HSH NORDBANK

 

Nonnenmacher

Bekommt er doch keine Millionen?

15. Januar 2011 | 16:05 Uhr | Von dpa

Schwerwiegende Pflichtverletzungen werden ihm vorgeworfen: Dirk Jens Nonnenmacher. Foto: dpa

Der scheidende Chef der HSH-Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, muss nach einem Bericht des "Spiegels" womöglich auf seine ausgehandelte 2,1-Millionen-Euro-Abfindung verzichten. Der Grund: Ein von den Landesregierungen in Hamburg und Kiel in Auftrag gegebenes Gutachten zu möglichen Pflichtverletzungen durch Vorstandsmitglieder der HSH Nordbank AG belaste den Manager schwer, berichtet das Nachrichtenmagazin. Nonnenmacher sei demnach im Zusammenhang mit den dubiosen Omega-Deals im Jahr 2007 seiner Überwachungsverantwortung nicht genügend nachgekommen.

Als damaliger Finanzvorstand hätte Nonnenmacher die fehlerhafte Bilanzierung der Geschäfte, die in der Bilanz 2008 zu Verlusten in Höhe von rund 500 Millionen Euro führten, ebenso erkennen müssen wie den Umstand, dass mit den Investments zum Stichtag 31. Dezember 2007 "Bilanzkosmetik" betrieben wurde, schreibt das Magazin unter Berufung auf die Experten der Anwaltssozietät CBH.

Gutachten auch strafrechtlich relevant?

Der Sprecher des Kieler Wirtschaftsministeriums, Harald Haase, bestätigte, dass es ein solches Gutachten gebe. Zum Inhalt wollte er sich aber nicht konkret äußern. In welchem Ausmaß es Pflichtverletzungen gegeben habe und welche Konsequenzen das neue Gutachten für Nonnenmacher und seine Abfindung haben werde, werde nun zu prüfen sein, sagte Haase. Der Aufhebungsvertrag sieht eine Rückzahlung der Abfindung etwa bei groben Pflichtverletzungen vor.

Nonnenmacher bestreitet ein Fehlverhalten im Zusammenhang mit den Omega-Geschäften. Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Wolfgang Kubicki, hält die Ergebnisse des Gutachtens, das auch der Hamburger Staatsanwaltschaft vorliegt, für strafrechtlich relevant: Man könnte ganze Passagen eins zu eins in eine Anklage wegen Untreue gegen Nonnenmacher einfügen, sagte er dem "Spiegel".

Die finanzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Monika Heinold, forderte Kubicki auf, er "soll nicht nur die Lippen spitzen, sondern auch pfeifen". Die Landesregierung müsse sich jetzt endlich gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden durchsetzen. Es liege auch in der Verantwortung der FDP als regierungstragende Fraktion, dass der scheidende Vorstandsvorsitzende Nonnenmacher keine Abfindung erhalte.

 

(dpa / shz)


 

Leserkommentare

 
B. BÖDECKER 15.01.2011 15:10
Keine Abfindung?

Nein, das kann es doch nicht sein, oder? Sowas von ungerecht, das finde ich nicht in Ordnung.
Wenn ich mal drüber nachdenke, wäre jeder Arbeitnehmer, auch mit Vertragsbindung, der seiner Aufgabe nicht nachkommt oder der nicht trotz Ausbildung gewachsen ist, sofort fristlos gegangen worden. OHNE weiteres "Gehalt" zu erhalten.

HANS ANDERSEN 15.01.2011 17:19
So ein Ärger aber auch....

Da gibt man ein Gutachten in Auftrag, bezahlt viel Steuergeld dafür und hofft, dass es das Verhalten des Vorstandes, des Aufsichtrates und der Politiker rechtfertigt - und nun so`n Reinfall, auf nichts ist mehr Verlass.
Wozu eigentlich ein teurer Gutachter? Wollte man wieder die Schuld abschieben?

FRANK BECKER 16.01.2011 08:25
Wer das Gutachten bezahlt, bestimmt auch was drinsteht

So so, mehrere Gutachten von Herrn Kopper, die Dr. NO entlasten und nun welche von den Landesregierungen, die ihn belasten.

So ist das mit Anwälten, sie schreiben, wofür man bezahlt.

Die Wahrheit wird das "Volk" ohnhin nie erfahren. Vielleicht auch besser so.



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