Fehmarn: Daniela Schulz
"Mein großer Traum": die Kneipe auf Fehmarn
Burg auf fehmarn. Sie musste in den vergangenen Wochen Entscheidungen treffen. Viele Entscheidungen. Was kostet ein guter Herd? Was kostet eine Spülmaschine, in der täglich Hunderte von Gläsern und Tellern gespült werden sollen? Was erwartet sie von ihren Mitarbeitern? Und in welchen Farben soll Daniela Schulz die Wände ihres Lokals streichen? Im April will die 31-Jährige in Burg auf Fehmarn eine Lounge eröffnen. "Die Insel" auf der Insel soll es sein. Eine Mischung aus Bar und Restaurant sein. "Ich kann Bier zapfen. Ich kann Gäste bedienen", sagt sie. "Aber das, was ich in den letzten Wochen gemacht habe, habe ich bisher noch nie gemacht." Nicht, dass es schwere Entscheidungen seien, sagt Schulz. Aber es sei aufwändig, sich mit diesen vielen Fragen zu beschäftigen.
Die junge Gastronomin ist selbstbewusst. Sie weiß, wovon sie spricht. Seit gut zehn Jahren arbeitet sie in der Branche. In den Sommermonaten auf Fehmarn. In der Wintersaison in großen Ski-Gebieten, wie in der Schweiz. Jedes Jahr hat sie sich neue Jobs gesucht. Immer mit Erfolg. Dabei ist Daniela Schulz ursprünglich nach Fehmarn gekommen, um beim Amt eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten zu machen. Am Ende der Lehre wurde ihr eine unbefristete Stelle angeboten. Sie hat abgelehnt. Sie wollte mehr - etwas sehen von der Welt.
Immer mit Notizbuch unterwegs
Schulz ist niemand, der die Hände in den Schoß legt. "Ich nehme die Dinge gern selbst in die Hand", sagt sie. Die Saison-Arbeit habe ihr Spaß gemacht, aber man könne sie nicht ewig machen, auch das war ihr klar. Und irgendwann hat sie sich gedacht: "Was die anderen können, das kann ich auch." Daniela Schulz hatte bereits jede Menge Ideen für ihre Lounge gesammelt. Denn ob sie als Saisonarbeitskraft unterwegs war oder mit ihrem Freund gereist ist, immer hat sie ein kleines Notizbuch begleitet. Und darin hat sie aufgeschrieben, was ihr anderswo besonders gut gefallen hat.
Trotzdem sind die Vorbereitungen für die Existenzgründung nicht immer nach Plan gelaufen. Eigentlich will Schulz schon vor einem Jahr eröffnen. Doch das Haus, das sie mieten will, muss erst noch gebaut werden. Und das Bauamt fordert Nachbesserungen beim Bauplan. Der erste Spatenstich verzögert sich so lange, dass sie auf das Sommergeschäft 2009 verzichten muss. Da beschließt sie, ihre Gründung um ein ganzes Jahr zu verschieben. Das wiederum heißt aber auch, dass sie den Kredit in Höhe von 50.000 Euro, der ihr bereits bewilligt worden war, neu beantragen muss.
Wirtschaftskrisen? "Wird es immer geben."
Aber Daniela Schulz hat diese Hürde genommen. In wenigen Wochen wird sie ihre Lounge eröffnen. Schulz: "Das ist mein großer Traum, da steckt so viel Herzblut von mir drin, da sind so viele Tränen geflossen." Jetzt will sie loslegen. Sie ist kein Mensch, der viel zweifelt. Nicht einmal in Zeiten von Wirtschaftskrisen. "Die wird es immer wieder geben. Und irgendwie gibt es nie den ´richtigen` Zeitpunkt. Aber was soll mir passieren? Was soll einem Existenzgründer in Deutschland passieren? Sollte ich scheitern, dann suche ich mir wieder einen Job", sagt Schulz. Aber Scheitern kommt für sie eigentlich nicht in Frage. "Ich bin überzeugt, dass ich es schaffe."





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