MEDIATION

 

Mediatorensuche

Achtung - nicht jedes Angebot ist seriös!

05. Februar 2013 | 16:41 Uhr | Von Anette Schnoor


Nicht alle die sich als Mediatoren ausgeben, können eine professionelle Fortbildung nachweisen. Foto: shz

Nicht alle die sich als Mediatoren ausgeben, können eine professionelle Fortbildung nachweisen. Foto: shz

Wenn zwei sich streiten, brauchen sie oft den Mediator. Aber wie finden sie den richtigen?

Wenn zwei sich streiten, brauchen sie oft den Mediator, der als neutrale Person die professionelle Lösung des Konfliktes anstrebt - idealerweise bevor sich die Beteiligten vor Gericht wiederfinden. Aber Vorsicht: Nicht jeder Anbieter, der sich Mediator nennt, hat auch eine entsprechende Qualifikation. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Im Juli 2012 führte der Gesetzgeber deshalb die Bezeichnung "Zertifizierter  Mediator" ein.

Sie soll dem Verbraucher den Weg durch einen Dschungel von Anbietern weisen und seriöse Mediatoren erkennbar machen. "Zertifiziert" darf sich danach künftig nur nennen, wer seine Ausbildung entsprechend einer Rechtsverordnung des Bundesjustizministeriums absolviert hat. Allein: Die entsprechenden Vorschriften  hat das Ministerium bisher nicht erlassen.  Auf Anfrage nimmt man dort aktuell aber weder zum Inhalt der angekündigten Verordnung noch zum Zeitplan ihrer Entstehung Stellung. Vor der Bundestagswahl 2013 - so munkeln viele Mediatoren - werde es wohl keine Verordnung mehr geben. Und so gilt wie bisher: Mediator darf sich jeder nennen.

Mediator darf sich jeder nennen

Wie aber können Streitende erkennen, ob der Mediator ihrer Wahl seinen Job auch richtig gelernt hat?

Bei Rechtsanwälten ist das zumeist unproblematisch. Sie müssen der Rechtsanwaltskammer eine professionelle Fortbildung nachweisen. Auch andere Verbände haben  Richtlinien für die Ausbildung zum Mediator erarbeitet. So zum Beispiel die Bundesarbeitsgemeinschaft für Familienmediation (BAFM), der Bundesverband Mediation  (BM) und der Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt (BMWA) sowie  die Centrale für Mediation (CfM), die Deutsche Gesellschaft für Mediation (DGM) und die Deutsche Gesellschaft für Mediation in der Wirtschaft (DGMW). Diese Verbände sehen  Ausbildungen vor, bei denen Konfliktlehre, Verhandlungs- und Kommunikationstechniken ebenso auf dem Lehrplan stehen wie Struktur und Ablauf von Mediationen und rechtliche Rahmenbedingungen.

Fortbildungsnachweis zeigen lassen

In Fortbildungen, die sich an diesen Standards orientieren sind  Steuerberater, Sozialpädagogen, Psychologen und Therapeuten  zu finden. Sie können ein entsprechendes Zertifikat vorweisen. Wer also auf die Lösung seines Konfliktes durch einen Mediator vertraut, tut gut daran, sich beim Anbieter zu erkundigen, wo er sich hat fortbilden lassen und welche Qualifikationen er dementsprechend nachgewiesen hat.

Sie haben Anmerkungen zum Text? Kontaktieren Sie unsere Autorin unter: net(at)shz.de


 
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