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Wintersport

11. Dezember 2016 | 05:10 Uhr

Bob-Chef : Spies: Teamplayer und Chefdiplomat als Langen-Nachfolger

vom

Bob-Chef René Spies sorgt für ein Novum und sagt die Teilnahme am Weltcup in Lake Placid ab. Dafür testet er auf den Heimbahnen lieber die neuen Bobs für Olympia 2018. Dabei hat er vor allem Olympia 2014 in Sotschi in unerfreulicher Erinnerung.

Er ist der Zocker im Team. Im Weltcup-Zirkus der Bobfahrer vergeht kaum ein Rennen ohne Wette - intern versteht sich. René Spies hat immer einen Tipp parat, ob Start- oder Endzeit.

Schon an der Seite von Ex-Cheftrainer und Hitzkopf Christoph Langen überließ der 43-jährige Winterberger nichts dem Zufall. Er galt immer als loyaler, diplomatischer und vor allem akribischer Coach. Ein kommunikativer Zeitgenosse, der unabhängig von seiner freundlichen Art auch klare Ansagen machen kann.

So sorgte er mit dafür, dass zwei Jahre nach der Olympia-Schmach in Sotschi ein neuer Konkurrenzkampf beim Material entfacht wurde. Der frühere Zweierbob-Europameister und Gesamtweltcupsieger kaufte mit dem Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) vier Zweierbobs vom österreichischen Ein-Mann-Unternehmen Hannes Wallner. Der Tiroler Bob-Bauer verhalf Alexander Subkow 2014 zu olympischem Doppel-Gold.

«Wir gehen in die Entwicklungsphase, in der wir versuchen, die Geräte weiterzuentwickeln. Am Ende gibt es einen Konkurrenzkampf und wir werden uns dann für das beste Gerät für Olympia 2018 entscheiden», sagte Spies der Deutschen Presse-Agentur.

Parallel dazu bleibt das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin der Partner. «Mit der FES wollen wir langfristig zusammenarbeiten», betonte Spies nach zahlreichen Gesprächen im Sommer. «Wir haben kein Problem damit. Wir sind an dem Punkt, wo wir aufgrund unserer Vier-Jahres-Konzeption sein wollten», sagte FES-Direktor Harald Schaale. Die Berliner schicken zum Saisonstart in Whistler an diesem Wochenende einen neuen Zweierbob an den Start. Dem großen Schlitten wurde zudem ein Update verpasst.

So fährt Nico Walther auf der Hochgeschwindigkeitsbahn in beiden Disziplinen FES-Material, Zweierbob-Weltmeister Francesco Friedrich sowie Johannes Lochner fahren komplett Wallner-Schlitten.

Einziger Haken beim Fokus auf das neue Material-Wettrüsten: «Durch den Kauf der vier Wallner-Schlitten im Zweier mussten wir auch finanziell schauen, wie wir es kompensieren.» Daher nehmen die Deutschen nicht am Weltcup in Lake Placid (16./17. Dezember) teil. «Zwei Wochen Pause in Übersee ohne richtiges Training bringen uns nicht weiter. Wir testen lieber daheim Material», erklärte Spies.

Sein Credo ist klar. «Wir planen alles für Olympia, da müssen wir jetzt auch mal auf drei bis vier Prozent verzichten, auch was die Weltcup-Punkte betrifft», sagte der Cheftrainer und legt den Fokus auf die Testphase: «Wir wollen so viel wie möglich und so effizient wie möglich Material testen, um deutliche Schritte zu machen.»

Unterstützt wird Spies im Weltcup-Team von Gerd Leopold - Heimtrainer von Friedrich und Walther - sowie von Matthias Höpfner, der unter Langen zuletzt Nachwuchstrainer und Leiter der AG Technik war. «Ich treffe die Entscheidungen nie allein», sagte Teamplayer Spies.

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erstellt am 29.Nov.2016 | 10:17 Uhr

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