HSH NORDBANK
HSH Nordbank
GEW empört über Millionen-Verluste
Die Bildung sieht sich indirekt als Opfer des HSH-Nordbank-Skandals. Mit dem Geld, das das Land durch die teils sehr umstrittenen Geschäfte verloren hat, könne man im Schulbereich viel ausrichten.
"Geld scheint im armen Schleswig-Holstein also doch da zu sein. Wer es sich erlaubt, bei einer maroden Bank 669 Millionen Euro in den Schornstein zu schreiben, darf bei einer sinnvollen und unverzichtbaren Investition in die Zukunft unserer Kinder wie der Bildung nicht knausern", wettert der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn am Donnerstag in Kiel. Mit den "bei der HSH-Nordbank verbratenen 669 Millionen Euro" ließe sich in der Bildung viel Gutes und Notwendiges tun.
41,95 Euro Verlust je Aktie
Im Bericht des Untersuchungsausschusses wurde festgestellt, dass die Schieflage der HSH-Nordbank den schleswig-holsteinischen Haushalt und den Steuerzahler Geld gekostet hat. "Wirklich viel Geld", so FDP-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kubicki.
Der aktuelle Aktienkurs betrage derzeit 13,05 Euro. Das entspreche einem tatsächlichen Verlust in Höhe von 5,95 Euro je Aktie im Vergleich zum Kaufpreis von 2009. Zu den im Jahr 2008 neu erworbenen Aktien ergebe sich sogar ein Verlust in Höhe von 41,95 Euro je Aktie."Daraus entstehen dem Land Gesamtverluste in Höhe von über 669 Millionen Euro", sagt Kubicki. Die Verluste, die dem Land entstanden sind, seien nur noch nicht liquiditätswirksam geworden, weil die Aktien noch gehalten werden. Real aber seien sie allemal.
Das Geld hätte die GEW gern im Bildungsbereich. Als Beispiele könnte man für 30 Jahre 446 Lehrerstellen finanzieren, um die Klassen kleiner zu machen und die Lehrerarbeitszeit zu reduzieren. Oder aber für 25 Jahre 4653 neue Studienplätze schaffen, um mehr jungen Menschen aus Schleswig-Holstein die Chance auf ein Studium zu eröffnen. Es könnte für 669 Millionen Euro auch für 20 Jahre an den rund 800 Schulen jeweils eine Schulsozialarbeiterstelle geschaffen werden, um sozialen Problemen an den Schulen frühzeitig zu begegnen.
Leserkommentare
Diese Zahl hatte Herr Kubicki in einer Korrektur seiner Pressemitteilung mitgeteilt. Die erste Ausfertigung war wohl zu hektisch aufgesetzt, aber die Zahlen sind eh schon so groß, dass der Politik der Umgang mit denen egal zu sein scheint.
Zur GEW ist zu ergänzen, dass es richtig ist, die Wertigkeit so darzustellen, aber auch klar sein sollte, dass das Geld weg ist.
Weg? Geld ist nie weg, es hat immer nur ein Anderer!
Die sprechen hier aber auch nicht von Geld allein. Hier wird von Aktien gesprochen.
Verluste seien noch nicht realisiert, heißt es. Bewertungen von Aktien/Anteilsscheinen etc. sind aber für die "Bücher" fragwürdig.
Man stelle sich vor, jeder hätte damals die Telekom Aktie für um und bei 103 Euro verkauft - Soetwas geht aber nicht wirklich, ohne entsprechende Nachfrage! So ist es nun mit den HSH Anteilen. Wer würde die denn haben wollen? Irgendwie rechnet sich diese Regierung alles schön.
Bildung braucht Lehrer. Da die Taler weg sind, müssen Prioritäten anders gesetzt werden. Hier sollte der Wähler nachvollziehbar Lösungsvorschläge aufgezeigt bekommen.
Exkurs:
Warum wurde unter der aktuellen Regierung das Organigramm des MBK breiter und damit teurer? Der Vergleich der Organigramme von Ressortübernahme bis zur aktuellen Fassung vom 5.12.2012 bindet viele Mittel auf lange Zeit.
Nun gibt es heute eine Pressemitteilung von Frau Conrad, dass man keine bundeseinheitliche Lösung in Bildungsbereich anstrebt.
Irgendwie bekommt die FDP langsam das Image des Versorgers!
Mit Zahlen können Sie scheinbar nicht umgehen. Installiert man dann eine Aufsicht, würden sie die Stellen dann trotzdem mit den eigenen Leuten besetzen.
Wie Sie richtig bemerken, sind die Taler weg, die hat jemand anders. Und ich kann Ihnen auch sagen, wer sie hat: Amerikas Investmentbanken haben ja die Schrott-Immobilien-Kredite an alle Geldgierigen der Welt verkauft.... und sich somit saniert.
Damit wir uns gut fühlen: Wir haben unseren Beitrag zur Sanierung der Amerikaner geleistet, die seit vielen Jahrzehnten über ihre Verhältnisse leben. Leider sind die Griechen, Portugiesen, Ungarn, Spanier etc. nicht so "clever" wie die Amerikaner..
verschiedenen Parteien und Personen. Zu dieser Skandalreihe dürfen einige Namen
laut genannt werden : Ralf Stegner, Bogislav-Tessen von Gerlach, Jörg Kamischke,
Dr. Nonnenmacher, aber auch Harry-Peter Carstensen.
Einer der wenigen, die sich nicht bluffen liessen oder den Bluff nicht mitmachten war Lothar Hay von der SPD. Weil auch er "nicht die absolute Ahnung hatte", in Sachen
HSH-Bank-Vorlagen, legte er den "Papiersalat" seinerzeit seinem Kundenbetreuer bei seiner Bank vor und liess es sich erklären - um aus allen Wolken zu fallen.
Die Nord-Ostsee-Sparkasse, der Sparkassen- und Giroverband hat auch in die
Verluste der Flensburger Sparkasse und der HSH-Bank etwa 30.000.000 Euro
mehr reingesteckt, als diese in den Miesen waren. Wie das eigentlich ?????
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Die Liste kann noch fortgeführt werden, denn die Sparkassen mussten riesige Summen abschreiben. Damit entfallen auch weiterhin so manche Spenden und Sponsorings. Die Stiftungen bekommen ebenfalls kein frisches Geld. Gewinnausschüttungen der Sparkassen gab es ja eh´ nicht mehr.
Solche großen Banken führen dazu, dass die Landesregierungen erpressbar werden, denn eine Insolvenz hätte ja noch schwerwiegendere Folgen gehabt.
Die eine Partei ("besoffen vom Erfolg", H. Simonis) hatte offensichtlich genau so wenig Ahnung wie die anderen, die die Aufsicht führten. Und die Bankvorstände, die im Aufsichtsrat der HSH saßen, sahen wohl die Kreditersatzgeschäfte als Einbahnstraße, in der es nur Gewinne zu geben schien. Und als dann alles hochkam, verschwanden sie schnell aus dem Aufsichtsrat, um nach außen die "weiße Weste" zu wahren. Die Namen der Banker sollten aus der Negativ-Presse herausgehalten werden.
Wenn man jetzt die Folgen betrachtet, so darf m. E. der Begriff "asozial" durchaus verwendet werden.