DER LANGKAU-PROZESS
Thomas Langkau vor Gericht
Mordprozess mit Wortgefechten
Flensburg 16. Februar 2009 - der Tag, an dem Ricarda und Marie Langkau durch 150 Messerstiche starben. Eine gute Stunde vor der grauenvollen Tat traf sich der des Mordes angeklagte Thomas Langkau mit seinem ehemaligen Freund und Finanzpartner Michael M. auf dem Nordermarkt in Flensburg. Worum ging in dem dann folgenden Gespräch? Welche Rolle spielen die Hells Angels und ein Mann namens Olaf M.? Diese Fragen versuchte die I. Große Strafkammer gestern zu klären. Fast vier Stunden lang wurde der Zeuge befragt - und vor allem von der Verteidigung in massive Erklärungsnot gebracht.
Es war offensichtlich, dass Michael M. nicht gewillt war, auch nur ein gutes Haar an Thomas Langkau zu lassen. Der Unternehmensberater hatte vom Angeklagten 380000 Euro zurückgefordert, die er in dessen Gesellschaft "Europe Capital" investiert hatte. Dabei soll er erheblichen Druck ausgeübt haben. Genau dies aber bestreitet der Zeuge vehement. Im Gegenteil: Leib und Leben seiner Familie seien bedroht worden. Nachdem M. gemerkt habe, dass mit dem zweckgebundenen Geld anders verfahren werde als vertraglich vereinbart, ihm Einblicke in die Bücher verwehrt wurden, kündigte er am 10. Februar den Vertrag. Einen Tag später sei Langkau mit zwei Geschäftspartnern bei ihm zu Hause aufgetaucht, wutentbrannt - "die Augen herausgequollen, wie ein Zombie". Ihm habe regelrecht gegruselt, schildert der eloquente Geschäftsmann.
"Die hat sich die Taschen vollgemacht auf Kosten anderer"
Am 13. Februar erstattet er Anzeige gegen Langkau wegen Bedrohung, bandenmäßigen Betruges und Veruntreuung. Etwa 1,3 Millionen Euro, so sein Vorwurf, seien von Europe Capital auf Privatkonten der Familie Langkau abgeflossen. "Die hat sich die Taschen vollgemacht auf Kosten anderer." Er beschreibt den 38-Jährigen, der sich ihm als mehrfacher Millionär vorgestellt habe, als Hochstapler, vor dem er, als dieser sich mit der Verbindung zu den Hells Angels gebrüstet und ihn dadurch eingeschüchtert habe, "panische Angst" hatte.
Als Verteidiger Andreas Thiel ihn in die Mangel nimmt, offenbart er erhebliche Erinnerungslücken. Thiel will nachweisen, dass der Zeuge seinerseits ein höchst bedrohliches Szenario gegenüber seinem Mandanten aufgebaut habe. In diesem Kontext bringt er Olaf M. ins Spiel, mit dem M. sich nach dem Gespräch auf dem Nordermarkt getroffen hatte. Das hatte dieser in zwei Vernehmungen noch verschwiegen. Aus welchem Grund? Es folgen harte Wortgefechte. Michael M.: "Wollen sie mir etwa unterstellen, ich hätte Olaf M. auf Langkau gehetzt?" Thiel bohrt weiter. Hält M. die Aussage eines weiteren Zeugen vor, in der eine Verbindung zu den Hells Angels offenbar wird, die M. wenige Minuten zuvor im Schwurgerichtssaal noch bestritten hatte.
Direkt im Anschluss an die Verhandlung muss Michael M. seinen E-Mail-Verkehr von 1. bis 18. Februar 2009 offenlegen. Die Auswertung verspricht spannend zu werden. Und Michael M. wird sich weiteren unbequemen Fragen stellen müssen. Doch schon jetzt ist die Glaubwürdigkeit des Zeugen erschüttert.
Leserkommentare
Hoffentlich gibt es Lebenslang mit anschließender Sicherheitsverwahrung, dieser Abschaum gehört NIE wieder in die Freiheit entlassen!
Was hat die ganze Sch... mit seinem Doppelmord zu tun? Ist die Staatsanwaltschaft nicht ganz dicht sich auf so einen Mist einzulassen? Die sollen den [Beleidigung entfernt] ganz fix abfertigen und auf ewig wegschliessen. Aus die Maus. Ich werd bekloppt hier. Da bringt einer planmässig eiskalt seine Frau und Tochter auf bestialische Weise um, und dann wird die [Beleidigung entfernt] noch im KH gesund gepflegt, täglich durchgefüttert, anschliessend eingesperrt, zu jedem Verhandlungstag kutschiert und noch die Chance gegeben seinen wiederlich hässlichen Wirsing mit Hilfe eines miesen Rechtsverdrehers aus der Schlinge zu ziehen. Und das alles von unserem sauber verdienten Geld. Da fragt man sich wofür man jeden morgen aufsteht und Keulen geht. Naja, da weiss man in jedem Fall wo seine Abzüge bleiben. Mit dem Penner sollte man das gleiche tun, was er seiner Frau und Tochter angetan hat. Ich würde mich dafür freiwillig melden. Wenn es in Deutschland eine Hit-Liste für Verbrecher geben würde, würde der Ehrenwerte Herr T.L wohl mit Abstand den 1.Platz belegen und sich jahrelang in den Charts halten. Habe fertig.
@ Vater und Ehemann:
Menschen mit einem so niedrigen Niveau haben schon vor etwa 70 Jahren den "gerechten Volkszorn" arbeiten lassen. Dieser Kommentar ist ja wohl das letzte. Die Tat von Herrn Langkau ist durch nichts zu entschuldigen oder zu rechtfertigen. Jedoch gilt auch für ihn das Prinzip des fairen Prozesses. Liebe Onlineredaktion, ich glaube kaum das dieser "gute Deutsche" Vater und Ehemann hier so einen Dreck öffentlich machen sollte.
Bei Ihnen habe ich da so meine Zweifel. Komm mir doch nicht mit Kamellen von vor 70 Jahren, Gerechtigkeit und Niveau. Von fairness kann hier ja wohl absolut nicht die Rede sein. Mach mal die Augen auf damit Sie im Sturm auch mal was sehen. Ich stehe zu meiner Meinung und ich denke das ich mit dieser nicht allein da stehe. Und was hier veröffentlicht wird oder nicht, bestimmen sie ganz sicher nicht.
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