Neumünster: Lars Kloth

Neumünsteraner sichert Baustellen

16. März 2010 | Von Tanja Nissen

Hat für seine Existenzgründung in 150 Absperrschranken, 350 Verkehrsschilder, 300 Warnleuchten und jede Menge Fußplatten zum Aufstellen der Warnhinweise investiert – und das ist erst der Anfang, sagt Lars Kloth. Foto: Euler

Kaum hatte er verkündet, dass er gründet, hatte Lars Kloth auch schon 22 potenzielle Kunden. Der gelernte Elektriker sichert jetzt Baustellen: mit Schildern, Schranken und allem, was dazu gehört.

Neumünster. Der Start kann sich sehen lassen: Am ersten März hat Lars Kloth sich selbstständig gemacht. Am zweiten März hat er Briefe an ehemalige Kunden rausgeschickt und sie darüber informiert. Eine Woche später soll er bereits 22 Angebote abgeben. Der Neumünsteraner sichert Baustellen ab - mit Absperrschranken, Verkehrsschildern, Warnleuchten und was sonst noch alles dazu gehört. Und immer nach den Regeln der Straßenverkehrsordnung. Den ersten Auftrag hat er bereits in der Tasche. "Es geht um eine kleine Vollsperrung inklusive Umleitung in Henstedt-Ulzburg", sagt Kloth. Der Grund: Für ein Haus sollen die Wasser- und Stromanschlüsse gelegt werden. Dafür muss die Straße vorm Haus gesperrt werden. Für Kloth bedeutet das, dass er genau 18 Verkehrsschilder termingerecht aufstellen und wieder abbauen muss. Für den 38-Jährigen gelernten Elektriker ist das aber reine Routine.

Er hat beinahe zehn Jahre Erfahrungen in der Branche gesammelt. So lange arbeitete Kloth bei einem bundesweit tätigen Baustellenabsicherer. Kloth: "Ich bin dort als Monteur angefangen und habe mich dann hochgearbeitet." Erst wird er technischer Betriebsleiter, dann Bauleiter. Er macht Kundenakquise, lernt Aufträge zu kalkulieren und kümmert sich um die reibungslose Absicherung der Baustellen. Schließlich steigt Kloth noch ein Treppchen höher auf der Karriereleiter und wird innerhalb des Unternehmens Niederlassungsleiter für Neumünster und Barsbüttel. Schnell spürt er jedoch, dass ihm die Arbeit als Bauleiter mehr Spaß gemacht hat. Er wollte wieder Kundenkontakt. "Aber zurück ging es nicht mehr, und ich wurde immer unzufriedener", sagt Kloth. Und da hat er irgendwann den Entschluss gefasst, sich selbstständig zu machen.

Firmenzentrale gleich neben der Essecke

Gemeinsam mit seiner Frau Sabine arbeitet der dreifache Familienvater einen Gründungsplan aus und geht damit zur Investitionsbank Schleswig-Holstein, um sich beraten zu lassen. Schritt für Schritt füllt er Formulare bei Behörden aus, kümmert sich um Versicherungen, beantragt einen Kredit. Diese "Übergangszeit", bis es dann richtig los geht, sei für ihn und seine Frau eigentlich das Schlimmste gewesen. "Ich bin schon öfter nachts aufgewacht und habe mich gefragt, ob ich auch an alles gedacht habe", sagt Sabine Kloth. Die gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte managt bei ihrem Mann jetzt das Büro.

Die "Firmenzentrale" der Kloths befindet sich im Haus der Familie, gleich neben der Essecke. Kloth geht die Firmengründung pragmatisch an. Schritt für Schritt. Er hat rund 30.000 Euro in eine - wie er sagt - "Grundausstattung" investiert. Er braucht einen Transporter, er hat eine Halle gemietet. Und er hat 350 Verkehrsschilder, 150 Absperrschranken, 300 Warnleuchten und jede Menge Fußplatten zum Aufstellen gekauft. Eine Grundausstattung eben. Denn das kann schnell mehr werden, sagt Kloth. Er ist optimistisch. Seiner Einschätzung zufolge ist der Markt für Baustellenabsicherer in Schleswig-Holstein überschaubar. Es gebe wenig Konkurrenz, so Kloth. Und sein Telefon klingelt schon jetzt ununterbrochen.


 

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