sh:z Ostseetour

Viel Arbeit, Strapazen und großartige Erlebnisse

10. August 2009 | 08:37 Uhr | Von Holger Schulz

Der Bus der sh:z OstseeTour in Svaneke auf der Westspitze Bornholms. Der Hafen liegt direkt in der pittoresken Stadtmitte.

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Einen Wecker brauche ich nicht. Das erledigt die Sonne. Um halb sieben wache ich auf, schweißgebadet. Rein in die Klamotten und raus aus dem Auto. Das Wasser im Kanister ist noch kühl von der Nacht und treibt mir den Schlaf aus den Augen. Die Kaffeetasse dient erst mal als Zahnputzbecher, während im verbeulten Kessel das Wasser schon dampft. An den Instantkaffee habe ich mich längst gewöhnt.

In 50 Tagen einmal rund um die Ostsee, auf den Spuren des Klimawandels. Es war eine spannende Reise, mit täglich neuen Herausforderungen. So wie die Suche nach dem Übernachtungsplatz, immer mit dem Kompass in der Hand: Freier Blick nach Südosten, das musste sein für die Übertragung meiner Reportagen per Satellit. Meist fand ich wunderschöne Plätze, direkt an der Küste. Aber manchmal war es eine Tankstelle oder der Parkplatz eines Supermarkts, wie in St. Petersburg.

Der Klimawandel betrifft uns alle

Wo gibt es frisches Wasser? Und ein Plumpsklo? Wie betreibt man die Computer über die Autobatterie, ohne nachher Starthilfe zu benötigen? Die meisten Probleme hatte ich schnell im Griff. Gegen die Hitze an sonnigen Tagen half es, das "mobile Büro" richtig zur Sonne auszurichten. Bei der nächtlichen Computerarbeit dagegen gab es nur eins: Zähne zusammen beißen, damit sie nicht gar zu laut klappern. Dass der Navi in Russland nicht funktioniert, habe ich in St. Petersburg leidvoll erfahren: Die Fahrt durch die Stadt zum vereinbarten Treffpunkt dauerte vier Stunden.

Trotz aller Schwierigkeiten und Strapazen: Die sh:z OstseeTour war ein großartiges Abenteuer: Die Ausblicke aus meinem "Arbeitsplatz" auf Schären und Wälder, die Fährpassagen auf zahlreiche Inseln, taghelle Nächte im hohen Norden und dramatische Sonnenuntergänge im Süden. Ich habe faszinierende Menschen getroffen und in den Gesprächen mit ihnen vor allem eines gelernt: Der Klimawandel ist da, und er betrifft uns alle.


 

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