Windrad-Hersteller Vestas

Per Power-Party in die fünfte Jahreszeit

10. September 2008 | Von o/pst

Vor der Party (v.li.): Andreas Eichler (Vestas), Rainer Baake, Jost de Jager und Hans Jørn Rieks (Vestas). Foto: Bandixen

Ein großes weißes Zelt mit 1.000 Gästen: Vestas feierte auf der Husum WindEnergy - nicht ohne kritische Untertöne.

Husum. Als "fünfte Jahreszeit für Husum" bezeichnete Jost de Jager, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium die fünf Tage der "WindEnergy". Zugleich bescheinigte er Branchenführer Vestas, das Ambiente seiner "Power-Party" auf dem Flughafen-Gelände werde auch "immer schicker". Dort hatte der dänische Windenergie-Konzern am Abend vor dem Messe-Auftakt mit weit über 1.000 Gästen - darunter viel "Wind"- und Polit-Prominenz - ausgiebig gefeiert.

Hauptredner des Abends war Rainer Baake - heute Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. Der 53-Jährige gilt als Organisator aller umweltpolitischen Großbaustellen der rot-grünen Regierungszeit. Der ehemalige beamtete Staatssekretär unter Bundesumweltminister Jürgen Trittin berät heute Hessens Ministerpräsident Roland Koch in Sachen Nachhaltigkeit.

"Wenn neue Kohlekraftwerde hinzukommen, stören erneuerbare Energien"

Bei der "Vestas-Power-Party" im völlig weiß (mit ein wenig Blau) drapierten Super-Zelt, das vor einem Flugzeug-Hangar aufgebaut worden war, prophezeite der Umweltexperte eine "beinharte Auseinandersetzung um die Energiepolitik" - auf der einen Seite die Struktur-Konservativen: Atom, Kohle; auf der andere die Modernisierer (Atom-Ausstieg, kein Zubau Kohle, Kraft-Wärme-Koppelung bei Gas-Kraftwerken, Ausbau erneuerbare Energien). "120 Terrawattstunden neu ins Netz - das geht nicht ohne Konflikte", ist sich Baake im Hinblick auf zusätzliche Windkraft-Leistung sicher. Und er legte noch nach: "Wenn der Anteil der Kernenergie so bleibt, wie er ist, wenn neue Kohlekraftwerke hinzukommen, dann stören die erneuerbaren Energien."

Der ehemalige Umwelt-Staatssekretär forderte deshalb flexible (Gas)-Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Koppelung, die in der Lage sind, die schwankenden Einspeisungen durch Wind oder Sonne auszugleichen. Zu den Plänen, in Schleswig-Holstein neue Kohlekraftwerke ohne diese Ausgleichstechnik zu bauen, hatte Rainer Baake nur ein Wort übrig: "Unglaublich."


 

Leserkommentare

 


Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben. Anmelden

Warum muss ich mich anmelden/registrieren?

shz.de distanziert sich prinzipiell von allen in den Leserkommentaren geäußerten Meinungen ohne Rücksicht auf deren Inhalte. Alle Beiträge in den Leserkommentaren geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen der User wieder.

Bitte beachten Sie unsere Richtlinien für Kommentare!

Umfrage

 

Windkraft statt Atomstrom

Soll der Bau von Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee vorangetrieben und am Atomausstieg festgehalten werden?

Nein, Windräder verschandeln nur die Landschaft, die Energiegewinnung aus Wind ist viel zu unbeständig.

Ja, Windräder sind eine vernünftige Alternative zur viel zu gefährlichen Atomenergie.

Dazu habe ich keine Meinung.


 

 

KARTE

Kraftwerke in Schleswig-Holstein

Alle zurzeit in Betrieb befindlichen und geplanten Kohle-, Wind- und Atomkraftwerke in Schleswig-Holstein - auf unserer Karte.

 
 

ENERGIE UND VERBRAUCHER

Stromanbieter wechseln

Wie sich der Anbieterwechsel lohnt, erklärt die schleswig-holsteinische Bürgerinitiative "Günstiger Strom für alle".

Wie Sie den Stromanbieter wechseln, erklärt die Bürgerinitiative im Video.

Der Fall "Lichtblick"

Öko-Anbieter liefert heimlich Atomstrom
Umweltschützer: "Lasst die Kirche im Dorf"
Kommentar: Die Öko-Lüge

 
 


KONTAKT | IMPRESSUM | AGB | DATENSCHUTZ