ROCKER-KRIEG
Party in Neumünster
Lange Nacht für Rocker und die Polizei
Aufmarsch: Diverse Polizisten sicherten das "Stradivari" (im Hintergrund) weiträumig und nahmen sich einen Rocker nach dem anderen vor.
Neumünster. Mit einem Großaufgebot sicherte die Polizei in der Nacht zu Sonntag bis in die frühen Morgenstunden eine Rockerparty in der Gaststätte "Stradivari" an der Kaiserstraße. Rund 150 Rocker und einige ihrer Begleiterinnen waren am Sonnabendabend erschienen, um den zweiten Geburtstag des Rockerclubs "Contras Neumünster" zu feiern.
Die Gruppierung gilt als Unterorganisation der verbotenen "Bandidos Neumünster". Die Kontrahenten "Red Devils", die wiederum den "Hells Angels" nahe stehen, hatten für denselben Abend ursprünglich eine größere Feier in ihrem Quartier an der Gutenbergstraße angekündigt. Darum nahm die Polizei ab 18 Uhr jeden Wagen an der Kaiserstraße penibel in Augenschein.
"Red Devils" hatten Party kurzfristig abgesagt
Sämtliche Party-Gäste wurden noch vor dem Lokal nach Waffen durchsucht. Doch es wurden keine gefährlichen Gegenstände gefunden. Lediglich aus der Kneipen-Küche nahmen die Beamten aus Sicherheitsgründen einige Messer mit. Die Personalien der Rocker, die Kutten von befreundeten Clubs aus Jena (Thüringen), Brake (Niedersachsen) oder aus Belgien trugen, wurden allesamt aufgenommen.
Letztlich zog die Polizei eine positive Bilanz: "Alle folgten den Anweisungen der Polizei. Es blieb ruhig", erklärte Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Dazu hatte möglicherweise auch beigetragen, dass die Kontrahenten der "Red Devils" ihre im Internet angekündigte Party kurzfristig und kommentarlos ausfallen ließen. Im Rocker-Quartier an der Gutenbergstraße hielten offenbar nur wenige "Red Devils"-Mitglieder eine Art Stallwache. Sie wurden dabei allerdings ständig von der Polizei beobachtet. Erst gegen 5 Uhr war die Feier im "Stradivari" vorbei, und die Polizisten konnten ebenfalls nach Hause gehen.
Leserkommentare
Die party's von Rockern, ganz gleich welche Farben, sind ja soo gefährlich! Ich habe nur leider auf keiner Party annähernd soviel Stress gesehen wie auf ner Abi-Party. Wo keine Polizei den Einlass regelt. Warum eigentlich nicht?
Die Linke zum Gruße . . .
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Mal sehen, wie lange man diese überzogenen Kontrollen noch rechtfertigen kann. Vor Ort einen der Beamten gefragt, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt, erhielt ich die freundliche Antwort, man würde eben nur ausführen.
Im großen und ganzen war also nichts los, aus Verzweiflung musste man schon Messer aus der Küche beschlagnahmen. Kein Rockerkrieg, wie von der Presse wiedermal angekündigt, aber unverständnis in der "normalen" Gesellschaft. Für die klingt es immer wie eine Art Bürgerkrieg, als würde es sie in irgendeiner Form betreffen. Auf der Homepage der Contras wurde auch nochmal freundlich drauf hingewiesen, keine Gegenstände bei sich zu führen, die die Staatsmacht provozieren könnten... Also bitte, es ginge auch ohne die erdrückende Präsenz, spart das Geld lieber für die Weihnachtsbeleuchtung. Mit freundlichen Grüssen...