MEDIATION

 

Konfliktlösung

Mediation - ein guter Weg aus der Streitfalle

05. Februar 2013 | 17:12 Uhr | Von Anette Schnoor


Ein Mediator kann als neutrale Person zwischen den zerstrittenen Beteiligten vermitteln. Foto: shz

Ein Mediator kann als neutrale Person zwischen den zerstrittenen Beteiligten vermitteln. Foto: shz

Zur konstruktiven Lösung von Konflikten im Interesse aller Beteiligten haben sich Mediationsverfahren häufig als sinnvoll erwiesen.

Mediation ist ein sperriger Begriff. Dabei soll sie das Leben für streitende Parteien  leichter machen. Aus dem Lateinischen übersetzt, bedeutet Mediation "Vermittlung" und so vermittelt der Mediator als neutrale Person zwischen den Beteiligten. Ziel ist es, eine Lösung des Konfliktes zu finden, mit dem alle Betroffenen leben können. Das spart zumeist Zeit, Geld und Ärger -  und entlastet die Gerichte. Für eine Mediation ist es grundsätzlich unerheblich, über was sich die Parteien streiten, und ob ihr Streit schon vor Gericht gelandet ist. Mediationsverfahren sind außergerichtlich ebenso möglich wie über alle gerichtlichen Instanzen hinweg.

Die Beteiligten müssen die Vermittlung wollen

Als Vermittler können Richter und Anwälte auftreten, aber auch speziell ausgebildete Fachleute, die keinen juristischen Hintergrund haben. Der Bundesverband Mediation gibt eine gute Übersicht. Doch ist eine Mediation nicht in jedem Streitfall sinnvoll. Unbedingte Voraussetzung ist, dass alle Betroffenen miteinander sprechen und ihren Streit schlichten wollen. Es geht dabei nicht  darum, Recht zu haben oder Recht zu bekommen, es zählt vielmehr der Wille aufeinander zuzugehen. Das gilt für beide Seiten.

Und: Wird der Mediator von einer Seite nicht als neutraler Vermittler akzeptiert, scheitert das Verfahren von vornherein. Wo gestritten wird,  schwappen Emotionen hoch. Wer den Weg einer  Mediation wählt, muss deshalb in der Lage sein, seine Gefühle zu beherrschen und das Verfahren durchzustehen. Der erste Schritt dazu ist die Bereitschaft auf beiden Seiten, Verständnis  für die Position des jeweils anderen aufzubringen. Damit wird dann oft auch klar, aus welchen Gründen  bestimmte Forderungen erhoben werden.

Mediationen sind im privat wie beruflich sinnvoll

Mediationsverfahren eignen sich im wirtschaftlichen Bereich zur Beilegung von Unstimmigkeiten in der Geschäftsführung genauso wie in Arbeitsrechtsstreitigkeiten oder bei  Unternehmensnachfolgen. Privat sind Vermittlungen  insbesondere dann sinnvoll, wenn es um Testamentskonflikte und familienrechtliche Auseinandersetzungen geht.

Inzwischen ist die Mediation so umfassend einsetzbar, dass viele Rechtsschutzversicherungen sie als effizientes Verfahren zur Beilegung von Konflikten schätzen und die Kosten übernehmen. Zumeist werden Mediationen  auf Stundenbasis abgerechnet. Der Satz schwankt zwischen 80 und  - in komplexen Verfahren wie etwa im Wirtschaftsbereich - 500 Euro.

Sie haben Anmerkungen zum Text? Sie erreichen unsere Autorin per Mail an net(at)shz.de


 
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