MEDIATION
Mediatorensuche
Achtung - nicht jedes Angebot ist seriös!
Nicht alle die sich als Mediatoren ausgeben, können eine professionelle Fortbildung nachweisen. Foto: shz
Wenn zwei sich streiten, brauchen sie oft den Mediator, der als neutrale Person die professionelle Lösung des Konfliktes anstrebt - idealerweise bevor sich die Beteiligten vor Gericht wiederfinden. Aber Vorsicht: Nicht jeder Anbieter, der sich Mediator nennt, hat auch eine entsprechende Qualifikation. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Im Juli 2012 führte der Gesetzgeber deshalb die Bezeichnung "Zertifizierter Mediator" ein.
Sie soll dem Verbraucher den Weg durch einen Dschungel von Anbietern weisen und seriöse Mediatoren erkennbar machen. "Zertifiziert" darf sich danach künftig nur nennen, wer seine Ausbildung entsprechend einer Rechtsverordnung des Bundesjustizministeriums absolviert hat. Allein: Die entsprechenden Vorschriften hat das Ministerium bisher nicht erlassen. Auf Anfrage nimmt man dort aktuell aber weder zum Inhalt der angekündigten Verordnung noch zum Zeitplan ihrer Entstehung Stellung. Vor der Bundestagswahl 2013 - so munkeln viele Mediatoren - werde es wohl keine Verordnung mehr geben. Und so gilt wie bisher: Mediator darf sich jeder nennen.
Mediator darf sich jeder nennen
Wie aber können Streitende erkennen, ob der Mediator ihrer Wahl seinen Job auch richtig gelernt hat?
Bei Rechtsanwälten ist das zumeist unproblematisch. Sie müssen der Rechtsanwaltskammer eine professionelle Fortbildung nachweisen. Auch andere Verbände haben Richtlinien für die Ausbildung zum Mediator erarbeitet. So zum Beispiel die Bundesarbeitsgemeinschaft für Familienmediation (BAFM), der Bundesverband Mediation (BM) und der Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt (BMWA) sowie die Centrale für Mediation (CfM), die Deutsche Gesellschaft für Mediation (DGM) und die Deutsche Gesellschaft für Mediation in der Wirtschaft (DGMW). Diese Verbände sehen Ausbildungen vor, bei denen Konfliktlehre, Verhandlungs- und Kommunikationstechniken ebenso auf dem Lehrplan stehen wie Struktur und Ablauf von Mediationen und rechtliche Rahmenbedingungen.
Fortbildungsnachweis zeigen lassen
In Fortbildungen, die sich an diesen Standards orientieren sind Steuerberater, Sozialpädagogen, Psychologen und Therapeuten zu finden. Sie können ein entsprechendes Zertifikat vorweisen. Wer also auf die Lösung seines Konfliktes durch einen Mediator vertraut, tut gut daran, sich beim Anbieter zu erkundigen, wo er sich hat fortbilden lassen und welche Qualifikationen er dementsprechend nachgewiesen hat.
Sie haben Anmerkungen zum Text? Kontaktieren Sie unsere Autorin unter: net(at)shz.de
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