ROCKER-KRIEG
Rocker-Verbot in Kiel
Das Ende der "Hells Angels"-Zentrale
Überraschungsschlag der Polizei: Die Kneipe "Sansibar" und sieben Wohnungen von "Hells-Angels" wurden durchsucht, zwei Rocker dabei leicht verletzt. Foto: dpa
Kiel. Es gibt eine alte Schatztruhe aus Holz in der "Hells Angels"-Kneipe "Sansibar" in Kiel. Sie steht zur Zierde im Fenster, ist leer. Nicht so die Kriegskasse der Rocker: 37.000 Euro haben Polizisten gestern beschlagnahmt. Das Bargeld, teilweise gebündelte Scheine, lag in einer blauen Geldkassette und in etlichen Umschlägen. Anwälte, steht auf einem, auf anderen nur die Summe. Buch geführt wurde auf gelben Zetteln: "1000 Euro in bar an Markus."
Der Schlag gegen die Kieler "Hells Angels" war bis zuletzt streng geheim geblieben - den 300 Beamten wurde gesagt, sie rückten gegen Rechtsextremisten aus. "Erst zwei Stunden vor dem Einsatz gab es eine volle Einweisung", sagt Hans-Werner Rogge, Direktor des Landeskriminalamts (LKA). Die Ermittler wollten verhindern, dass Informationen durchsickern, die "Höllen-Engel" ihren Club selbst auflösen, bevor er verboten wird.
"Gehorsam über den Tod hinaus"
Überraschte Gesichter habe es gegeben, als den 25 Mitgliedern die Verbotsverfügung zugestellt worden sei, sagt LKA-Sprecher Stefan Jung. Bei sieben "Hells Angels" wurden außerdem die Wohnungen durchsucht. Dort und in der "Sansibar" entdeckten die Beamten Messer, Morgensterne, Nunchakus (Würgehölzer), elf schusssichere Westen, Gewehre und Dokumente, die einen tiefen Einblick in die Strukturen dieser Parallelwelt erlauben. Einsatzleiter Joachim Gutt spricht von einem "Gehorsam über den Tod hinaus" und zitiert aus einem Vertrag, den jeder "Hells Angel" unterschreiben muss: "Die komplette Beerdigung übernehmen die 'Hells Angels'. Niemand anderes bestimmt den Ablauf der Beerdigung."
Das Charter der Kieler "Hells Angels" gibt es seit 1994. Innenminister Klaus Schlie (CDU) bezeichnete es als "Keimzelle" und "Zentrum" der organisierten Rockerkriminalität im Norden. Ihre Führung agierte stets clever. So ließ Präsident Dirk R. (41) den blutigen Kampf mit den verfeindeten "Bandidos", die sich 2009 in Neumünster gegründet hatten, vorwiegend von den Flensburger "Hells Angels" ausfechten, die er selbst ins Leben gerufen hatte. Dirk R. trieb unterdessen eine stille Expansion voran. Andere Motorradclubs wurden zu Unterstützern gemacht oder zur Auflösung gezwungen. Die schlagzeilenträchtige Drecksarbeit im Milieu ließen die Kieler von Schlägern der "Legion 81" erledigen. In der Bevölkerung entstand der Eindruck, in Kiel ist alles ruhig. "Wenn organisierte Kriminalität gut funktioniert, läuft sie geräuschlos", erklärt LKA-Direktor Rogge. "Und die Kieler 'Hells Angels' hatten sich als Machthoheit in Schleswig-Holstein etabliert."
"Absolut rechtssicheres Verbot"
Das Vereinsverbot für das "Hells Angels MC Charter Kiel" nennt Innenminister Klaus Schlie (CDU) "absolut rechtssicher". In jahrelanger Arbeit seien Straftaten aus den Bereichen Waffen- und Drogenhandel sowie Zwangsprostitution zusammengetragen worden, die sich eindeutig dem Willen des Vereins zuordnen ließen - Grundlage für das Verbot. 16 Konten von "Hells Angels"-Mitgliedern sind nun eingefroren, sechs Kutten beschlagnahmt, der Internet-Auftritt der Rocker wurde abgeschaltet und die "Sansibar" versiegelt. Die Stadt Kiel entzog der Kneipe die Zulassung, weil die Inhaberin nur "eine Strohfrau" sei. Damit gibt es im Norden nur noch die "Hells Angels"-Charter in Alveslohe (Kreis Segeberg) und Lübeck. Wird der Innenminister auch sie verbieten? Klaus Schlie sagt: "Es ist unser Ziel, dass es es keine organisierte Rockerkriminalität mehr in Schleswig-Holstein gibt."
Die bereits 2010 verbotenen "Hells Angels" Flensburg und "Bandidos" Neumünster haben gegen ihr Verbot allerdings Klage eingereicht. Ein Prozesstermin steht noch nicht. "Wir warten noch auf die Akten verschiedener Strafprozesse", sagt Susanne Rublack, Sprecherin des Oberverwaltungsgerichts Schleswig. Sicher aber dürfte sein, dass die Kieler "Hells Angels" ihr Verbot ebenfalls anfechten werden.
Leserkommentare
In Bremen spielt der Miri Clan mit der Polizei und der Politik Ringelpietz mit anfassen, auf St. Pauli bekämpfen sich Albaner und Araber mit regelmässigen blutigen Übergriffen. Aber da traut sich keiner ran...
Ich finde hartes Vorgehen gehen kriminelle Kartelle mehr als richtig - auch dieses. Aber bitte nicht nur gegen die schwächeren Glieder - sondern auch mal dort, wo die Jungs ihre Zentralen mit Kalaschnikows verteidigen.
Ich frage mich was dieser ganze Verbote blödsinn soll??? Ganz ehrlich ausser das es unsere Steuergelder kostet und sich trotzdem nichst ändern wird, wohl eher wenig. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen das sich auch nur einer von den hells angels, durch so ein verbot davon abhalten lässt seine angeblichen geschäfte weiter zuführen. Aber gut, unsere Politiker fühlen sich jetzt besser und wahrscheinlich auch wieder sicherer. Und das ja die Hauptsache in Deutschland, hauptsache erst mal was verbieten. Damit ist es ja dann aus der Welt wie die hohen Herren wohl denken. Einfach nur Lachhaft sowas, aber was will man auch in Deutschland noch erwarten.
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wie wäre es mal, die Russen-Mafia hier zu verbieten, die kriminellen Migranten, die hier Drogen verkaufen nebenbei Hartz4 kassieren, die gesamte Ostblock Mafia verbieten, die hier mehr Schaden(Autodiebstähle etc) anrichten als dass solche Leute nützen, und teilw noch unser Geld kosten, zu verbieten? Die agieren bundesweit. Wieso wird da nicht hart durchgegriffen?Angst? O.g. sollten die nächsten Ziele sein, was zu verbieten, ausweisen für immer,spart uns Steuerzahlern ne Menge Geld und so war das ja wohl nicht gemeint mit Grenzen schick offen. Oder wächst den Politikern Pappnasen diese Kriminalität über den Kopf .Verbieten wir hier schnell was was.Die Ostblock Mafia wird sich jetzt aus Angst hiter den Büschen verstecken! Man kann nicht eines verbieten und die andere wirkliche Kriminalität zulassen