HSH NORDBANK
Nachfolge
Politik-Neuling soll HSH Nordbank leiten
Der Investmentbanker Paul Lerbinger soll als neuer Chef der HSH Nordbank den ramponierten Ruf der Bank reparieren. Nach Medienberichten und Informationen aus dem Umfeld der Bank und der Anteilseigner ist Lerbinger der einzige Kandidat, den der Aufsichtsratsvorsitzende Hilmar Kopper am Mittwoch dem Gremium präsentiert.
Lerbinger, der am Donnerstag seinen 55. Geburtstag feiert, hatte sich im Sommer dieses Jahres bereits vorzeitig in den Ruhestand zurückgezogen und wollte lediglich noch Aufsichtsratsmandate wahrnehmen. Er war nach beruflichen Stationen bei BMW, JP Morgan, Warburg und der Deutschen Bank zuletzt Vizechef der Citigroup in Deutschland. Lerbinger soll zunächst als Vorstandsmitglied in den HSH-Vorstand eintreten und erst später den Vorsitz übernehmen.
Neuer Mann ist politisch unerfahren
Der Investmentbanker ist zwar sofort verfügbar und als Ex-Vorstand der Citigroup auch befähigt, eine Bank zu führen. Er gilt jedoch als politisch unerfahren, da er sich in seinem Berufsleben überwiegend mit Investmentbanking, Kapitalmarkt- und Finanzierungsfragen beschäftigt habe, heißt es aus Regierungskreisen. Die HSH Nordbank gehört überwiegend den Bundesländern Hamburg und Schleswig-Holstein; der Bankchef muss deshalb auch über politisches Geschick verfügen. Nicht zuletzt daran ist auch Lerbingers Vorgänger Dirk Jens Nonnenmacher gescheitert, der das Vertrauen der beiden Landesregierungen nach einer Vielzahl von Skandalen und Negativ- Schlagzeilen einbüßte. Dabei ging es teilweise um riskante und verlustreiche Geschäfte, teilweise um dubiose Spitzelpraktiken im Zusammenhang mit der Kündigung von HSH-Mitarbeitern. Oft gehörte dabei die Sicherheitsfirma Prevent zu den Mitwirkenden, die mittlerweile mit der HSH Nordbank in einem Rechtsstreit liegt. Die meisten der Vorgänge, die auch mehrere Staatsanwaltschaften beschäftigen, sind noch nicht aufgeklärt.
Nonnenmacher hat stets bestritten, von irgendwelchen rechtswidrigen Vorfällen gewusst oder sie gebilligt zu haben. Auch Aufsichtsratschef Kopper vertritt die Meinung, dass Nonnenmacher keine Pflichtverletzungen nachzuweisen seien. Das ist ausschlaggebend für Nonnenmachers Anrecht auf seine vertraglichen Ansprüche, die zwischen zwei und vier Millionen Euro betragen sollen. Mehrere Politiker in Kiel und Hamburg hatten gefordert, Nonnenmacher ohne Abfindung zu entlassen. Dafür fehlt jedoch bislang eine tragfähige Rechtsgrundlage. Der Aufsichtsrat berät auch über die Regelung für Nonnenmachers Ausscheiden.
Leserkommentare
dass Nonnenmacher keine Pflichtverletzung vorzuwerfen seien.lol
das muss er ja als AR-Chef auch,oder?
Wenn Hilmar anderer Meinung wäre, dann hätte er sicher schon ein Schadensformular bei der D&O-Versicherung eingereicht.
M.E. ist die HSH dem Untergang geweiht,das beisst die Maus keinen Faden ab.
Kopper ist aber ein echtes Schlitzohr.
Wenn es nur einen Kandidaten gibt dann sollte es nicht viel Fragen geben und die Entscheidung der "Anteilseigner" (eigentlich sind das die Steuerzahler) nicht schwerfallen.
Sehr geschickt Herr Kopper !
Das ganze Desaster bei der HSH kam mit dem Investmentbanking. Nun kauft man sich ausgerechnet einen Vorstandsvorsitzenden ein, der aus diesem Geschäft kommt. Das deutet darauf hin, dass weiter gezockt werden soll.
Zitat Kostolany (sinngemäß): Hast Du Geld, kannst Du spekulieren, hast Du keines musst Du spekulieren....
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auf lange Sicht : die 2. Pleite. Wie sehr die Citigroup positiv geführt wurde, kann man dem neuen Namen der Bank entnehmen. Hatte die Deutsche Bank nicht auch einige Schwierigkeiten? Naja, das ganze Schmierentheater ist man ja langsam gewohnt, und es winkt ja auch, wie dem Herrn Nonnenmacher, nach einer Abwahl /Rücktritt ein kleiner Obolus. Da sollten wir als Bürger doch volles Verständnis haben.