STREIFZÜGE DURCHS WEB
"Google Maps"
Google: Schleswig-Holstein brauchen wir nicht
Mit elf Kameras auf dem Dach fotografieren die Google-Autos die Straßen in Metropolen. In Schleswig-Holstein sind sie aber bisher nur auf Durchreise zu sehen. Foto: dpa
Ein Mann fährt über den Jungfernstieg in Hamburg. Er sieht, wie am rechten Fahrbahnrand ein Taxi hält, am linken Rand zwei Männer ein paar Kisten aus einem Lkw abladen. Doch der Manngibt kein Gas mit dem Fuß, sondern klickt mit seinem linken Zeigefinger auf eine Maus. Er sitzt vor seinem Computer und nutzt das Projekt "Street View" (zu deutsch: "Straßenansicht") von Google.
Die Bilder aus Hamburg sind zwar noch nicht online verfügbar, sollen aber in ein paar Monaten folgen. Der berühmte Broadway in New York ist bereits "befahrbar".
Für das Projekt "Street View" fährt Google mit einem Auto zahlreiche Straßen ab. Auf dem Fahrzeug sind elf Kameras montiert, die während der Fahrt ihre Umgebung rundum fotografieren. So ergeben sich 360-Grad-Aufnahmen. Diese können dann am Computer angesehen werden, als fahre der Nutzer selbst durch die Straßen.
Google hat Schleswig-Holstein nicht auf dem Plan
Die Gemeinde Molfsee bei Kiel hat bereits angekündigt, dem Unternehmen mit der bekannten Suchmaschine die Aufnahmen ihrer Straßen zu untersagen. Die FDP-Ratsfraktion in Neumünster fordert, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um das Fotografieren der Straßen ihrer Stadt zu unterbinden. Und auch in Lübeck stößt das Projekt "Street View" auf Ablehnung: "Die Daten könnten von Kriminellen missbraucht werden", fürchtet Innensenator Thorsten Geißler (CDU). Aber Google-Sprecher Kay Oberbeck sagt gegenüber shz.de: "Die Fotografien für die Funktion der 'Straßenansicht' konzentrieren sich auf Ballungsräume und große Städte wie zum Beispiel Hamburg, Berlin, München, Köln, Stuttgart oder Frankfurt. Es war daher nicht geplant und ist derzeit nicht geplant, das Gebiet von Schleswig-Holstein für die Funktion der 'Straßenansicht' in Google Maps zu befahren."
Aufatmen in Molfsee, Neumünster und Lübeck - und wohl auch im Landtag. Der Innen- und Rechtsausschuss hat das Problem bereits diskutiert. Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragter Thilo Weichert verbucht bereits einen kleinen Erfolg: "Falls in Schleswig-Holstein doch Bilder gemacht werden, hat Google angekündigt, uns zu verständigen", sagt Weichert. Das könnte nach seinen Informationen frühestens im Frühjahr 2009 sein. Er ist überzeugt davon, dass das Unternehmen durch den Druck aus den Städten und Gemeinden aber zunächst "einen großen Bogen um Schleswig-Holstein" machen werde.
Google selbst kann die Aufregung um den Datenschutz nicht verstehen: erkennbare Personen oder Autokennzeichen werden unkenntlich gemacht, bei Beschwerden werden Bilder gelöscht, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.
Leserkommentare
Jawoll, Solveig du hast so recht!
Es ist schon erstaunlich: Da tun unsere Politiker alles dafür, dass sie es mit einem "gläsernen Bürger" zu tun haben - vor allem was seine Einkommenssituation und die sich daraus ergebenden Steuerforderungen angeht - und hoffen, schon bald per "Online-Durchsuchung" auch noch einen Blick auf die Festplatte von Max Meier und Lieschen Müller werfen zu können. Wenn dann Fotos von Straßen im Internet veröffentlicht werden - so wie sie jeder Fußgänger mit seiner Taschenkamera auch schießen kann, dann ist plötzlich der Datenschutz gefragt. Zu so einer bekloppten Doppelmoral wohl nur Mandatsträger fähig. Normale Menschen, die ihr Geld mit ehrlicher Arbeit verdienen (müssen), haben gar nicht die Zeit, sich derart überflüssige Gedanken zu machen.
, nur schade dass diese Pfeifenköpfe nicht lesen und schon gar nichts begreifen können. Aber Sprüche klopfen!
Wie recht Herr Andres hat.... aber so kann man das schönste Bundesland natürlich nicht präsentieren.
Politiker denken immer nur dann Sie müssten wa sinvolles sagen und tun, wenn es der Bevölkerung eh egal.
Naja wenigstens wehrt sich mal jemand gegen Googles Sammelwut...
Aber ich denke über kurz oder lang wird das eh wieder aus Kraft gesetzt. Man muss doch ehrlich mal sehen, wie viele Daten im Netz über jemanden verfügbar sind und welche Konsequenzen das mit sich zieht. Wirklichen Datenschutz gibt es eh nicht, wer weiss denn schon was alles über einen gespeichert wurde? Es gibt zwar eine Auskunftpflicht, aber kennt jeder alles relevanten Stellen? Wer einmal falsch eingetragen wurde kann da ein Lied darüber singen. Im Endeffekt heute wird eh schon jedes Datenschutzgesetz aufgewicht mit der Begründung der Terroristenfahndung und ein ehrlicher Bürger hat ja nichts zuverbergen....
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WAS BILDEN SICH DIE DAMEN & HERREN VON GOOGLE EIN?? UNSER LAND IST DAS SCHÖNSTE ÜBERHAUPT! ALSO SOLLTE ES AUCH BILDER DAVON IM NETZ GEBEN