News Logbuch
28. Juli 2010
Wyk auf Föhr
Heute scheint es, als hätte uns das Wetterglück verlassen. Am Morgen regnet es, und ich muss den Biwaksack schließen, um mir nicht einen nassen Schlafsack zu holen. Als ich eine halbe Stunde später wieder wach werde, regnet es noch immer. Aber inzwischen hat der Wind zugenommen. Er heult in den Wanten, und die Wellen der auflaufenden Flut tragen weiße Schaumkronen. Dunkle Wolken ziehen schnell über den Himmel. Die Temperatur ist deutlich gefallen. Es sieht nicht so aus, als könnten wir unser geplantes Programm heute durchziehen.
Um 10.30 Uhr habe ich ein Interview mit Michael Klisch von der Schutzstation Wattenmeer vereinbart. Er kommt, zusammen mit einem FÖJler, auf die Ronja. Bis 12 Uhr reden wir in der Kajüte über die Arbeit der Schutzstation. Mehr davon gibt es am Donnerstag in der Zeitung. Dann, gegen Mittag: John hat den Wetterbericht gehört. Er zweifelt daran, dass wir unser geplantes Ziel, die Hallig Gröde, heute erreichen. Wir wägen Vor- und Nachteile ab und beschließen dann, heute sofort nach Föhr weiterzufahren. Gleich machen wir uns auf den Weg. Der Wind pfeift inzwischen bedrohlich. Wendemanöver mit sprühender Gischt, und schon sind wir unterwegs. Auch diesmal wieder wird die Ronja gefordert. Hart am Wind segeln wir Richtung Föhr. Gischt spritzt über das Vorschiff und manchmal gar bis in die Plicht. Die Überfahrt wird spannend.
Völlig durchnässt
Knappe zwei Stunden dauert die Überfahrt. Unterwegs setzen wir das Großsegel, gar nicht so einfach bei dem Seegang. Bei der Ankunft bin ich nass bis auf die Unterwäsche. Beim Filmen haben mich ein paar Brecher auf dem Vorschiff erwischt. Ich friere und bin nass von Kopf bis Fuß. Im Seglerhafen von Wyk auf Föhr machen wir fest. Von John erfahre ich, dass der "Wettermacher" es derzeit nicht gut mit uns meint Also entscheiden wir, erst mal hier zu warten und morgen weiterzusehn.
Dann muss ich sofort an die Arbeit, denn ich habe nur zweieinhalb Stunden bis zum Redaktionsschluss. Knapp bekomme ich meine Reportage fertig. Am Hafen kann ich endlich mal wieder duschen. Todmüde geht es in die Koje.



Wird die Natur übertölpelt?
Das heimliche Meer


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