HSH NORDBANK
HSH Nordbank
HSH-Eigentümer einig über Geschäftsmodell
Die HSH Nordbank war in Folge der Finanzkrise tief ins Minus gerutscht und musste nach Milliardenverlusten von den staatlichen Eigentümern gerettet werden. Foto: dpa
Es werde eine rasche Einigung erwartet, verlautete am Dienstag aus Verhandlungskreisen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa soll sich die Bank von ihrem Geschäft mit den Flugzeugfinanzierungen trennen. Auch sollen Schiffsfinanzierungen verringert und das Immobiliengeschäft mit deutschen Kunden zurückgefahren werden. Die EU-Kommission wolle das Eigentümermodell in dem laufenden Beihilfeverfahren nun zügig prüfen.
Am Montag ist in Brüssel ein Spitzentreffen von Bund, Ländern sowie EU-Kommission geplant. Die EU befasst sich seit rund zwei Jahren mit der HSH Nordbank.
Die HSH Nordbank war 2008 in den Strudel der Finanzkrise geraten und musste nach Milliardenverlusten von den staatlichen Eigentümern gerettet werden. Die EU-Wettbewerbskommission ist daher berechtigt, eventuelle Nachteile für die Konkurrenten der HSH Nordbank durch Auflagen wieder auszugleichen. Sie muss jedoch gleichzeitig darauf achten, dass die Lasten gleichmäßig verteilt werden und ein zukunftsfähiges Bankgeschäft erhalten bleibt.
Hamburg und Schleswig-Holstein hatten als Haupteigentümer Garantien über zehn Milliarden Euro für die Bank übernommen und haben dafür bislang mehr als 800 Millionen Euro Prämie erhalten. Das ist mehr, als in guten Jahren als Dividende ausgeschüttet wurde. Die Bank hat die Garantiesumme mittlerweile auf acht Milliarden Euro zurückgeführt. Ob weitere Garantien abgebaut werden können, hänge unter anderem wiederum von den Brüsseler Entscheidungen ab, sagte der neue HSH-Chef Paul Lerbinger Ende Juni. Der Investmentbanker ist der Nachfolger von Jens Nonnenmacher. Dieser musste die Bank Ende März verlassen, weil er das Vertrauen der Haupteigentümer verloren hatte.
Das mit Steuermilliarden gestützte Institut blickt nach den Turbulenzen nach vorn. Im ersten Quartal 2011 betrug die Kernkapitalquote 17,2 Prozent. Die Bank verfügt damit nach eigenen Angaben über "eine solide Kapitalbasis". Neben den beiden Ländern halten noch der Giro- und Sparkassenverband Schleswig-Holstein sowie eine Investorengruppe um den US-Finanzinvestor J.C. Flowers.
(dpa, shz)
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