ROCKER-KRIEG
Rocker
"Mongols" wieder in Kiel aktiv - Suche nach Clubheim
Die Stadt Kiel entfernt die Schriftzüge am "Mongols"-Clubheim in Kiel-Gaarden - die Begründung: Die Leuchtreklame war nicht zulässig. Foto: shz
Kiel. Die Rocker der "Mongols" sind weiter in Kiel aktiv. Am Wochenende feierten sie im Stadtteil Dietrichsdorf eine Party. Die Polizei kontrollierte die rund 60 Gäste, die aus Hamburg, Stade und Bremen angereist waren. Gefunden wurde dabei eine Axt.
Die Stadt Kiel hatte das Clubhaus der Rocker im Stadtteil Gaarden schließen lassen, weil für die Räume nur eine Genehmigung als Waschsalon vorlag. Der Präsident (31) des "Mongols MC Kiel" erklärte Polizisten danach bei einer Hausdurchsuchung: "Wir haben uns aufgelöst."
Suche nach neuem Clubhaus
"Mittlerweile mussten wir feststellen: Das ist nicht so", sagte am Montag Stefan Jung, Sprecher des Landeskriminalamts (LKA). Die Rocker schreiben auf ihrer Homepage: "Wir 'Mongols' bleiben definitiv in Kiel und suchen uns ein neues Clubhaus." Sie sind auch wieder in ihren Kutten zu sehen, den Lederwesten mit dem Club-Emblem. So etwa bei der "Türk-Pop-Nacht" in der Halle 400 Anfang Oktober. Dort wurden sie sofort von verfeindeten "Hells Angels" bedrängt und aufgefordert, ihre Kutten auszuziehen. Polizisten trennten die Rivalen.
Die "Hells Angels" sind der dominante Rockerclub in Schleswig-Holstein. Zwar hat das Innenministerium den Flensburger Ableger verboten, doch die Charter (Ortsverbände) in Kiel, Lübeck und Alveslohe (Kreis Segeberg) sind weiterhin legal. Und trotz der "Null-Toleranz-Strategie" der Polizei und einer Sonderkommission, die gegen kriminelle Rocker vorgeht, expandieren sie offenbar. Unter dem Namen "Southport" versuchen die schleswig-holsteinischen "Hells Angels" ein Charter vor den Toren Hamburgs zu etablieren, um geschäftliche Aktivitäten in der Stadt zu ermöglichen.
"Hells Angels" präsentieren sich offen
In der Hansestadt selbst ist das nicht möglich, da die "Höllenengel" dort seit 1984 verboten sind. LKA-Sprecher Stefan Jung: "Sechs Personen aus den Clubs in Lübeck und Alveslohe bilden den Kern des neuen Ablegers." Einen Standort für das neue Charter gibt es aber bislang nicht. Ermittler vermuten, dass sich die "Hells Angels" in den Kreisen Segeberg oder Stormarn ansiedeln werden.
Um zu zeigen, dass sie im Kampf um die Vorherrschaft in Schleswig-Holstein niemanden fürchten, präsentieren sich die Kieler "Hells Angels" mittlerweile auf Gruppenfotos im Internet ganz offen. Sie haben ein Netz von Unterstützern über das Land gelegt. Neben den "Red Devils" waren es in Kiel die Mitglieder der "Legion 81". Sie erhielten laut LKA Aufträge für Gewalttaten, erledigen die Drecksarbeit im Milieu. Mittlerweile gibt es die "Legion 81" aber nicht mehr. Ihr Anführer, Steffen R. (39), wurde festgenommen, weil er einen ausstiegswilligen Rocker töten lassen wollte. "Ein Nachfolger fand sich nicht, der Unterstützerclub löste sich auf", so LKA-Sprecher Jung.
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