SYLTER RUNDSCHAU

 

Kooperation

Vestas geht an die Hochschulen

10. September 2008 | Von sis

Die Absichtserklärung für die Hochschul-Kooperation wird unterschrieben (v. li.): Peter Michael Stein (IHK), Martin Heimes (Vestas), Prof. Dr. Stephan Panther (Universität Flensburg) und Prof. Dr. Michael Berger (Fachhochschule Westküste). Foto: Volkert Bandixen

Direkt in den Job hinein studieren: Der Husumer Windrad-Hersteller Vestas arbeitet mit Hochschulen zusammen und sucht seine Mitarbeiter künftig in Heide und Flensburg.

Husum. Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis ist das beste Konzept, um neue Ideen und Mitarbeiter für das eigene Unternehmen gewinnen zu können. Auf diese Philosophie setzt die Spitze des dänischen Windkraftanlagen-Herstellers Vestas Central Europe. Gestern ist bei der Husum WindEnergy eine Absichtserklärung für eine Kooperation zwischen dem Unternehmen mit Sitz in der nordfriesischen Kreisstadt, sowie der Universität Flensburg, der Fachhochschule Flensburg und der Fachhochschule Westküste (Heide) unterzeichnet worden. Vestas ist nach Angaben des Sprechers für Deutschland, Andreas Eichler, mit 1400 Mitarbeitern (weltweit 18.000) in der Branche der größte Arbeitgeber in Schleswig-Holstein.

Warum Vestas nicht auf eine Wirtschaftsberatung zurückgreife, erklärte Martin Heimes (Senior Vice President Finance): "Wir sind in der Region verwurzelt und wollen hier etwas tun." Zudem seien keine "Produkte von der Stange, sondern "frische Ideen" gefragt. "Frühzeitig" Kontakte zu Hochschulen aufzubauen, ist nach den Ausführungen des Managers auch Personalpolitik mit Blick in die Zukunft - denn: "Wir werden weiter wachsen und es ist schwierig für uns, gut ausgebildete und erfahrene Mitarbeitern zu bekommen." Heimes hofft über die neue Allianz Studenten davon überzeugen zu können, nicht Richtung Süden abzuwandern, sondern in der Region zu leben und zu arbeiten.

"Win-win-Situation" für beide Vertragspartner

Schwerpunkte der Kooperation, die demnächst noch vertraglich abgesichert wird, sind Technik und Wirtschaft. Martin Heimes nannte drei Bereiche, für die Projekte gestartet werden: "Controlling" - die FH Westküste habe bereits ein "Werte-Plus-System" für das Service-Geschäft entwickelt -, "Accounting" - die Buchhaltung solle verbessert werden - und "Innovation" - wobei nicht Ingenieursleistungen, sondern die Weiterentwicklung von Organisationsstrukturen im Mittelpunkt steht. Von Vestas werden Forschungsaufträge übertragen und Studentenpraktika angeboten.

Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Flensburg, Peter Michael Stein, sprach von einer "Win-win-Situation": Erkenntnis-Gewinne für das Unternehmen und praxisnahe Fragestellungen für die Wissenschaft. "Gefunden" haben sich die Kooperationspartner durch Berater des Wissens- und Technologietransfers, einer Tochter-Gesellschaft des Landes und der drei IHK in Schleswig-Holstein.


 

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