Wattstock-Festival
Party-Auftakt vor der Wattolümpiade
Das Wattstock-Zelt auf der Brunsbütteler Festwiese. Am Nachmittag war das Gelände noch überschaubar. Zum Auftritt von Fury in the Slaughterhouse nach 22 Uhr war kein Gras am Boden mehr zu sehen.
Der Wattikan tagte und gebar ein Festival - Wattstock, das traditionelle Vorspiel zur Wattolümpiade im Elbschlick bei Brunsbüttel. Das war 2004 und man feiert bis heute: Gestern gab es die fünfte Ausgabe von Wattstock.
Im vergangenen Jahr fand das Festival noch am Deich statt. Bei heftigem Sturm musste eine der beiden Bühnen abgebaut werden. "Jetzt haben wir endlich wieder ein wetterfestes Zelt", sagte Jens Rusch und blinzelte in den strahlend blauen Himmel. "Und dann das." Das Wasser strömte gestern Nachmittag in Brunsbüttel - bei Crew und Besuchern in Form von Schweiß. 31 Grad zeigte das Thermometer auch auf der Festwiese.
Aber das konnte die Laune der Crew um Michael Behrendt und Jens Rusch, im Hauptberuf Maler, nicht trüben. Und die der 3000 Besucher offenbar auch nicht.
Benefiz für die Krebshilfe
Neun Bands gaben sich in der Schleusenstadt die Ehre: Radiopilot, die Gewinner des John-Lennon-Talent Awards, und Fury in the Slaughterhouse waren die prominentesten. Letztere waren zum zweiten Mal dabei - und zum letzten: Die Band löst sich auf. Das Konzert in Brunsbüttel war das letzte an der Westküste.
Wie alle Bands verzichtete auch "Fury" auf die Gage. Denn der Erlös von Wattstock und Wattolümpiade kommt der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft zugute - in den vergangenen vier Jahren insgesamt schon 70.000 Euro. "Wir hoffen dieses Jahr die 100.000-Euro-Marke zu knacken", sagt Veranstalter Michael Behrendt.
Heiligenstedtener treffen "Fury" persönlich
Erleichtert ist er: Im Vorfeld war nicht klar, ob es dabei bleibt. Das Finanzamt machte Schwierigkeiten, wollte den erhöhten Steuersatz haben. Doch die Gemeinnützigkeit der Veranstaltung ist mittlerweile wieder anerkannt. "Alles was wir einnehmen und nicht vom Finanzamt beansprucht wird, geht für den guten Zweck weg", so Behrendt.
Ein überglückliches Pärchen gab es am Abend aber sowieso schon. Doris Söhren und Holger Bolten-Söhren aus Heiligenstedten bei Itzehoe haben auf shz.de das Meet&Greet mit "Fury" gewonnen und durften ihren Lieblingsmusikern die Hände schütteln. "Wir haben in den vergangenen Jahren jedes Konzert im Hamburger Stadtpark besucht", sagt Doris Söhren. Außerdem haben beide schöne Erinnerungen an "Time to wonder". Der "Fury"-Hit lief 1993 rauf und runter, als sich das Paar kennen gelernt hatte.
Heute steigt am Brunsbütteler Elbdeich die Wattolümpiade. "Dabei gibt es richtig schmutzigen Sport für eine saubere Sache", sagt Jens Rusch. Denn Fußball und andere Sportarten werden - natürlich - im Wattschlick ausgetragen. Wahrscheinlich wieder unter einem strahlend blauen Himmel.




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