Knigge-Rat. Spätfolgen können durch solche Informationen und auch durch unbekümmert hochgeladene private Fotos entstehen. "Überlegen Sie genau, ob Sie diese Bilder auch in drei Jahren noch im Internet unter Ihrem Namen finden möchten. Schützen Sie zudem bei persönlichen Bildern auch die Privatsphäre der anderen Personen, indem Sie diese zuvor ausdrücklich um Erlaubnis fragen."
Den Leitfaden für Soziale Netzwerke "Privacy Knigge" gibt es als PDF zum kostenlosen Download auf www.knigge-rat.de.





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