ROCKER-KRIEG
Kiel
Rocker-Prozess: Geständnis gegen Deal
Nach einem Geständnis des Ex-Bandido-Chefs aus Neumünster hat die Kieler Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten beantragt. Die Verteidigung forderte am Donnerstag drei Jahre und neun Monate für den wegen Menschenhandels, Zuhälterei und gefährlicher Körperverletzung angeklagten Mann. Das Geständnis war Teil eines Deals, der dem 48-Jährigen im Gegenzug eine Freiheitsstrafe zusicherte, deren Höhe begrenzt sein würde. Er verpflichtet sich außerdem, mindestens 10.000 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer - eine junge Frau - zu zahlen.
Der Anführer der inzwischen verbotenen Rockergruppe Bandidos soll laut Anklage die Frau von 2005 bis 2008 zur Prostitution gezwungen haben. Sie ist jetzt im Zeugenschutzprogramm und hat ihre Identität gewechselt. Außerdem soll der Mann im September 2009 einen Rocker der rivalisierenden Hells Angels aus Rache zusammengeschlagen und lebensgefährlich verletzt haben.
"Er räumt die Taten ein", sagte sein Anwalt am Donnerstag. Der Absprache von Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht zufolge sollte der Mann gegen ein Geständnis eine Strafe von höchstens fünf Jahren und vier Monaten, mindestens aber drei Jahren und neun Monaten bekommen.
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