LESESTOFF
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Holzschnitt für stählerne Schiffe
Krimis mit viel Lokalkolorit werden immer beliebter. Nicht nur in kleinen regionalen Verlagen, auch in größeren Häusern setzen die Lektoren auf den Widererkennungseffekt. Und so hat Boris Meyn nun schon seinen fünften historischen Krimi geschrieben, der wie seine Vorgänger gewohnt kurzweilig daher kommt kleine unlogische Details nicht ausgeschlossen.
Der Anwalt Sören Bischop muss diesmal versuchen, die Unschuld seines Ziehsohns zu beweisen, der in einen Mord auf der Reeperbahn verwickelt ist. Das führt den Leser ins Hamburg des Jahres 1902, dessen Schilderung allerdings gewohnt holzschnittartig daher kommt. Die Verbindung einfacher sozialdemokratischer Arbeiter mit der bürgerlichen Intelligenz wirkt doch sehr gekünstelt ebenso wie die Verbindung der Reichsmarine in dubiose Machenschaften rund um die Aufrüstung der Flotte. Und auch der Fall ist nicht immer schlüssig. Ein bisschen mehr Geduld beim Schreiben hätte dem Roman gut getan.
Boris Meyn: Die Schattenflotte, Rowohlt, ISBN-10: 3499247054, ISBN-13: 978-3499247057, 8,95 Euro
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