
Windrad-Hersteller Vestas
Per Power-Party in die fünfte Jahreszeit
Vor der Party (v.li.): Andreas Eichler (Vestas), Rainer Baake, Jost de Jager und Hans Jørn Rieks (Vestas). Foto: Bandixen
Husum. Als "fünfte Jahreszeit für Husum" bezeichnete Jost de Jager, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium die fünf Tage der "WindEnergy". Zugleich bescheinigte er Branchenführer Vestas, das Ambiente seiner "Power-Party" auf dem Flughafen-Gelände werde auch "immer schicker". Dort hatte der dänische Windenergie-Konzern am Abend vor dem Messe-Auftakt mit weit über 1.000 Gästen - darunter viel "Wind"- und Polit-Prominenz - ausgiebig gefeiert.
Hauptredner des Abends war Rainer Baake - heute Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. Der 53-Jährige gilt als Organisator aller umweltpolitischen Großbaustellen der rot-grünen Regierungszeit. Der ehemalige beamtete Staatssekretär unter Bundesumweltminister Jürgen Trittin berät heute Hessens Ministerpräsident Roland Koch in Sachen Nachhaltigkeit.
"Wenn neue Kohlekraftwerde hinzukommen, stören erneuerbare Energien"
Bei der "Vestas-Power-Party" im völlig weiß (mit ein wenig Blau) drapierten Super-Zelt, das vor einem Flugzeug-Hangar aufgebaut worden war, prophezeite der Umweltexperte eine "beinharte Auseinandersetzung um die Energiepolitik" - auf der einen Seite die Struktur-Konservativen: Atom, Kohle; auf der andere die Modernisierer (Atom-Ausstieg, kein Zubau Kohle, Kraft-Wärme-Koppelung bei Gas-Kraftwerken, Ausbau erneuerbare Energien). "120 Terrawattstunden neu ins Netz - das geht nicht ohne Konflikte", ist sich Baake im Hinblick auf zusätzliche Windkraft-Leistung sicher. Und er legte noch nach: "Wenn der Anteil der Kernenergie so bleibt, wie er ist, wenn neue Kohlekraftwerke hinzukommen, dann stören die erneuerbaren Energien."
Der ehemalige Umwelt-Staatssekretär forderte deshalb flexible (Gas)-Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Koppelung, die in der Lage sind, die schwankenden Einspeisungen durch Wind oder Sonne auszugleichen. Zu den Plänen, in Schleswig-Holstein neue Kohlekraftwerke ohne diese Ausgleichstechnik zu bauen, hatte Rainer Baake nur ein Wort übrig: "Unglaublich."




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