DAS SPARPAKET
Uni Lübeck
Mehrheit für Sparplan schwindet
"Ich stehe nicht dazu, dass die Medizin-Fakultät in Lübeck geschlossen wird", sagte der Parlamentarier aus dem Wahlkreis Eutin-Süd am Donnerstag.
Schwarz-Gelb hat im Landtag nur eine Stimme mehr als die Opposition.
Die Koalition will die Medizin in Kiel konzentrieren, um zunächst 24 Millionen Euro pro Jahr zu sparen.
Mit Blick auf die Haushaltsentscheidung im Dezember sagte der Lübecker Politiker Koch: "Ich glaube, die Frage wird gar nicht mehr zur Abstimmung gestellt." Er und Hamerich rechnen nach eigenen Worten mit anderen Lösungen. Hamerich betonte aber, grundsätzlich stehe er hinter den Sparplänen und dem Ministerpräsidenten. "Ich stelle mit dieser Entscheidung nicht Peter Harry Carstensen (CDU) infrage." Das Wissenschaftsministerium wollte die Äußerungen der Abgeordneten nicht kommentieren.
Ministerium will Grundsatzpapier entwickeln
Indes gibt es aus Kiel positive Signale für die Lübecker Universität: Das Ministerium und die Hochschule wollen bis zur Sommerpause ein gemeinsames Grundsatzpapier zur Hochschulmedizin am Standort Lübeck entwickeln. Das sei bei einem Treffen zwischen de Jager, Uni-Präsident Peter Dominiak und dem Kanzler der Hochschule, Oliver Grundei, verabredet worden, sagte die Leiterin des Ministerbüros, Friederike Kampschulte. Einfließen sollen das bislang noch nicht bekannte Sparkonzept der Uni und die Vorschläge der Haushaltsstrukturkommission. Es sei aber auch abhängig von Gesprächen mit dem Bund.
Bislang plant die Koalition, mit der Streichung der Medizin zunächst 24 Millionen Euro pro Jahr zu sparen. Langfristig könnten es bis zu 50 Millionen werden, wie aus der Antwort auf eine kleine Anfrage der Grünen hervorgeht. Derzeit erhält die Uni insgesamt 99 Millionen Euro vom Land. "Es wird nicht auf Null gekürzt", betonte Kampschulte.
Sternmarsch mit 14.000 Teilnehmern
Gegen die Streichung der Medizin an der Lübecker Universität haben Studenten für Donnerstagabend zu einem Sternmarsch in die Innenstadt aufgerufen. Die Veranstalter rechneten mit rund 14.000 Teilnehmern.
Ebenfalls für den Abend war in der Hansestadt eine Diskussionsrunde mit dem Kieler FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki, der Staatssekretärin im Wissenschaftsministerium, Cordelia Andreßen, Uni- Präsident Peter Dominiak, Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) und der Asta-Chefin Linda Krause geplant. Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU) hatte aus familiären Gründen abgesagt.
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