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08. Dezember 2016 | 23:15 Uhr

Motorsport : Vettels schweres zweites Ferrari-Jahr

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«Eine Emotion für immer» - Sebastian Vettels Faible für ein Lied von Eros Ramazotti könnte auch für seine amore zu Ferrari stehen. Ein bisschen unerfüllt ist sie aber noch, diese Liebe. Zumindest was die Ergebnisse betrifft. Ein Sieg in Monza wäre für Vettel zu schön.

Sebastian Vettel bekam die ganze Leidenschaft der Tifosi schon zu spüren. Ausgepfiffen, ausgebuht. 2011 und 2013 gewann der mittlerweile 29-Jährige im Königlichen Park von Monza den Großen Preis von Italien - aber halt in einem Red Bull.

2008 hatte er ihn ebenfalls gewonnen, damals war es sein erster Sieg. Weil seinerzeit auch die italienische Hymne für Vettels damaliges italienisches Toro-Rosso-Team erklang, konnten es die Fan-Massen irgendwie ertragen. Ansonsten zählt eben einfach nur ein Ferrari-Sieg beim Heimrennen. «Sie haben das eben im Blut», sagte Vettel bei seinem Erfolg im Red Bull vor drei Jahren. Er sei den Leuten nicht böse.

Seit einem Jahr und neun Monaten steht Vettel auf der anderen Seite, ist einer von ihnen. Im ersten Jahr überraschten er und die Scuderia die Fans; Vettel gewann drei Rennen (Malaysia, Ungarn und Singapur). In dieser Saison will es aber nicht klappen. Seit fünf Rennen wartet Vettel sogar auf einen Platz auf dem Podest. Drei der insgesamt 13 Rennen beendete er nicht einmal.

«Es kommt zur rechten Zeit», sagte Vettel daher in der offiziellen Pressekonferenz zum 14. Saisonlauf. «Wir brauchen etwas Schub und Unterstützung.» Sieg Nummer 43 in der Karriere von Vettel ausgerechnet beim Heimrennen der Scuderia wäre für ihn zu schön, um wahr zu sein. 2010 war Fernando Alonso der bis dato letzte Sieg der Scuderia beim Heimrennen gelungen. Vettel hatte es vor einem Jahr auf Platz zwei geschafft.

Obwohl die Entwicklungsarbeit am Ferrari für die Attacke auf Mercedes im nächsten Jahr intensiver als die am aktuellen Wagen sein dürfte, zeigte sich die «Rote Göttin» zuletzt in Belgien von ihrer schnellen Seite: Der Speed stimmt, urteilten Vettel und Teamchef Maurizio Arrivabene. Und Vettels finnischer Teamkollege Kimi Räikkönen hielt sogar die Pole für möglich. «Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass das Auto hier gut läuft», bekräftigte Vettel drei Tage vor dem Rennen.

Auf der Pole war seit Vettels Sieg in Singapur am 20. September 2015 kein Ferrari mehr. Ein Problem, dass die Scuderia seit nunmehr einigen Jahren mit sich herumschleppt. Mickrige fünfmal schaffte es ein Ferrari in den Jahren 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016 auf den besten Startplatz. Im selben Zeitraum gelangen 15 Siege. Genauso viele fuhr Rekordweltmeister Michael Schumacher in seiner letzten Titelsaison 2004 zusammen mit Rubens Barrichello allein in einem Jahr in einem Ferrari ein.

Vettel ist nach seinem Wechsel von Red Bull zur Saison 2015 angetreten, eine Ära wie Schumacher mit der Marke aus Maranello einzuleiten. Er startete gleich mit einer Tagesbestzeit an seinem ersten Testtag im Ferrari, übererfüllte dann die Erwartungen im ersten Jahr. Dann aber die Stagnation. Statt Mercedes mit Dreifach-Champion Lewis Hamilton und Landsmann Nico Rosberg anzugreifen, muss sich Vettel den Attacken seines ehemaligen Arbeitgebers erwehren.

In Belgien kam der Hesse nach der Karambolage in Kurve eins mit Räikkönen, ausgelöst durch Max Verstappens gewagtes Manöver, nur auf Platz sechs. «Ferrari, dir bleibt Monza», schrieb daraufhin «La Gazzetta dello Sport». Nicht umsonst führt Vettel auf seiner Homepage einen Song von Eros Ramazotti unter seinen fünf Lieblingsliedern auf. Das Lied trägt den Titel: Un’emozione per sempre (Eine Emotion für immer).

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erstellt am 01.Sep.2016 | 15:53 Uhr

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