BUNDESPRÄSIDENT GESUCHT
Schleswig-Holstein
Stegner rechnet mit eigenem SPD-Kandidaten
"Er ist ein ausgewiesener CDU-Ministerpräsident, führt eine schwarz-gelbe Regierung in Hannover und gehört eindeutig in die Kategorie Parteipolitiker und Schwarz-Gelb", sagte Stegner. "Dass man Herrn Wulff über Schwarz-Gelb hinaus unterstützen könnte, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen." Er gehe davon aus, dass ein überparteilicher Kandidat nicht nur von der SPD vorgeschlagen würde, sagte Präsidiumsmitglied Stegner. "Ich erwarte, dass das mindestens gemeinsam mit den Grünen erfolgt, wenn nicht mit allen Oppositionsparteien."
Der Kandidat sollte auch für das andere Lager akzeptabel sein und Vertrauen in der Bevölkerung haben. "Ein Nobody, den niemand kennt, könnte das sicher eher nicht sein", sagte Stegner in einem Telefoninterview aus Bochum. Er sei ziemlich sicher, dass die SPD relativ rasch - "in den nächsten Tagen" - einen Kandidaten vorschlagen werde, nachdem Schwarz-Gelb seinen benannt hat. "Wir haben auch entsprechende Beratungen in den Führungsgremien der Partei." Noch stehe allerdings kein Kandidat fest. "Das hängt auch ein bisschen davon ab, wer nun von der anderen Seite vorgeschlagen wird."
Dass Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) offenkundig aus dem Kandidatenrennen sei, wertete Stegner als Zeichen der Schwäche von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). "Sie scheitert im Grunde genommen schon in den eigenen Reihen an einem Vorschlag, den sie eigentlich gerne machen möchte", sagte der Kieler Landes- und Fraktionschef der SPD. "Zwei Frauen, zwei Protestantinnen und dann auch noch eine, die gelegentlich sozialdemokratisch redet, das ist ein bisschen viel."



