Kernenergie

Brunsbüttel-SPD ist für ein neues Atomkraftwerk

10. Juli 2008 | 15:48 Uhr | Von dpa

Das Kernkraftwerk Brunsbüttel wird wohl 2010 endgültig abgeschaltet. Die SPD-Ratsfraktion in der 14.000-Einwohner-Stadt wäre für einen Neubau. Foto: ddp

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Die SPD-Ratsfraktion in Brunsbüttel spricht sich für die Atomenergie in ihrer Stadt aus. Sogar einen Neubau würden die Kommunalpolitiker befürworten.

In der besonders atomkritischen schleswig-holsteinischen SPD gibt es am Kraftwerksstandort Brunsbüttel doch Befürworter für den Bau eines neuen Reaktors. "Wenn ein Investor sagen würde, 'Ich baue hier ein Kernkraftwerk', würde die SPD-Ratsfraktion mit Mehrheit dafür stimmen", sagte der Vorsitzende des Ortsvereins, Wilhelm Malerius. Er teile die Position. Der ehemalige Landtagsabgeordnete begründete dies mit dem Ziel, den Energiestandort Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) zu erhalten und auszubauen. Scharfer Widerspruch kam von SPD-Landeschef Ralf Stegner, der von der "Einzelmeinung eines Kommunalpolitikers" sprach. Malerius hatte sich entsprechend am Mittwochabend in den ARD-"Tagesthemen" geäußert.

Nach derzeitigem Stand würde das aufgrund von Pannen weiterhin abgeschaltete Atomkraftwerk Brunsbüttel im Jahr 2010 endgültig stillgelegt werden. Geplant ist in der Stadt an der Elbe-Mündung der Bau von zwei Kohlekraftwerken.

Landespartei steht zum klaren Nein

"Das ist eine absolute Einzelstimme", betonte SPD-Landeschef Stegner im Hinblick auf die Äußerungen aus Brunsbüttel. Die Landespartei teile die Haltung in keiner Weise. Sie wolle keine Verlängerung der Restlaufzeiten und schon gar keinen Neubau eines Atomkraftwerks, erklärte Stegner. "Derartige Pläne würden auf den entschiedenen Widerstand der SPD Schleswig-Holstein stoßen. Denn die Atomkraft ist gefährlich, die Endlagerung der Abfälle, die noch Hunderttausende von Jahren strahlen, weltweit ungeklärt." Das Bekenntnis zum Atomausstieg sei glasklar. Es gebe nicht den geringsten Grund, davon Abstand zu nehmen.

Malerius führte auch Klimaschutzargumente an: Atomkraftwerke schieden fast gar kein Kohlendioxid aus. Massive Kritik aus der eigenen Partei halte man aus, sagte Malerius. "Wir haben unsere eigene Meinung und werden davon nicht abweichen." Mit der künftigen Energiepolitik in Schleswig-Holstein wird sich in der nächsten Woche ausführlich der Landtag befassen.


 

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