HSH NORDBANK
Neubewertung der Aktien
HSH Nordbank ein Milliardengrab
Durch eine Neubewertung der HSH-Aktien müssen die Anteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein insgesamt 951 Millionen Euro abschreiben. Foto: dpa
Kiel. Durch eine Neubewertung der HSH-Aktien müssen die Anteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein insgesamt 951 Millionen Euro abschreiben. Der Grund: Wurde eine Aktie zuvor mit 19 Euro bewertet, sind es jetzt nur noch 13,05 Euro. Damit verlieren die HSH-Aktien rund ein Drittel an Wert, allein die schleswig-holsteinischen Anteile reduzieren sich um mehr als 600 Millionen Euro.
Zugleich wurde eine Kapitalerhöhung von 500 Millionen Euro von der Hauptversammlung der Bank abgesegnet. Damit wird eine Auflage der EU-Kommission umgesetzt. Im EU-Beihilfeverfahren wurde der Bank auferlegt, eine Einmalzahlung von 500 Millionen Euro an die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein zu leisten, die als Kapitalanlage an die Bank zurück fließen sollte. Damit "stärken die Anteilseigner die Kapitalbasis der Bank und damit das Fundament, auf dem die langfristige Zukunft der Bank aufgebaut ist", sagte HSH-Vorstandschef Paul Lerbinger. Erstmals muss die Landesbank auch die von Hamburg und Schleswig-Holstein 2009 gewährten finanziellen Garantien mit mehr als 300 Millionen Euro in Anspruch nehmen.
Mit Entsetzen reagierte FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki am Donnerstag auf die Abschreibungen: "Der Gesamtverlust seit 2008 beträgt für das Land 1,7 Milliarden Euro." Die Verluste, die dem Land entstanden sind, seien nur noch nicht liquiditätswirksam geworden, weil die Aktien noch gehalten werden. Real aber seien sie allemal. Damit widersprach er Wirtschafts-Staatssekretärin Tamara Zieschang, die gestern darauf verwies, dass die Millionenabschreibungen keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Landeshaushalt hätten. Sie würden erst bei einem Verkauf der HSH-Anteile wirksam. Zugleich forderte Kubicki den Aufsichtsrat der Bank auf, "dringend die notwendigen Schritte gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dirk Jens Nonnenmacher sowie den ehemaligen Vorstand" einzuleiten, damit Ansprüche nicht verjährten. Gegen Nonnenmacher und andere ehemalige Vorstandsmitglieder hat die Staatsanwaltschaft Hamburg Anklage wegen verlustreicher Finanztransaktionen erhoben.
Leserkommentare
Nochmal zur Erinnerung: Die FDP hat seit den Neunziger Jahren gefordert, die HSH Nordbank zu verkaufen, weil der Betrieb einer Bank einfach keine Aufgabe eines Bundeslandes ist.
Dafür wurde sie beschimpft: Man könne doch nicht die Juwelen weggeben usw.
Jetzt haben wir den Salat: kein Juwel, sondern ein Fass ohne Boden. Sparkassen-Banker wollten Weltbank spielen. Den staatlicher orientierten Parteien ist es zu verdanken, dass hier Milliarden verbrantt worden sind ... und noch weiter verbrannt werden!
..hat die Situation um die HSH Nordbank zusammen mit der schwarz-gelben Landesregierung mit herbeigeführt.
Entgegen den dringenden Warnungen des ehemaligen CDU- Wirtschaftsministers Werner Marnette, der die Undurchsichtigkeit der Bank und die bilanziellen Risiken für den Landeshaushalt in mehreren Medien explizit beschrieb, wurden auf Kosten der Steuerzahler drei Milliarden Euro hinterher geschoben, als die Risiken bereits sichtbar waren. Dies hat sich als schwerer Fehler erwiesen, denn dadurch wurde die weitere Zockerei erst möglich gemacht.
Jetzt zu versuchen, daraus politisches Kapital zu schlagen ist der untaugliche Versuch, sich der politischen Versenkung und der Verantwortung zu entziehen.
Ein ganz bitteres Kapitel des politischen Versagens durch Herrn Carstensen und Kubicki.
Diese staatliche Bank gibt es schon länger und auch unter rot-grün hat man nach den Millionengewinnen verlangt und wollte immer mehr. Daraus ergaben sich diese leichtsinnigen Geschäfte. Kalle von kalleskoppel.de
Glückwunsch ein Beitrag ohne Werbung für eines ihrer Bücher ;)
Meine Bücher laufen inzwischen auch ohne jede Werbung
Es wäre gut, wenn die HSH genau so vom Markt verschwände wie Schlecker. Beide Unternehmen sind menschenverachtend.
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Entsetzen bei Herrn Kubicki. So dicht dran und doch noch zu überraschen?
Allein in seinen beiden Presseerklärungen verschwinden dann noch für 2011 6 Millionen. Schon interessant. Je größer die Zahlen, desto lachser der Umgang mit ihnen.
www.ltsh.de/presseticker/2012-01/19/11-27-43-16ab/PI-TxfwHxar-fdp.pdf
www.ltsh.de/presseticker/2012-01/19/17-19-24-2b9d/PI-TxhCjCud-fdp.pdf
Nun bringt er also schon über die Pressemitteilungen Informationsvorschläge an den Regierungspartner. Sein Hinweis die Verjährung zu vermeiden mag richtig sein, aber warum in einer PM? Er will dem Bürger zeigen, dass er gegen vermeindlich Böse vorgeht? Man ist das arm!! Nicht in der Sache, aber in der Art der Kommunikation.
Er will 9% - und sieht das als realistische Zahl!
JA- das kann er aktuell schaffen. Nicht aber wohl, wenn wir eine Wahlbeteiligung von über 65% haben. Auch würde es genügen, wenn nicht aufgrund toller Überschriften und Plakatierungen gewählt werden würde, aber das passiert und wird so bleiben.
www.shz.de/nachrichtenticker-nord/artikeldetail/article//neun-prozent-fuer-fdp-bei-landtagswahl-erreichbar.html
Diese Info von ihm ist aber auch ein Appell an alle Wähler, die aus Mitleid die FDP wählen würden. Die Stimmen brauchen sie nicht. Ehrlich!