Mittwoch, 29. Juli, 23.30 Uhr
Die Tour ist zu Ende
Kurz vor Lübeck erreiche ich den Süden von Schleswig-Holstein. Vor mehr als 7 Wochen habe ich unser Bundesland an der Nordgrenze verlassen.
Kilometerstand: 9328
Bergenhusen, Deutschland
N 54°22,46', E 09°19,37'
Eine spannende Tour ist zu Ende. Abends um 9 Uhr fahre ich mein Auto in Bergenhusen auf den Hof. Maria, meine liebe Frau, erwartet mich schon, und ich glaube, sie ist nicht weniger glücklich als ich. Es ist schön, wieder zu Hause zu sein. In der Küche ist der Tisch gedeckt, aber ich möchte lieber draußen im Garten sitzen. In einem geschlossenen Raum den letzten Abend der Tour zu verbringen, das scheint mir nicht passend. Es ist ein herrlicher Sommerabend, hier mitten in Schleswig-Holstein, windstill und ungewöhnlich warm. Und so sitzen wir noch bis spät in die Nacht draußen, zwischen blühenden Nachtkerzen und zirpenden Grillen, bei gutem Essen und trockenem Wein. Am Morgen, nach dem Aufstehen, ahne ich noch nicht, dass ich den Abend bereits zu Hause verbringen würde.
Auf der Autobahn geht es zügig noch Nordwesten, ohne besondere Ereignisse, und um die Mittagszeit erreiche ich bei Lübeck Schleswig-Holstein. Eine große Tafel am Straßenrand erinnert daran, dass hier bis 1989 Deutschland und Europa getrennt waren. Damals wäre ein Projekt wie unsere sh:z OstseeTour sicher schwieriger wenn nicht gar unmöglich gewesen. Nach Ostholstein ist es nun nicht mehr weit, und am frühen Nachmittag bin ich in Darry, wo ich Richard Hoemig treffe. Der leidenschaftliche Sportangler erzählt mir, wie er den Klimawandel erlebt und nimmt mich sogar mit zu einer kurzen Angeltour auf die Ostsee. Was Richard in vielen Jahren beobachtet hat, das werde ich demnächst in ihrer Zeitung erzählen.
Nicht weit vom Lippehafen setze ich mich an den Computer und schreibe den Entwurf meines Textes. Zwei Stunden später bin ich so weit, dass nur noch die Feinarbeit fehlt. Das kann ich auch zu Hause erledigen, denke ich mir. Warum eigentlich soll ich die Nacht noch im Auto verbringen, wo doch für morgen stürmisches Wetter angesagt ist? Nach Bergenhusen sind es nur 100 Kilometer, und 1 ½ Stunden später bin ich dort. Die sh:z OstseeTour ist zu Ende, aber ich werde mich demnächst an dieser Stelle noch einmal melden. Mit einem Rückblick, wie alles gelaufen ist. Bei Ihnen, meinen Lesern, bedanke ich mich aber schon heute für die Treue, die Sie mir und meinem Tagebuch während der letzten sieben Wochen gehalten haben.
Leserkommentare
Danke für Ihren netten Kommentar. Ich freue mich, dass Ihnen meine Texte gefallen haben. Ob es die Reportagen und das Tagebuch als Buch geben wird, das wird sich, hoffe ich, in den nächsten Wochen entscheiden.
Jetzt genieße ich erst mal das arbeitsfreie Wochenende und hoffe, dass auch das Wetter mitspielt.
Herzliche Grüße aus Bergenhusen nach Rabel
Holger Schulz
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Lieber Herr Holger Schulz !
Vielen,vielen Dank für sieben Wochen spannenden Lesestoff!
Wir haben Ihr Tagebuch allabendlich verfolgt,genauso die Zeitungsberichte.
Besonders die erste Hälfte der Tour konnten wir gut nachvollziehen,da wir seit vielen Jahren begeisterte Skandinavienurlauber sind,am liebsten mit Zelt und Rucksack unterwegs.Dabei haben wir auch eine Reihe interessanter Gegebenheiten und Personen kennengelernt,auch Freunde gefunden.
Spannend aber auch die zweite Hälfte,die gegenüberliegende Seite der Ostsee,ich glaube wenn Zeit und Geld reichen,müssen wir diese Gegend auch noch mal life sehen!
Was den Klimawandel betrifft,möchte ich mich der Dame anschließen,welche die regelmäßige Wiederkehr der Jahreszeiten und damit die Beständigkeit vermißt.Mir scheint auch,daß die Jahreszeiten so gar nicht mehr da sind und damit das Klima zu einem Einheitsbrei mit mehr oder weniger gefährlichen Auswüchsen wird.Ich fürchte nur,die Menschheit ist zu egoistisch und die Sache,die auf uns zukommt zu groß,als das sich etwas ändern könnte.
Aber nun: Herzlich Willkommen zuhaus in Schleswig Holstein und DANKE für die tollen Berichte! -Wirds das Ganze mal gedruckt(zum in die Hand nehmen) geben?
Viele liebe Grüße von Peter und Ruth Daß aus Rabel