10 JAHRE "PALLAS"-HAVARIE

 

Halligkonferenz

"Die Angst vor Schiffsunglücken wächst"

28. Oktober 2008 | Von lno

Meerumschlungen: Hallig Hooge wäre einem Ölteppich schutzlos ausgeliefert. Foto: lno

Die Inseln- und Halligen im schleswig- holsteinischen Wattenmeer müssen nach Überzeugung der dort lebenden Menschen besser vor Schiffshavarien geschützt werden. Seit der Strandung des Frachters "Pallas" vor Amrum im Jahr 1998 sei nicht genug geschehen, kritisierte die Geschäftsführerin der Insel- und Halligkonferenz, Annemarie Lübcke. "Man fühlt sich einfach nicht mehr sicher, die Angst vor Schiffsunglücken wächst", fasste sie das Gefühl der Menschen zum Beispiel auf Sylt, Amrum, Föhr, Hooge oder Langeneß zusammen. Es gebe Zweifel, ob das nach dem "Pallas"-Untergang gegründete Havariekommando mit Sitz in Cuxhaven in der Lage sei, einen Notfall zu bewältigen. "Beim Versenken von Steinen durch Greenpeace im Sommer vor Sylt hat es eine Woche gedauert, bis sich die Behörden einigen konnten", sagte Lübcke.

Die Insel- und Halligkonferenz, ein Verein, zu der die 26 Gemeinden und zwei Städte der Nordfriesischen Inseln sowie die Hochseeinsel Helgoland gehören, fordert, dass alle für die Sicherheit auf dem Meer zuständigen Behörden zu einer nationalen Küstenwache zusammengefasst werden. Außerdem müsse im nördlichen Teil der deutschen Nordsee ein weiterer Hochseeschlepper stationiert werden.

"Mellum" und "Ozeanic" reichen nicht

Das Mehrzweckschiff "Mellum" bei Büsum sei zu schwach und zu weit entfernt. Auch der vom Bund gecharterte Hochseeschlepper "Ozeanic", der vor Norderney in Bereitschaft liegt, könnte einen Havaristen im Seegebiet vor Amrum oder Sylt nicht schnell genug erreichen. "Die Insel- und Halligkonferenz ist sich einig", sagte Lübcke, "das ist nicht verantwortungsvoll installiert".

Am 29. Oktober treffen sich die Mitglieder der Insel- und Halligkonferenz in Cuxhaven, um gemeinsam mit den Bürgermeistern der Ostfriesischen Inseln, den Bundestagsabgeordneten von der Küste sowie Experten der zuständigen Ministerien und Wissenschaftlern über die Sicherheitslage im Schiffsverkehr zu sprechen. Auch eine Besichtigung des Maritimen Lagezentrums steht auf dem Programm.


 

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