DER LANGKAU-PROZESS
Langkau gesteht Doppelmord
"Püppi sollte endlich ruhig sein"
Langkau belastet auch einige Zeugen schwer, darunter den ehemaligen Präsidenten der Flensburger "Hells Angels". "Du fährst jetzt los und legst dich um." Eine andere Alternative sieht Thomas Langkau am Abend des 16. Februar 2009 für sich nicht mehr. Warum? Am Abend zuvor trifft Langkau den damaligen Chef des Motorradclubs, mit dem er befreundet ist, an einer Flensburger Tankstelle. "Du wirst Stress bekommen, wie du ihn noch nie gehabt hast", kündigt der damalige "Hells-Angels"-Boss an. Wahrscheinlich, weil er von einem guten Freund - dem Betreiber eines Tattoo-Studios - erfahren hat, dass Langkau unbequemen Geschäftspartnern mit "Besuchen" der "Hells Angels" gedroht haben soll.
Aufgewühlt, von Weinkrämpfen geschüttelt schildert Langkau die letzten Stunden vor der Tat: Um 18 Uhr ist er mit dem Gläubiger, der ein Darlehen über 380 000 Euro zurückfordert, zum Steak essen verabredet. Langkau ist schon vorher in der Stadt und beschließt um 17.20 Uhr spontan, zum Inhaber des Tattoo-Studios zu gehen, um den Vorfall an der Tankstelle aufzuklären. In dessen Wohnung sitzt der Gläubiger. Nicht 380.000 sondern 930.000 Euro soll Langkau ihm binnen 48 Stunden zurück zahlen. "Ich hatte dieses Geld nicht", sagt Langkau. "Halt die Fresse, sonst klatsche ich dich an die Wand", soll der Hausherr gedroht haben. Der Gläubiger soll noch weiter gegangen sein: "Wenn du nicht zahlst, fangen wir bei deiner Familie an, bei Marie. Erst schneiden wir ihr einen Zeh ab, dann noch einen. Dann kommt deine Frau. Zahlst du immer noch nicht, sind die Familien deiner Geschäftspartner dran."
"Ich habe das Wichtigste in meinem Leben verloren"
"Ich wusste, was passiert, wenn die "Hells Angels" Inkasso-Aufträge ausführen", sagt der Angeklagte. Der einzige, der ihm noch hätte helfen können, war sein Vater. Doch: "Ich konnte nicht zu ihm gehen. Ich schuldete ihm schon eine Million Euro. Ich wollte doch, dass er endlich stolz auf mich ist, mich nicht als Versager bezeichnet."
Genau so beschimpft ihn wenig später auch seine Frau, als er ihr zuhause von seinen Problemen erzählt. Vor der Heimfahrt kauft Langkau ein Messer, Pfefferspray und zwei Flaschen Grillanzünder. "Ich wollte wegfahren, mir die Pulsadern aufschneiden, mich mit dem Spray betäuben und das Auto in Brand setzen", sagt Langkau. Doch seine Frau sei hysterisch geworden, habe ihn attackiert, ihm vorgeworfen, das Leben der Familie zerstört zu haben und sie prophezeit: "Dein Vater macht dir die Hölle heiß." "Ich wollte, dass Püppi endlich ruhig ist. Ich habe sie gewürgt, ihr ein Kissen aufs Gesicht gedrückt", sagt Langkau. Doch "Püppi" wird nicht ruhig. "Ich habe mehrere Messer geholt und wie im Wahn auf sie eingestochen. Dann kam Marie und hat sich schützend auf ihre Mutter geworfen, da habe ich auch auf sie eingestochen. Es tut mir so leid. Ich habe das Wichtigste in meinem Leben verloren, ich bin fertig - jeden Tag", sagt Langkau. Wenige Tage später fügt sich Langkau in einem Berliner Hotel mit dem Messer 60 Wunden selbst zu - und überlebt.
"Das muss erst mal sacken", sagte der Richter nach der unerwarteten Aussage. Viel Zeit dafür bleibt nicht. Der Prozess wird morgen fortgesetzt.
Leserkommentare
Ich sehe es auch wie M Lux. Der Typ ist unberechenbar. Durchgeknallt und fern der Heimat( Intellekt). Weggesperrt.
@Redaktion: dass es vielleicht Angehörige/nachbarn sein könnten, die nur mehr eine Hass auf diesen Menschen haben, sollten Sie respektieren. Auf den Täter wird Rücksicht genommen(keine Beleidigungen anderer Menschen ihm gegenüber), aber hat Herr L Rücksicht auf seine Familie genommen? )Denken Sie bitte mal an die nachbarn und Hinterbliebenen des Herrn L
Sehr geehrte(r) Herr oder Frau Bödecker,
auch wenn wir die Wut über die grausame Tat nachvollziehen können, müssen wir dennoch Beleidigungen auf unserem Portal entfernen. Ihre Meinung über Herrn Langkau können Sie auch äußern, ohne ausfallend zu werden - was Sie ja auch getan haben.
Herzliche Grüße
Ihre Onlineredaktion
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Da verliert man mal ganz einfach die Kontrolle, wenn jemand laut und ungehalten ist und tötet dann diesen Menschen und einen weiteren Mitmenschen (die man ja angeblich liebt) bestialisch ab. Ist ja ganz toll. Da Langkau unter Kontrollverluste leidet sollte er für immer und ewig weggesperrt werden. Der hat auf dieser Erde nichts mehr zu suchen!!! Alleine schon eine Frechheit, daß sich dieser kaputte Typ auch noch entschuldigt - Das kommt wohl zu spät - !!!! [Beleidigung entfernt. Die Redaktion]