Mediengrummel

Schwer verdaulich

21. November 2011 | 06:00 Uhr | Von Gerhard Hildenbrand

Zehn Menschen wurden hingerichtet. In den Medien lief die die Mordserie unter dem Namen "Döner-Morde". Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand findet das schwer verdaulich.

Neun Ausländer wurden von einer Mörderbande aus Nazi-Ablegern hingerichtet: Ein Blumenhändler, ein Schneider, zwei Obst- und Gemüsehändler, zwei Döner-Verkäufer, einer arbeitete für einen Schlüsseldienst, einer in einem Kiosk und das letzte Opfer in einem Internetcafé. Ein Grieche, acht Türken. Das reichte, um die Mordserie quer durch die Medien als "Döner-Morde" zu bezeichnen. Oder etwas verschämter als "sogenannte Döner-Morde". Beziehungskriminalität unter Türken eben, wo der Dönerstand schnell zum Schießstand wird. Jetzt müssen sich einige Thüringer Bratwurst-Beamte und zwielichtige Schnitzel-Spitzel vom Verfassungsschutz die höchst unangenehme Frage gefallen lassen, warum die Sauerkraut-Nazis jahrelang mordend durchs Land ziehen konnten. Dumm wie deutsches Landbrot stehen sie jetzt da.

In Heilbronn haben dieselben Täter eine Polizistin erschossen, ihren Kollegen schwer verletzt. Die schwäbischen Spätzle-Fahnder im Land, wo sie sonst alles können, blieben ohne Erfolg. Nun streiten sich ein Maultaschen-Minister und ein Trollinger-Staatsanwalt, ob die Tat restlos aufgeklärt ist oder nicht. In deutschen Talkshows wurschteln sich jede Menge Eintopf-Moderatoren durch die unappetitliche Gerüchteküche, die dümmsten Experten prahlen mal wieder mit den größten Kartoffeln. Der Weißwurst-Minister aus Bayern lässt erkennen, dass er von den organisierten Rechtsradikalen wenig Ahnung hat. Nicht wenige seiner Schweinshaxen-Freunde und auch die Rot- und Grünkohl-Kollegen von der Gegenseite fordern ein NPD-Verbot. Darauf einen Raki! Vielleicht hilft's. Manchmal ist sie schwer verdaulich, diese deutsche Küche.


 

Leserkommentare

 
PETER CARSTENS 21.11.2011 07:52
Rassismus?

Die Mordserie wird seit Jahren als Döner-Morde bezeichnet, und niemanden hats interessiert, so lange nach Tätern aus dem Rotlich-Milieu gesucht wurde. Nun ist das auf einmal rassistisch?
Ein türkischer Minister hat die Opfer als Märtyrer für den Islam bezeichnet - wie gefällt das wohl den Familien der Opfer, vor allem des Polizisten und des griechischen Toten? Gibts da auch noch so einen Kommentar von Ihnen, ?

Der Fall verdient Beachtung und vor allem Aufklärung! Die Opfer und Hinterbliebenen verdienen Anteilnahme und Respekt. Aber muss man jetzt überall versteckten oder latenten Rassismus wittern?

ANTI GRUEN 21.11.2011 12:03
Deutschenhass

Ein Sabber-Kommentator mit Bier-Bauch und Cognac-Birne hat sich hier gründlich ausgetobt. In Berlin stehen vier Türken vor Gericht. Sie wollten in der U-Bahn einen Deutschen tottreten. Motiv: Deutschenhass. Dieses unter Türken und Arabern weit verbreitete Motiv wird von der Politik und Presse stets totgeschwiegen. Vielleicht hat der Sabber-Kommentator dazu auch die passeden Zeilen parat. Unsere Justizministerin will die Angehörigen der Döner-Morde entschädigen. Werden die Opfer des türkischen Deutschenhasses auch entschädigt?

Egal wer hier wen umlegt, jeder Tote ist einer zuviel. Die Rassismus-Debatte wird wieder total überdreht. Ein Verbot der NPD bringt garnichts. Dann wird eben eine PND gegründet. Es ist besser den Haufen gründlich zu überwachen, um weitere Taten zu verhindern.



Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben. Anmelden

Warum muss ich mich anmelden/registrieren?

shz.de distanziert sich prinzipiell von allen in den Leserkommentaren geäußerten Meinungen ohne Rücksicht auf deren Inhalte. Alle Beiträge in den Leserkommentaren geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen der User wieder.

Bitte beachten Sie unsere Richtlinien für Kommentare!


 

 

SHZ.DE MOBIL

Auch unterwegs bestens informiert!

Mit der iPhone-App und dem Mobilportal von shz.de haben Sie die neuesten Nachrichten aus Schleswig-Holstein immer zur Hand.

Weitere Informationen...

 
 

BUCHVERKAUF

Ihr (Enkel-) Kind ist der Held!
Verschenken Sie ein Kinderbuch, in dem Ihr Liebling die Hauptperson spielt.
Mehr Infos finden Sie hier

 
INSTITUT50PLUS
Lebendig leben...
Angebote für eine aktive Lebensgestaltung
 
HÄUFIG GELESEN

Ex-Tafel wehrt sich gegen neue Vorwürfe

"Flensburger Gaben" schon wieder in der Kritik: Werden Russlanddeutsche bei der Ausgabe von einer ...mehr

 
 


KONTAKT | IMPRESSUM | AGB | DATENSCHUTZ