Google "Street View"

 

Kontra

"Nein" zu Google - "Nein" zu "Street View"

19. August 2010 | 08:34 Uhr | Von Till H. Lorenz

"Street View" ist Teil des Systems Google - so geht es nicht nur um ein paar Fotos im Internet, sondern um die gewaltigen Datensammlungen eines Quasi-Monopolisten, sagt Till H. Lorenz.

Es gibt Projekte, die mit Googles "Street View" vergleichbar sind. Auch dort werden abfotografierte Straßenzüge und Häuserfassaden im Internet gezeigt. Und dennoch ist die Situation bei Google "Street View" eine andere. Denn beim 3D-Straßendienst des Suchmaschinen-Betreibers geht es nicht nur um ein paar Fotos im Internet, sondern um die gewaltigen Datensammlungen eines Quasi-Monopolisten, mit denen diese Bilder verknüpft werden. Street View steht eben nicht für sich allein. Es ist nicht nur ein Dienst, der den Alltag erleichtert, sondern Teil eines Netzwerks.

Daten, die uns heute noch irrelevant erscheinen, könnten morgen schon brisant sein. Google liest die E-Mails seiner Nutzer aus, gleicht diese mit Suchanfragen ab, blendet passende Werbung ein und weiß besser als der Nutzer selbst, was in den digitalen Landkarten für diesen von Interesse ist. Bei Handy-Nutzern, denn auch in diesem Bereich ist Google aktiv, gibt es das Bewegungsprofil noch obendrauf. Dass im Hause von Google Inc. zudem an fragwürdiger Schnüffelsoftware gearbeitet wird, ist nun seit einigen Monaten auch kein Geheimnis mehr. In Zeiten, in denen über Bundestrojaner und Internetsperren nachgedacht wird, in denen der "Kampf gegen den Terror" dem Staat immer mehr Zugriffsrechte verschafft, bedarf es nicht viel Fantasie, um sich die Gefahren des Systems Google auszumalen. Künftige Rasterfahnder dürfen sich freuen.

Ohnehin: Wer im Zusammenhang mit "Street View" von Freiheit spricht, hat wohl nicht begriffen, was dieses Wort bedeutet. Denn aktuell lässt Google den Menschen keine Freiheit. Es wird einfach wild fotografiert. Doch Freiheit beinhaltet auch das Recht der Betroffenen, "Nein" sagen zu können. "Nein" zu Google. Und "Nein" zu "Street View".


 

Leserkommentare

 
FRANK DZIALLAS 19.08.2010 23:20
Bangemachen

Man Man Man, und heute abend kommt der schwarze Man (Google) wenn man alle mal so ein Lärm um die unfähigen Politiker und möchte gern Sachverständigen machen würden. Wie gesagt neben Google gibt es noch eine Vielzahl von Suchmaschinen. Nur sind diese nicht so bekannt oder beliebt ;-) haben aber genauso brisante Daten auf Lager wie Google wer schreit denn da Stop Halt und Betrug ?????? hm ich höre und lese nichts - ein Schelm wer dabei böseses Denkt. Freiheit fürs Netz und zwar mit allen Kosequenzen.

HERBERT FREY 22.08.2010 19:56
Andere Datensammler...


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